Studie der Bitkom Cloud Computing setzt sich trotz Sicherheitsbedenken langsam durch

Mehr Unternehmen beziehen Computerleistung aus der Cloud. Zwar bremsen Sicherheitsbedenken und unklare gesetzliche Regelungen den Umstieg. Die Enthüllungen von Edward Snowden haben aber kaum geschadet.

Wie Roboter den Alltag erleichtern
Krankenpfleger Ein Roboter CARE-O-bot, der vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung entwickelt wurde, versorgt eine Bewohnerin eines Pflegeheims mit einem Getränk (undatiert). Auch dieser Roboter unterstützt ältere Menschen im häuslichen Umfeld und das Pflegepersonal in Pflegeeinrichtungen. Quelle: dpa
Der KochBremer Forscher präsentierten 2013 den Roboter „PR2“, der Popcorn machen und Pfannkuchen wenden kann. Das nötige Vorwissen habe sich dieser unter anderem aus dem Internet geholt, sagte Professor Michael Beetz von der Universität Bremen. Sein Team arbeitet zusammen mit sieben europäischen Partnern in einem auf vier Jahre angelegten Projekt an lernfähigen Robotern. Ziel sei es, diese neue Form der Programmierung zunächst bei Robotern anzuwenden, die alte und pflegebedürftige Menschen bei einfachen Aufgaben unterstützen. Diese könnten in den nächsten zehn Jahren einsatzbereit sein. Quelle: dpa
Der BarkeeperDer Roboter "James" des Münchener Fortiss-Institutes für Hightech-Forschung in München (Bayern) ist als Barkeeper programmiert und soll bei einer Interaktion mit Menschen seine Aufgaben nicht nur richtig erledigen, sondern dabei auch auf die sozialen Bedürfnisse seines Gegenübers eingehen. Wer sich bei James bedankt bekommt die Antwort: "Always a pleasure". Quelle: dpa
KuschelrobbeDer weiße Sozialroboter namens Paro soll Demenzkranken Zuwendung schenken. Das mit Sensoren vollgestopfte Kuscheltier reagiert auf Berührung, Licht und Bewegung. Es soll für Demenzkranke Zuwendung simulieren - und ist deswegen vor allem nach einer Messepräsentation 2011 heftig umstritten gewesen. Tritt an die Stelle des Zivildienstleistenden oder der Pflegekraft nun der Sozialroboter? 5000 Euro kostet die schnurrende Pelzattrappe. Quelle: dpa
Putzhilfe mit gutem OrientierungssinnInzwischen schon fast ein Klassiker unter den Haushaltsrobotern ist der autonome Staubsauger. Dieses Modell, ein Samsung Navibot SR 8855, sticht vor allem durch seine Navigationsfähigkeiten heraus. Aus Aufnahmen von einer eingebauten Kamera setzt er ein digitales Abbild des Raums zusammen, den er reinigen soll. Das verhindert laut Hersteller sinnloses Kreuz- und Querfahren wie bei anderen Saugrobotern. Hindernissen weicht der Navibot aus, die eingebauten Sensoren erkennen auch Treppenabsätze. Im Handel gibt es den Navibot ab etwa 320 Euro. Quelle: Presse
Freundlicher KrankenpflegerDieses freundlich dreinschauende Gesicht gehört einem Roboter aus dem Hause Panasonic. Das Modell Hospi-Rimo soll als Kommunikationsplattform für bettlägerige Patienten dienen, die mit dem Roboter von zu Hause aus mit Arzt, Freunden oder Verwandten per Videokonferenz kommunizieren wollen. Der Roboter kann dabei laut Hersteller mit fragilen Ampullen und Medikamenten so vorsichtig umgehen wie eine Krankenschwester. Quelle: Presse
HaarpflegerDieser von Panasonic hergestellte Haarwaschroboter widmet sich der Pflege des Haupthaars von bettlägerigen Patienten. Vollautomatisch kann das Gerät eine komplette Haarwäsche durchführen und dabei eine Spülung einmassieren sowie die Haare nach dem Waschen wieder trocknen. Dabei kommen insgesamt 24 robotische Finger zum Einsatz. Quelle: Presse

Das Interesse am Cloud Computing in Unternehmen in Deutschland wächst langsam. In einer repräsentativen Studie des Bitkom haben sich 40 Prozent der befragten Firmen der Technologie gegenüber aufgeschlossen gezeigt. 35 Prozent stehen ihr aber noch kritisch oder ablehnend gegenüber. „In diesem Jahr gibt es erstmals mehr Befürworter als Skeptiker“, sagte Achim Berg, Vizepräsident des Bitkom bei der Vorstellung der Studie am Freitag

Laut der Studie setzten im vergangenen Jahr 44 Prozent der Unternehmen Cloud Computing ein, vier Prozent mehr als 2013. Das Desinteresse an der Cloud ist gleichzeitig ebenfalls um einen Punkt auf 32 Prozent gestiegen. 24 Prozent der befragten Unternehmen planen oder diskutieren den Einsatz von Cloud-Lösungen.

Trotz der wachsenden Akzeptanz bleibt ein Risiko für die Daten. „Die Sorge vor Cyberangriffen sollte keinesfalls unterschätzt werden“, sagte Berg. Das sehen auch die Unternehmen so: Mit 39 Prozent ist bei ihnen die „Private Cloud“ ohne Verbindung zum Internet mehr als doppelt so häufig im Einsatz wie die „Public Cloud“ im Web.#

Aber auch bei unternehmensinternen Clouds bestehen Bedenken: „60 Prozent der Unternehmen befürchtet einen unberechtigten Zugriff auf sensible Daten“, sagte Berg. 33 Prozent der Unternehmen halten ihre Daten in der Private Cloud für gefährdeter als vorher, 22 Prozent gehen davon aus, dass sie dort sicherer seien. 74 Prozent sehen es als Voraussetzung an, dass die Rechenzentren auch im EU-Rechtsgebiet stationiert sind. Für 67 Prozent ist es sogar unerlässlich, dass die Cloud-Anbieter ihren Hauptsitz im Rechtsgebiet der EU haben.

Rechtliche Unsicherheiten hindern immerhin 40 Prozent der Befragten vor dem Einsatz von Cloud Computing. In den IT-Abteilungen seien die Regeln für Datensicherheit oft schwammig oder gar nicht vorhanden, ihre Überwachung und Durchsetzung häufig lückenhaft. „Unternehmen beginnen erst zu verstehen, welche Compliance sie für die Cloud brauchen“, sagte Peter Heidekamp von der Beratungsgesellschaft KPMG.

Doch auch die Anbieter müssten nachbessern. Oft sei unklar was mit den Daten passiert, falls die Cloud-Betreiber übernommen würden oder Insolvenz anmeldeten. „Compliance Management muss den gesamten Cloud-Lebenszyklus inklusive Rückgabe und Löschung von Daten enthalten“, sagte Berg.

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Unternehmen rät er, die Verantwortlichkeit beim Thema Datensicherheit klar zu regeln. Die Zuständigen sollten dann in einem Zielbild die absolut notwendige und die erwünschte Sicherheit festhalten. „Ein regelmäßiger Managementzyklus muss dann die Einhaltung der Compliance sicherstellen“, sagt der Bitkom-Vizepräsident.

Die Veröffentlichung der Geheimdienstdokumente durch Edward Snowden habe das Sicherheitsbewusstsein in Unternehmen gestärkt, sagte Berg. Informationen würden in Firmen nun klassifiziert und „Kronjuwelen“ besonders geschützt. Den erwarteten Rückschlag für das Cloud Computing habe es durch die Enthüllungen dagegen nicht gegeben: „Die Gefahr hat sich nicht bestätigt“, sagte der Bitkom-Mann.

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