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Studie des Gottlieb Duttweiler Instituts So könnte unsere Gesellschaft im Jahr 2030 aussehen

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Szenario 3: Ein dezentrales Internet macht die Welt besser

2030 lebt die Menschheit im digitalen Paradies. Sie verfügt über freien Zugang zu Wissen, digitaler Bildung und – dank günstiger 3D-Drucker – über dezentrale Produktionsmöglichkeiten. Das führt dazu, dass die Gesellschaft offen, tolerant, transparent und kreativ ist.

Denn die Macht über das Internet liegt nicht mehr bei einzelnen Unternehmen oder Staaten. Die Netzarchitektur basiert auf der Autonomie des Individuums. Es entscheidet frei darüber, wer seine Daten einsehen und verwenden kann.

Deswegen können die Menschen auch ohne die Eigenständigkeit zu verlieren, die Vorzüge des Internets der Dinge genießen. Als eine Art allgegenwärtiger Butler erleichtert es dem Einzelnen den Alltag.

In dieser Gesellschaft ist jeder in der Lage, seine Ideen unternehmerisch umzusetzen, da Informationen global ausgetauscht werden. Die Wirtschaft wird prosperieren, denn: „Freie Kunden sind wertvoller als gebundene und freie Menschen sind wertvoller als gebundene“, sagt Frick. Sie schüfen Neues, seien kreativ und sorgten für eine wirtschaftliche Dynamik.

„Große Systeme haben die Tendenz zu erstarren. Sie sind einzig darauf bedacht, ihre Macht zu erhalten“, so Frick. „Innovationen gehen von kleinen Systemen aus.“ Produziert wird deshalb lokal mit 3D-Druckern, die sich selbst reproduzieren können und deswegen nahezu umsonst sind.

Der US-Ökonom Jeremy Rifkin glaubt daran, dass durch den 3D-Druck die unsichtbare Hand des Marktes ihren größten Triumph überhaupt erreiche, „sie schafft nämlich die effizientesten Märkte überhaupt, mit Grenzkosten nahe null“. In einer solchen Welt sind alle Waren im Überfluss vorhanden und deswegen beinahe kostenlos.

Share Economy im Selbstversuch
Matthias Streit und Lisa Quelle: Robert Poorten für WirtschaftsWoche
Matthias Streit Quelle: Robert Poorten für WirtschaftsWoche
Lisa Quelle: Robert Poorten für WirtschaftsWoche
Vegane Roulade mit Rotkraut und Klößen Quelle: Robert Poorten für WirtschaftsWoche
Lisa und Matthias Streit Quelle: Robert Poorten für WirtschaftsWoche
Matthias Streit Quelle: Robert Poorten für WirtschaftsWoche
Wörterbuch Quelle: Robert Poorten für WirtschaftsWoche

Deswegen erziele niemand mehr Gewinne. „Der Vorteil der Größe geht verloren, wenn man dank 3D-Druckern alles gleich günstig und lokal herstellen kann“, sagt Frick. „Die Funktion der Großunternehmen verschwindet und damit ihre Macht.“
Die Folge: Der Kapitalismus dankt ab – stattdessen entsteht eine Share-Economy, eine Wirtschaft des Teilens, basierend auf Tausch und Selbstverwaltung.

Auch das staatliche Gefüge wird dadurch umgekrempelt. Es bedarf keiner Zentralgewalt mehr und keiner gewählten Vertreter. Über das Netz vertritt jeder Bürger sich selbst.

Aktuelle Entwicklungen

Beispiele dafür, wie die Sharing-Economy funktionieren kann, finden wir schon heute. Eines ist die Betten-Börse Airbnb. Der Statuswert des reinen Besitzens wird durch das Teilen-Konzept verringert. Zudem wird neuer Wohnraum geschaffen, indem bis dato nicht genutzte Ressourcen genutzt werden – ein leeres Gästezimmer beispielsweise.

Hier schläft Deutschland am besten
Im weltweiten Vergleich schnitt das Four Seasons Resort Hualalai at Historic Ka'upulehu auf Hawaii gleich zweimal hervorragend ab: Sowohl in der Kategorie „Top-Hotels“ als auch „Luxus“ bekam das Hotel einen Award. Für einen stolzen Preis von circa 675 Euro pro Nacht lässt sich hier das Naturparadies genießen. Quelle: Tripadvisor
In der TripAdvisor-Kategorie „Schnäppchen“ sahnte das Hotel SeaCoast Inn in Cape Cod (USA) den Preis ab. Die Fischerei ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor auf der Halbinsel, die zu deutsch „Kap Kabeljau“ heißt. Quelle: Tripadvisor
Das Lauriston Court Hotel in Wales ist das erstplatzierte Hotel in der Kategorie „Service“. Auch im Europavergleich ist das Hotel im „Service“ der Rangführer.                                         Quelle: Tripadvisor
In der Kategorie „kleine Hotels“ räumte das Anastasis Apartments in Griechenland den TripAdvisor-Award ab. Die nahe Lage an felsiger Mittelmeerküste zieht viele Touristen an. Quelle: Tripadvisor
Auch im europäischen Vergleich liegt das griechische Hotel Anastasis auf dem ersten Platz der „kleinen Hotels“. Quelle: Tripadvisor
Das Casa Portagioia in Italien gewann den Award in der Kategorie „Hostels und Pensionen“ im weltweiten Vergleich. Die Unterkunft liegt inmitten der Urlaubsregion Toskana umgeben von Zypressen. Das Hotel überzeugte auch... Quelle: Tripadvisor
... im europäischen Vergleich in der Kategorie „Hostels und Pensionen“. Quelle: Tripadvisor

Auch der 3D-Druck entwickelt sich rasant. Die Geräte arbeiten immer schneller und effizienter. Schon bald könnten sie für die private Produktion geeignet sein.

Einen Beitrag zur Dezentralisierung des Netzes könnten Anbieter wie das Hamburger Start-Up Protonet leisten. Das Unternehmen produziert leistungsfähige Server – nicht größer als eine Autobatterie. Sie können zwischen einem und zwölf Terabyte speichern. So können Nutzer ihre Daten auf eigenen Geräten speichern und müssen nicht mehr Cloud-Anbietern ihre Daten anvertrauen.

Wie realistisch ist das Szenario?

Ein Schritt zu mehr Unabhängigkeit – der aber erst einmal getan werden muss. Laut Eurostat nutzen selbst im technikfeindlichen Deutschland 56 Prozent aller Unternehmen Cloud-Angebote, um ihre Daten zu speichern. In Dänemark sind es sogar 70 Prozent.

Ob die bisherigen Strukturen wirklich so radikal aufgebrochen werden können, ist fraglich. „Das Konzept der Sharing-Economy hängt davon ab, dass niemand supermächtig ist und dass jeder sich vertraut“, sagt Frick. Sollte das nicht geschehen, könnte das laut der Studie schlechteste Szenario für die Gesellschaft eintreten.

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