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Studie des Gottlieb Duttweiler Instituts So könnte unsere Gesellschaft im Jahr 2030 aussehen

Smartphones, Tablets und Elektroautos: Im Jahr 2030 dürften die technischen Errungenschaften unserer Zeit so altbacken anmuten, wie heute ein Bakelit-Telefon. Unserer Gesellschaftsform könnte es ähnlich ergehen.

Die Grafik zeigt die Weltkarte mit verschiedenen Knotenpunkten. Quelle: Fotolia

In Hongkong wurde in diesem Jahr erstmals eine künstliche Intelligenz in eine Geschäftsleitung berufen. „Forschung und Technik sind heute so weit fortgeschritten, dass wir alles bauen können, was wir wollen – wir sind lediglich durch unsere Vorstellungskraft beschränkt“, meint Justin Rattner, Corporate Vice President bei Intel. Und es scheint wirklich alles möglich. Selbstfahrende Fahrzeuge könnten der Beginn von ganzen Unternehmen sein, deren „Mitarbeiter“ nur noch aus intelligenten Maschinen bestehen.

Der Schweizer Think Tank, das Gottlieb Duttweiler Institute (GDI), hat auf Rattners Gedanken aufbauend vier Szenarien entworfen, die zeigen, wie eine hochvernetzte Welt 2030 aussehen könnte und was das für Auswirkungen auf die Gesellschaftsformen hätte. Die Szenarien sollen allerdings nicht als Prognosen verstanden werden. Sie schildern Extremfälle, die in dieser Form nicht auftreten werden. Die Autoren wollen Orientierungspunkte für aktuelle Entwicklungen in unserer Gesellschaft geben.

Zur Studie

Zwar ist, wie Rattner sagte, alles möglich. Aber nur weil alles möglich ist, heißt das noch lange nicht, dass es auch Realität wird. „Wenn das technisch Mögliche die Anpassungsfähigkeit der Menschen übersteigt, hängt der technische Fortschritt immer mehr vom Menschen ab“, schreiben die Autoren.

Letztendlich muss die Gesellschaft aushandeln, wo es hingeht. Die Technisierung könnte weiter fortschreiten und das, was heute wie Science Fiction anmutet, zur Wirklichkeit werden. Es könnte aber auch ganz anders kommen: Die Angst vor der totalen Kontrolle durch Staaten oder Unternehmen könnte zur Abwendung von der Technik führen.

Vier mögliche Szenarien.

Szenario 1: Google, Apple und Co. teilen sich die Welt untereinander auf

2030 definieren sich die Menschen nicht mehr über eine Staatszugehörigkeit, sondern über ihre Zugehörigkeit zu Corporate States. Sie bewegen sich im Google-, Facebook- oder Apple-Universum – das sind die neuen Staaten.

Die Wünsche und das Verhalten der Menschen werden mittels Algorithmen vorhergesagt, die riesige Datenmengen auswerten: „Die Geräte werden den Menschen verstehen können“, sagt Karin Frick, die in der Geschäftsleitung des GDIs sitzt und an der Studie mitgewirkt hat. .

Die Bürger des Google-Universums vertrauen Google all ihre Daten an und erhalten dafür einen überragenden Service. Das Auto, der Kühlschrank, die Heizung denken in Zukunft für die Menschen voraus und der Supermarkt liefert ihnen Waren, bevor sie selbst wissen, dass sie sie brauchen.

Wie Computer wurden, was sie sind
Apple-Mitgründer Steve Jobs wollte einen Computer entwickeln, den jeder bedienen kann. Inspiration fand er im Forschungszentrum Xerox PARC: Dort hatten die Tüftler eine grafische Benutzeroberfläche (graphical user interface, GUI) programmiert, die Jobs bei einem Besuch elektrisierte. „Innerhalb von zehn Minuten war mir klar, dass eines Tages alle Computer so arbeiten würden“, sagte er Jahre später in einem Fernsehinterview. 1983 brachte Apple das Modell Lisa samt einer Maus heraus – den ersten Computer mit grafischer Benutzeroberfläche für den Massenmarkt. Allerdings reagierte die Technik nur sehr behäbig. Und der Preis von 10.000 Dollar war für die meisten Privatanwender zu hoch (in Deutschland kostete der Rechner 30.000 DM). Lisa erwies sich als großer Flop, die Restbestände wurden später in der Wüste von Utah entsorgt. Doch Lisa bahnte der Technologie den Weg. Quelle: mac-history.net
Doch Steve Jobs ließ sich vom Misserfolg mit dem Lisa nicht beirren und entwickelte bei Apple mit einem verschworenen Team den Macintosh, der sich ebenfalls mit einer Maus bedienen ließ und deutlich billiger war. Hier ist der junge Firmengründer (l.) 1984 bei der Vorstellung des Rechners mit dem damaligen Apple-Chef John Sculley zu sehen. Der Werbespot für diesen Computer, gedreht von Regisseur Ridley Scott, ist bis heute legendär – er soll zeigen, wie der Apple-Rechner die geknechteten Nutzer von IBM, dem „Big Brother“ mit seinen Einheits-PCs, befreit.
Das Gerät sollte nicht die Geschäftsleute begeistern, sondern die Massen. In Sachen Benutzerfreundlichkeit setzte Apple Maßstäbe, doch der Erfolg stellte sich erst über die Jahre ein, zumal Konkurrent IBM mit seinem PC reißenden Absatz fand. Der war zwar nicht so bequem zu bedienen, es gab aber viel mehr Anwendungen für ihn. Immerhin gelang es Apple mit der Zeit, eine treue Fangemeinde aufzubauen – auch in den Jahren ohne Steve Jobs. Der musste Apple 1985 nach einem Machtkampf mit Firmenchef Sculley verlassen. Quelle: dpa
Zum Durchbruch verhalf der grafischen Benutzeroberfläche nicht Steve Jobs, sondern ein junger Bursche namens Bill Gates. Sein Startup Microsoft entwickelte für den Computerhersteller IBM das Betriebssystem MS-DOS. In den 80er Jahren entdeckte Gates beim damaligen Partner Apple die intuitive Bedienung per Maus und ließ daraufhin die Benutzeroberfläche Windows entwickeln, die später Bestandteil aller Systeme wurde. 1985 kam die erste Version heraus, die ersten großen Erfolge gelangen in den 1990er Jahren mit Windows 3.0 und Windows 3.1. Heute ist Microsoft ein Software-Gigant und Windows der Quasi-Standard auf PCs. Quelle: dpa
Windows 95 bedeutete für Microsoft den Durchbruch – spätestens seit der Präsentation im namensgebenden Jahr 1995 kam kein Computerhersteller mehr an dem Betriebssystem vorbei. Damals führte der Software-Konzern auch den Start-Button ein, über den heute Millionen von Nutzern Programme aufrufen oder auch den Rechner ausschalten. Weitere Meilensteine in der Entwicklung sind Windows XP (2001) und Windows 7 (2009). Aktuell vermarktet Microsoft Windows 8. Quelle: dpa
Steve Jobs verhalf nicht nur der grafischen Benutzeroberfläche zum Durchbruch, sondern auch dem Touchscreen: Nach seiner Rückkehr zu Apple ließ er das iPhone entwickeln – hier die Präsentation im Januar 2007. Es war zwar nicht der erste Handy mit berührungsempfindlicher Oberfläche, hatte aber dank seiner intuitiven und ruckelfreien Bedienung so viel Erfolg wie kein Gerät zuvor. Für damalige Verhältnisse war das revolutionär, heute ist es Standard. Denn Apple fand viele Nachahmer. Quelle: AP
Auch im iPod Touch setzte Apple später seinen Touchscreen ein. Inzwischen kommt die Technologie in immer mehr Geräten zum Einsatz, auch in Notebooks oder Uhren. Quelle: AP

Möglich ist das, weil alle Geräte, die die Menschheit 2030 nutzt, Daten sammeln und miteinander kommunizieren. Das funktioniert nur, solange der Verbraucher nur Produkte eines Herstellers nutzt.

Wer in der Google-Welt lebt, wird nur noch wenig Kontakt zu denen haben, die in der Apple-Welt leben. „Es ist bequem, innerhalb eines Systems zu bleiben“, sagt Frick. Man lebe auf einem riesigen Google- oder Apple-Campus.

Dort wachse man auf, entwickele sich, finde Freunde und verliebe sich. „Es ist wie eine große Familie – nur verfügt sie über genug Diversität, um interessant zu bleiben.“ Ein Besuch eines Google-Menschen in der Apple-Welt kann man sich dann vorstellen wie eine Reise nach Amerika. „Der Kontakt bricht nicht ab – er wird nur seltener.“

Im Zentrum dieser Gesellschaften steht der Konsum. Es herrscht hoher Druck zur Anpassung. Kriminalität wird dabei zu einem Randphänomen. Dank der totalen Überwachung, die die Datenvorräte der Unternehmen ermöglichen, können die Corporate States konformes Verhalten erzwingen und Zuwiderhandlungen schon im Voraus sanktionieren.

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In dieser Welt tritt der Staat kaum noch in Erscheinung – formell existiert er zwar, aber die Macht liegt bei den Großunternehmen. Sie investieren große Summen in die Infrastruktur und Vernetzung und haben volle Kontrolle über sämtliche Datenströme.

Aktuelle Entwicklungen

In Anbetracht der aktuellen Aufteilung des digitalen Markts unter Apple, Google und Microsoft erscheint das Ganze in 20 Jahren durchaus möglich. Apple und Google zielen beide darauf ab, ihre Geräte von denen der Konkurrenz abzuschirmen und möglichst viele Dienste in ihre Systeme zu integrieren.

iPhones und iPads, Android Phones und Chromebooks seien heute viel stärker vom jeweiligen Anbieter kontrolliert, als das früher der Fall war, heißt es in der Studie. Welche Software auf den Geräten läuft, wann sie geupdatet werden und welche Daten sie weitergeben – all das entscheidet der Hersteller.

Mit seiner Suchmaschine und seinem Kartendienst kennt Google heute seine Nutzer und ihre Gewohnheiten. Mit Investitionen sichert sich Google weitere Informationsquellen.

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Tado Quelle: PR
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Anfang 2014 kaufte Google Nest Labs für 3,2 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen produziert unter anderem lernfähige Thermostate und soll Google im Internet der Dinge eine führende Position sichern. Die Daten, die das Internet der Dinge liefern kann, wird Google sich sicher nicht entgehen lassen.

Die gesammelten Daten und die Monopolstellung geben Unternehmen wie Google oder Facebook große Manipulationsmöglichkeiten. Facebook hat jüngst mit seinem Emotions-Experiment Negativschlagzeilen produziert.

Dabei wurden die Nutzereinträge von hunderttausenden Mitgliedern vorgefiltert und so gezeigt, dass Menschen, die mehr positive Beiträge sehen, eher dazu neigen, positive Einträge zu verfassen – und umgekehrt.

Wie realistisch ist das Szenario?

Denkt man solche Experimente zu Ende, wäre es möglich, ganze soziale Systeme zu steuern. Aus diesem Grund dürfte dieses Szenario scheitern. „Wenn der Nutzer weiß, dass Unternehmen ihn manipulieren, wird er sich irgendwann abwenden und einen anderen Anbieter suchen“, sagt Frick. Dafür brauche es zwei Dinge: Der Leidensdruck muss zu groß sein und eine angemessene Alternative muss vorhanden sein.

Sicher ist allerdings: In Zukunft werden Menschen und Maschinen immer enger zusammenwachsen. „Wir werden mehr Technik im und direkt am Körper tragen, sodass sie uns quasi zur zweiten Natur wird“, schreiben die Autoren. Das Unternehmen die so dazu gewonnen Daten nutzen werden, um die Menschen weiter zu monetisieren. Dass einzelne Unternehmen die totale Kontrolle erlangen, ist allerdings unwahrscheinlich, wie die Autoren der Studie schreiben. Denn: „Rein technisch kann niemand das gesamte Internet heute noch überschauen – weder Google, Facebook oder Amazon, noch die NSA oder die größten Netzbetreiber.“

Szenario 2: Die Menschheit wendet sich von der modernen Technik ab

2030 verzichtet ein Großteil der Menschen auf moderne Technologie. Sie haben gemerkt, dass der technische Fortschritt ihnen selbst nur einen geringen Nutzen bringt, dafür aber Freiheit und Eigenständigkeit kostet.

In einer solchen Gesellschaft wird das Leben wieder langsamer – die Menschen wissen ihre Ruhe und ihre Privatsphäre zu schätzen. Sie kommunizieren nicht mehr über das Smartphone oder über das Telefon sondern von Angesicht zu Angesicht.

Auch die wirtschaftliche Vernetzung nimmt ab. Eingekauft wird auf lokalen Märkten und man versorgt sich zunehmend selbst.

Wo Google seine Finger im Spiel hat
Google GlassEines der spannendsten Projekte des Suchmaschinen-Anbieters ist sicherlich Google Glass. Mit der Datenbrille ist es möglich E-Mails abzufragen, im Internet zu surfen, zu fotografieren und zu filmen. 2013 hat das Unternehmen erste Datenbrillen an Webentwickler und Geschäftspartner verkauft, mittlerweile ist die Brille frei verfügbar. Quelle: dpa
Online-MusikdienstGoogle stärkt sein Musikgeschäft mit dem Kauf des Streaming-Dienstes Songza, der passende Lieder für verschiedene Situationen zusammenstellt. Nutzer der Songza-App können zum Beispiel zwischen „Musik zum Singen unter der Dusche“, zum Autofahren oder zum Joggen entscheiden. Solche Song-Listen werden von Songza-Mitarbeitern zusammengestellt, es gibt Angebote für verschiedene Tageszeiten und Stilrichtungen. Zugleich kann sich auch die Software hinter dem Dienst an den Musikgeschmack der Nutzer anpassen. Die Musikauswahl kann über Daten aus dem Netz auch das aktuelle Wetter am Standort des Nutzers abgestimmt werden. Google nannte bei Bekanntgabe des Deals am Dienstag keinen Kaufpreis. Nach Informationen der „New York Times“ waren es mehr als 39 Millionen Dollar. Songza ist bisher nur in Nordamerika verfügbar und hatte Ende vergangenen Jahres 5,5 Millionen Nutzer. Der kostenlose und werbefinanzierte Dienst werden zunächst unverändert weiter betrieben, erklärte Google. Mit der Zeit werde man nach Wegen suchen, wie die Musikplattform Google Play Music von Songza profitieren könnte. Quelle: Screenshot
SatellitentechnikGoogle stärkt seine digitalen Kartendienste mit dem Kauf des Satelliten-Spezialisten Skybox Imaging, der Bilder aus dem All in hoher Auflösung erstellt. Der Preis liegt bei 500 Millionen Dollar in bar, wie der Internet-Konzern mitteilte. Skybox bietet seinen Kunden das Beobachten gewünschter Gebiete mit detailreichen Fotos und 90 Sekunden langen Videos an. Als Dienstleistungen nennt Skybox zum Beispiel die Überwachung von Feldern auf Schädlingsbefall und die Aufsicht über Energie-Pipelines. Auch die Auswertung der Container-Bewegungen in Häfen, der Aktivität auf Flughäfen oder der Bestände auf Parkplätzen von Autohändlern ist möglich. Die Satelliten von Skybox sollen helfen, die Google-Karten auf aktuellem Stand zu halten, erklärte der Internet-Konzern am Dienstag. Außerdem hoffe Google, damit die Versorgung mit Internet-Zugängen und die Hilfe bei Unglücken und Naturkatastrophen zu verbessern. Google ist selbst bei der Entwicklung digitaler Satellitenkarten mit seinem Projekt Google Earth weit vorangekommen. Etablierte Anbieter wie DigitalGlobe oder GeoEye haben den Erdball erfasst, Skybox verspricht jedoch frischere Bilder auf Bestellung. Skybox ist einer von mehreren neuen Anbietern, die von drastisch gesunkenen Kosten für Entwicklung und Herstellung von Satelliten profitieren wollen. Sie packen ihre Technik in deutlich kleinere Satelliten als man sie früher baute. Skybox will über die Jahre rund zwei Dutzend Satelliten ins All bringen, steht bei dem Plan aber erst am Anfang. Die Skybox-Satelliten sind nach bisherigen Berichten rund 100 Kilogramm schwer. Das macht es auch günstiger, sie ins All zu bringen als früher. Die Kosten pro Satellit werden auf rund 25 bis 50 Millionen Dollar geschätzt. Quelle: Screenshot
SatellitentechnikErst im April 2014 hatte Google den Hersteller von Solardrohnen Titan Aerospace gekauft. Mit dem Kauf will Google seine Pläne vorantreiben, drahtloses Internet auch in abgelegenste Teile der Welt zu bringen. Über den Kaufpreis für das US-Unternehmen, das 20 Mitarbeiter beschäftigt, wurde nichts bekannt. Titan entwickelt solarbetriebene Satelliten. Sie sollen 2015 erstmals kommerziell in Betrieb genommen werden. Die Drohnen fliegen in rund 20 Kilometern Höhe und können dort fünf Jahre bleiben. Ihre Spannweite ist mit 50 Metern etwas kürzer als die einer Boeing 777. Medienberichten zufolge war auch Facebook an Titan interessiert. Quelle: AP
Sicherheits-GadgetsGoogle hat die Firma SlickLogin gekauft, die eine innovative Art erfunden hat, herkömmliche Passwörter mit einer zweiten Sicherheitsstufe zu ergänzen. Das israelische Start-up setzt dabei auf Ultraschall-Töne, die zwischen Smartphone und PC eines Nutzers ausgetauscht werden. SlickLogin gab die Übernahme am Sonntag bekannt, eine Preis wurde nicht genannt. Nach Informationen des Technologieblogs „Geektime“, das als erstes von dem Deal berichtet hatte, geht es um einige Millionen Dollar. Derzeit setzt Google als zweite Zugangsstufe zusätzlich zum Passwort Zahlencodes ein, die über eine App auf das Smartphone geschickt werden. Der Vorteil des von SlickLogin entwickelten Systems ist, dass die Authentifizierung automatisch laufen kann, ohne dass der Nutzer sich darum kümmern muss. SlickLogin hatte das Ultraschall-Konzept im vergangenen September vorgestellt und befand sich bis zuletzt noch in einer geschlossenen Test-Phase. Nach Informationen von „Geektime“ bestand die Firma immer noch aus den drei Gründungsmitgliedern. Quelle: WirtschaftsWoche Online
Autonome AutosNicht nur große Automobilkonzerne, auch Google forscht mit viel Aufwand an selbstfahrenden Pkw. Dafür entwickelt der Konzern selbst die Software, die das Auto steuert. Dabei will der Konzern wohl sogar eigene Fahrzeuge auf den Markt bringen, die als autonome Taxen am Straßenverkehr teilhaben sollen. Für die Produktion der Autos gab es bereits Gespräche mit dem deutschen Zulieferer Continental und dem Fertiger Magna. Quelle: dpa
Medizinische GadgetsGoogles geheime Forschungsabteilung Google X hat ihre nächste Erfindung öffentlich gemacht. Es ist eine digitale Kontaktlinse für Diabetiker, die Blutzucker-Werte kontrolliert. Google X soll für den Internet-Konzern die Grenzen des Möglichen austesten. Die Entwickler aus dem Forschungslabor testen laut einem Blogeintrag Prototypen einer Kontaktlinse, bei der zwischen zwei Schichten ein Sensor sowie ein Miniatur-Funkchip integriert sind. Die Linse messe die Glucose-Werte in der Tränen-Flüssigkeit jede Sekunde. Der Prototyp sei in mehreren klinischen Forschungsstudien erprobt worden. Die Kontaktlinse solle die Daten an eine begleitende Smartphone-App funken. Chip und Sensor seien so winzig wie Glitzer-Partikel und die Antenne dünner als das menschliche Haar. Er werde auch erwogen, für Warnsignale Mikro-LEDs direkt in die Linse zu integrieren, hieß es. Es sei noch viel Arbeit zu tun bis die Kontaktlinse als fertiges Produkt auf den Markt komme, schränkten die Entwickler ein. Google wolle sich dafür in dem Bereich erfahrene Partner suchen, die Zugang zu der Technologie bekämen. An dem Projekt arbeitet federführend der Forscher Babak Parviz mit, der schon an den Anfängen der Datenbrille Google Glass stand. Er hatte bereits 2009 demonstriert, wie man Kontaktlinsen mit LEDs versehen kann. Quelle: dpa

Für die Menschen ist die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen wichtiger als Wirtschaftswachstum. Infolgedessen verfällt die Infrastruktur und der materielle Wohlstand nimmt ab. In dieser Welt ist die einzige feste Größe der Nationalstaat.

Aktuelle Entwicklungen

Zwar haben in den letzten Jahren die Snowden-Enthüllungen gezeigt, welche Überwachungsmöglichkeiten Nationalstaaten wie Unternehmen haben – aber ein wirklicher Wandel im Umgang mit den Datensammlern hat nicht eingesetzt.

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Schild "Bundesnachrichtendienst" Quelle: AP
Schilder US. Cyber Command, National Security Agency, Central Security Service Quelle: dpa
Ein Mann mit Fotoapparat Quelle: Fotolia
Kabel Quelle: dpa
Eine Frau telefoniert mit einem Telefon Quelle: obs
Ein E-Mail-Symbol Quelle: dpa
Bildcollage zum Thema Telekommunikation Quelle: dpa

So untersuchte beispielsweise eine Studie des Pew Research Internet Projects, wie Amerikaner ein Jahr nach den Snowden-Enthüllungen auf das Internet blicken. Befragt wurden 607 Amerikaner im Alter von mindestens 18 Jahren.

Demnach sind sich die meisten von ihnen darüber im Klaren, dass sie abgehört werden können und Unternehmen ihre Daten nutzen, um sie zu monetisieren – immerhin gaben 91 Prozent an, dass sie glauben, der Kunde habe die Kontrolle über persönliche Informationen, die von Unternehmen gesammelt werden, verloren.

Zu stören scheint sie das nicht. Über die Hälfte der Nutzer sieht die Vorteile personalisierter Daten. 61 Prozent sagten, Services seien durch die Verwertung persönlicher Daten effizienter geworden. 55 Prozent wäre sogar bereit, mit den eigenen Daten für die Verwendung von Online-Services zu bezahlen.

Wie realistisch ist das Szenario?

Dass dieses Szenario eintritt, hält Frick für unwahrscheinlich. Einzelne Gruppen, die aussteigen, werde es sicher geben, sagt sie. „Eine Massenbewegung wird das aber nicht. Dafür ist das einfache Leben zu anstrengend.“ Der technische Komfort überwiegt für die meisten.

Allerdings könnten weitere Skandale zu einem wirklichen Wandel führen. In diesem Fall wäre ein anderes Szenario deutlich wahrscheinlicher.

Szenario 3: Ein dezentrales Internet macht die Welt besser

2030 lebt die Menschheit im digitalen Paradies. Sie verfügt über freien Zugang zu Wissen, digitaler Bildung und – dank günstiger 3D-Drucker – über dezentrale Produktionsmöglichkeiten. Das führt dazu, dass die Gesellschaft offen, tolerant, transparent und kreativ ist.

Denn die Macht über das Internet liegt nicht mehr bei einzelnen Unternehmen oder Staaten. Die Netzarchitektur basiert auf der Autonomie des Individuums. Es entscheidet frei darüber, wer seine Daten einsehen und verwenden kann.

Deswegen können die Menschen auch ohne die Eigenständigkeit zu verlieren, die Vorzüge des Internets der Dinge genießen. Als eine Art allgegenwärtiger Butler erleichtert es dem Einzelnen den Alltag.

In dieser Gesellschaft ist jeder in der Lage, seine Ideen unternehmerisch umzusetzen, da Informationen global ausgetauscht werden. Die Wirtschaft wird prosperieren, denn: „Freie Kunden sind wertvoller als gebundene und freie Menschen sind wertvoller als gebundene“, sagt Frick. Sie schüfen Neues, seien kreativ und sorgten für eine wirtschaftliche Dynamik.

„Große Systeme haben die Tendenz zu erstarren. Sie sind einzig darauf bedacht, ihre Macht zu erhalten“, so Frick. „Innovationen gehen von kleinen Systemen aus.“ Produziert wird deshalb lokal mit 3D-Druckern, die sich selbst reproduzieren können und deswegen nahezu umsonst sind.

Der US-Ökonom Jeremy Rifkin glaubt daran, dass durch den 3D-Druck die unsichtbare Hand des Marktes ihren größten Triumph überhaupt erreiche, „sie schafft nämlich die effizientesten Märkte überhaupt, mit Grenzkosten nahe null“. In einer solchen Welt sind alle Waren im Überfluss vorhanden und deswegen beinahe kostenlos.

Share Economy im Selbstversuch
Matthias Streit und Lisa Quelle: Robert Poorten für WirtschaftsWoche
Matthias Streit Quelle: Robert Poorten für WirtschaftsWoche
Lisa Quelle: Robert Poorten für WirtschaftsWoche
Vegane Roulade mit Rotkraut und Klößen Quelle: Robert Poorten für WirtschaftsWoche
Lisa und Matthias Streit Quelle: Robert Poorten für WirtschaftsWoche
Matthias Streit Quelle: Robert Poorten für WirtschaftsWoche
Wörterbuch Quelle: Robert Poorten für WirtschaftsWoche

Deswegen erziele niemand mehr Gewinne. „Der Vorteil der Größe geht verloren, wenn man dank 3D-Druckern alles gleich günstig und lokal herstellen kann“, sagt Frick. „Die Funktion der Großunternehmen verschwindet und damit ihre Macht.“
Die Folge: Der Kapitalismus dankt ab – stattdessen entsteht eine Share-Economy, eine Wirtschaft des Teilens, basierend auf Tausch und Selbstverwaltung.

Auch das staatliche Gefüge wird dadurch umgekrempelt. Es bedarf keiner Zentralgewalt mehr und keiner gewählten Vertreter. Über das Netz vertritt jeder Bürger sich selbst.

Aktuelle Entwicklungen

Beispiele dafür, wie die Sharing-Economy funktionieren kann, finden wir schon heute. Eines ist die Betten-Börse Airbnb. Der Statuswert des reinen Besitzens wird durch das Teilen-Konzept verringert. Zudem wird neuer Wohnraum geschaffen, indem bis dato nicht genutzte Ressourcen genutzt werden – ein leeres Gästezimmer beispielsweise.

Hier schläft Deutschland am besten
Im weltweiten Vergleich schnitt das Four Seasons Resort Hualalai at Historic Ka'upulehu auf Hawaii gleich zweimal hervorragend ab: Sowohl in der Kategorie „Top-Hotels“ als auch „Luxus“ bekam das Hotel einen Award. Für einen stolzen Preis von circa 675 Euro pro Nacht lässt sich hier das Naturparadies genießen. Quelle: Tripadvisor
In der TripAdvisor-Kategorie „Schnäppchen“ sahnte das Hotel SeaCoast Inn in Cape Cod (USA) den Preis ab. Die Fischerei ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor auf der Halbinsel, die zu deutsch „Kap Kabeljau“ heißt. Quelle: Tripadvisor
Das Lauriston Court Hotel in Wales ist das erstplatzierte Hotel in der Kategorie „Service“. Auch im Europavergleich ist das Hotel im „Service“ der Rangführer.                                         Quelle: Tripadvisor
In der Kategorie „kleine Hotels“ räumte das Anastasis Apartments in Griechenland den TripAdvisor-Award ab. Die nahe Lage an felsiger Mittelmeerküste zieht viele Touristen an. Quelle: Tripadvisor
Auch im europäischen Vergleich liegt das griechische Hotel Anastasis auf dem ersten Platz der „kleinen Hotels“. Quelle: Tripadvisor
Das Casa Portagioia in Italien gewann den Award in der Kategorie „Hostels und Pensionen“ im weltweiten Vergleich. Die Unterkunft liegt inmitten der Urlaubsregion Toskana umgeben von Zypressen. Das Hotel überzeugte auch... Quelle: Tripadvisor
... im europäischen Vergleich in der Kategorie „Hostels und Pensionen“. Quelle: Tripadvisor

Auch der 3D-Druck entwickelt sich rasant. Die Geräte arbeiten immer schneller und effizienter. Schon bald könnten sie für die private Produktion geeignet sein.

Einen Beitrag zur Dezentralisierung des Netzes könnten Anbieter wie das Hamburger Start-Up Protonet leisten. Das Unternehmen produziert leistungsfähige Server – nicht größer als eine Autobatterie. Sie können zwischen einem und zwölf Terabyte speichern. So können Nutzer ihre Daten auf eigenen Geräten speichern und müssen nicht mehr Cloud-Anbietern ihre Daten anvertrauen.

Wie realistisch ist das Szenario?

Ein Schritt zu mehr Unabhängigkeit – der aber erst einmal getan werden muss. Laut Eurostat nutzen selbst im technikfeindlichen Deutschland 56 Prozent aller Unternehmen Cloud-Angebote, um ihre Daten zu speichern. In Dänemark sind es sogar 70 Prozent.

Ob die bisherigen Strukturen wirklich so radikal aufgebrochen werden können, ist fraglich. „Das Konzept der Sharing-Economy hängt davon ab, dass niemand supermächtig ist und dass jeder sich vertraut“, sagt Frick. Sollte das nicht geschehen, könnte das laut der Studie schlechteste Szenario für die Gesellschaft eintreten.

Szenario 4: Das Internet teilt die Welt in viele Arme und wenige Reiche

Szenario 4: Digital 99 Percent

2030 ist eingetreten, wovor Globalisierungs- und Technisierungskritiker seit Jahrzehnten gewarnt hatten: Die totale Überwachung und Wachstum ohne Jobs sind Realität geworden.

Die Gesellschaft ist unterteilt in Arm und Reich – wobei 99 Prozent arm sind. Einige wenige hatten in den gigantischen Ausbau des digitalen Netzes investiert und können heute bestimmen, was damit gemacht wird.

Wie Roboter den Alltag erleichtern
Krankenpfleger Ein Roboter CARE-O-bot, der vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung entwickelt wurde, versorgt eine Bewohnerin eines Pflegeheims mit einem Getränk (undatiert). Auch dieser Roboter unterstützt ältere Menschen im häuslichen Umfeld und das Pflegepersonal in Pflegeeinrichtungen. Quelle: dpa
Der KochBremer Forscher präsentierten 2013 den Roboter „PR2“, der Popcorn machen und Pfannkuchen wenden kann. Das nötige Vorwissen habe sich dieser unter anderem aus dem Internet geholt, sagte Professor Michael Beetz von der Universität Bremen. Sein Team arbeitet zusammen mit sieben europäischen Partnern in einem auf vier Jahre angelegten Projekt an lernfähigen Robotern. Ziel sei es, diese neue Form der Programmierung zunächst bei Robotern anzuwenden, die alte und pflegebedürftige Menschen bei einfachen Aufgaben unterstützen. Diese könnten in den nächsten zehn Jahren einsatzbereit sein. Quelle: dpa
Der BarkeeperDer Roboter "James" des Münchener Fortiss-Institutes für Hightech-Forschung in München (Bayern) ist als Barkeeper programmiert und soll bei einer Interaktion mit Menschen seine Aufgaben nicht nur richtig erledigen, sondern dabei auch auf die sozialen Bedürfnisse seines Gegenübers eingehen. Wer sich bei James bedankt bekommt die Antwort: "Always a pleasure". Quelle: dpa
KuschelrobbeDer weiße Sozialroboter namens Paro soll Demenzkranken Zuwendung schenken. Das mit Sensoren vollgestopfte Kuscheltier reagiert auf Berührung, Licht und Bewegung. Es soll für Demenzkranke Zuwendung simulieren - und ist deswegen vor allem nach einer Messepräsentation 2011 heftig umstritten gewesen. Tritt an die Stelle des Zivildienstleistenden oder der Pflegekraft nun der Sozialroboter? 5000 Euro kostet die schnurrende Pelzattrappe. Quelle: dpa
Putzhilfe mit gutem OrientierungssinnInzwischen schon fast ein Klassiker unter den Haushaltsrobotern ist der autonome Staubsauger. Dieses Modell, ein Samsung Navibot SR 8855, sticht vor allem durch seine Navigationsfähigkeiten heraus. Aus Aufnahmen von einer eingebauten Kamera setzt er ein digitales Abbild des Raums zusammen, den er reinigen soll. Das verhindert laut Hersteller sinnloses Kreuz- und Querfahren wie bei anderen Saugrobotern. Hindernissen weicht der Navibot aus, die eingebauten Sensoren erkennen auch Treppenabsätze. Im Handel gibt es den Navibot ab etwa 320 Euro. Quelle: Presse
Freundlicher KrankenpflegerDieses freundlich dreinschauende Gesicht gehört einem Roboter aus dem Hause Panasonic. Das Modell Hospi-Rimo soll als Kommunikationsplattform für bettlägerige Patienten dienen, die mit dem Roboter von zu Hause aus mit Arzt, Freunden oder Verwandten per Videokonferenz kommunizieren wollen. Der Roboter kann dabei laut Hersteller mit fragilen Ampullen und Medikamenten so vorsichtig umgehen wie eine Krankenschwester. Quelle: Presse
HaarpflegerDieser von Panasonic hergestellte Haarwaschroboter widmet sich der Pflege des Haupthaars von bettlägerigen Patienten. Vollautomatisch kann das Gerät eine komplette Haarwäsche durchführen und dabei eine Spülung einmassieren sowie die Haare nach dem Waschen wieder trocknen. Dabei kommen insgesamt 24 robotische Finger zum Einsatz. Quelle: Presse

Als die Terrorgefahr zu groß wurde, hatten sich die Nationalstaaten auf die Netzbetreiber eingelassen, um die Gefahr mittels der Daten, die sie gesammelt hatten, einzudämmen. Der Preis war hoch. Die Politik ist schwach und richtet sich nach den Wünschen der Elite. Eine Änderung der Verhältnisse ist nicht mehr in Sicht.

Die Oberschicht lässt Maschinen und Roboter für sich arbeiten. Die menschliche Arbeitskraft ist nahezu nutzlos geworden. Die Daten der 99 Prozent werden zentral erfasst – alle privaten und beruflichen Geheimnisse. Wer nicht zur Elite gehört, ist total transparent.

Die Armen halten sich mit Drecksjobs über Wasser; in der Freizeit erfreuen sie sich an einer virtuellen Realität – ein Mittel der Elite, um die 99 Prozent am Aufbegehren zu hindern. Soziale Mobilität gehört der Vergangenheit an.

Aktuelle Entwicklungen

Google, Facebook, Amazon und co. haben gigantische Datensätze über jeden einzelnen Bürger – wenn totalitäre Staaten sich dieser Vorräte bedienen könnten, wäre die totale Überwachung ein Leichtes. „Das Netz würde dann hauptsächlich zu Kontrollzwecken genutzt werden“, sagt Frick. „So wie wir das heute schon aus China kennen.“

Auch die Entwertung der menschlichen Arbeitskraft ist nicht aus der Luft gegriffen. Die Oxforder Professoren Carl Benedikt Frey und Michael Osborne kamen zu dem Ergebnis, dass die digitale Revolution bis 2025 47 Prozent der heutigen US-Arbeitsplätze verdrängt.

Das würde nicht nur niedrige Tätigkeiten betreffen. Auch Akademiker müssten um ihre Jobs fürchten. Schon heute ist der extrem lernfähige IBM-Roboter Watsen in der Lage, Ärzte zu unterstützen. In einigen Jahren könnte er in der Lage sein, sie zu ersetzen.

Wie realistisch ist das Szenario?

Wo Maschinen menschliche Arbeitskraft ersetzen
1. BankkassiererWann haben Sie eigentlich das letzte Mal Geld am Schalter bei einem Bankkassierer abgehoben? Richtig, das ist lange her. Mittlerweile können Überweisungen, Auszahlungen und die Abfrage des Kontostands bequem am Automaten erledigt werden. Lediglich bei komplizierten Überweisungen oder spezielle Fragen zieht es die Kunden noch zu den Bankkassierern an den Schalter. Laut Mark Gilder von der Citibank können „mindestens  85 Prozent der Transaktionen, die am Schalter gemacht werden können, auch durch den Automaten übernommen werden.“ Und das ist noch nicht das Ende: Citibank experimentiert derzeit mit videobasierten Schaltern in Asien. Quelle: AP
2. KassiererWer in einem großen Supermarkt einkaufen geht, kann sie kaum übersehen: Die Selbstzahl-Schalter. Anstatt sich an der Kasse anzustellen, greifen viele Kunden schon jetzt auf die Möglichkeit der Zahlung am Automaten zurück. Selbst die Produkte aus dem Einkaufswagen einscannen und am Automaten bar oder mit der EC-Karte bezahlen. Rund 430.000 solcher Automaten sind weltweit bereits in Betrieb – mehr als das Vierfache als noch im Jahr 2008. Auch wenn Supermärkte wie Big Y und Albertson’s (USA) und auch Ikea nach Kundenbeschwerden ihre Selbstzahl-Automaten wieder zurückzogen geht der Trend doch eindeutig in Richtung elektronischer Bezahlung. Quelle: dpa
3. RezeptionistLange waren Rezeptionisten das "Gesicht" der Hotels und erste Anlaufstelle für die Gäste. Bald könnten auch sie durch virtuelle Arbeitskräfte ersetzt werden. In Japan wurde sogar schon mit Robotern experimentiert. Ob das den Kunden gefällt, ist jedoch eine andere Frage. Mit einem Automaten zu telefonieren, geht den meisten auf die Nerven, bei einem Roboter einzuchecken, macht ihnen Angst. Viele bevorzugen nach wie vor das persönliche Gespräch. Deswegen gute Nachricht für Rezeptionisten: Die Anzahl an Arbeitsplätzen in der Branche steigt derzeit um etwa 14 Prozent. Quelle: AP
4. TelefonistMenschen, die in einer lange Reihe vor Telefonen sitzen und Kundenanfragen bearbeiten, dieses Bild könnte bald schon der Vergangenheit angehören. Anrufbeantworter und computergenerierte Antwortprogramme ersetzen in diesem Bereich zunehmend die menschliche Arbeitskraft. Insbesondere Telefonumfragen, Tickethotlines und Informationsdienste von Firmen greifen bereits auf computergesteuerte Telefonannahmen zurück. Per Tastenkombination kann der Anrufer sich dann durch ein Menü klicken und auswählen, welche Informationen er abrufen möchte. Quelle: AP
5. PostboteDie E-Mail-Branche stellt Postunternehmen zunehmend vor finanzielle Probleme. Handgeschriebene Briefe werden immer seltener, wer sich etwas zu sagen hat, sei es privat oder im Job, der tut das meist per E-Mail. Immer weniger Briefe werden daher ausgetragen. Das Bureau of Labor Statistics sagt Postboten bis 2022 einen Arbeitsplatzrückgang von 28 Prozent voraus. Quelle: dpa
6. Reisebürokaufmann/-frauEs gab Zeiten, da existierte weder Expedia noch Orbitz. Um einen Flug zu buchen, musste man ins Reisebüro und sich von Reisekaufleuten beraten lassen. Heutzutage wird das für viele überflüssig. Anstelle von Katalogen und persönlicher Beratung vergleich sie im Internet die Preise und buchen ihren Urlaub direkt online. Das spart den Gang zum Reisebüro und kann bequem von zu Hause erledigt werden. Das  Bureau of Labor Statistics sagt der Branche daher einen Rückgang von gut zwölf Prozent bis 2022 voraus. Quelle: AP
8. MaschinenschreiberKönnen Sie sich vorstellen, wie der Geschäftsführer seine Sekretärin bittet auf der Schreibmaschine „einen Brief auf zusetzen?“ Das ist heute längst aus der Mode geraten. In Zeiten bloggender, twitternder Chefs und stimmenaufzeichnender Software, sind Maschinenschreiber längst überflüssig. In den nächsten acht Jahren wird die Anzahl der Arbeitskräfte in diesem Bereich laut Bureau of Labor Statistics noch um weitere sechs Prozent zurückgehen.   Quelle: dpa

„Wir glauben nicht, dass dieses Szenario in einer so extremen Form auftritt“, sagt Frick. „Aber es gibt durchaus Tendenzen für eine abgeschwächte Form.“ Edward Snowdens Enthüllungen haben gezeigt, wie sehr sich das zentralisierte Netz für die Ausspähung der Bürger eignet.
Sollte dieser Fall eintreten und die Politik sich nicht für eine gerechtere Verteilung einsetzen, werden einige wenige gigantische Gewinne machen – während der breite Rest ohne Arbeit ist und sich billiger Unterhaltung hingibt. Ein digitales Proletariat.

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