Studie Partybilder auf Facebook sagen nichts über Gewissenhaftigkeit aus

Bietrinkend, tanzend, schwitzend, johlend – manche Facebook-Bilder zeigen Bewerber nicht gerade von ihrer seriösen Seite. Doch das sollte Unternehmen nicht davon abhalten, sich die Kandidaten genauer anzuschauen.

Mit diesen zehn Sätzen punkten Sie beim Arbeitgeber
Persönliche Motivation"Ich suche nach einer Herausforderung, bei der ich mich in ähnlicher Weise engagieren kann wie bei dem Unternehmen xyz. Außerdem wünsche ich mir ein Umfeld, in dem ich mich selbst weiterentwickeln kann." Quelle: Fotolia
Qualifikation"Ich bin mir sicher, dass ich auf einer Position mit einer solchen Entwicklungsperspektive langfristig sehr viel positiv bewegen und somit zum Unternehmenserfolg beitragen kann." Quelle: Fotolia
Beispiele für Fähigkeiten geben"Bei der Firma xyz konnte ich beweisen, dass ich Mitarbeiter gut motivieren kann. Der Krankenstand in meinem Team ist gesunken und die Fluktuation hat sich bei x Prozent eingependelt." Quelle: Fotolia
Was die Stärken dem Unternehmen bringen"Ich begegne Kunden fachlich auf Augenhöhe und erziele überdurchschnittliche Geschäftsabschlüsse, was sich für meinen Arbeitgeber in barer Münze bemerkbar macht." Quelle: Fotolia
Einzel- oder Teamplayer"Es ist wie im Sport: Manches geht nur mit einem guten Team, während es auch Disziplinen gibt, in denen nur der Einzelne gewinnen kann. Es kommt auf die gesteckten Ziele an, welcher Weg der bessere ist." Quelle: dapd
Neue Projekte umsetzen"Ich spiele mit Kollegen und Vorgesetzten gemeinsam einige Ansätze durch, dadurch lassen sich Ideen oft in eine praxisnähere Form bringen." Quelle: Fotolia
Schwächen zugeben und daran arbeiten"Ich kann sehr direkt sein und bringe die Dinge gern auf den Punkt. Ich habe mir aber angewöhnt, mehr zu hinterfragen und anderen mehr Zeit zu geben." Quelle: Fotolia

„Veröffentliche nichts auf Facebook, was deine Mutter oder dein Arbeitgeber nicht wissen dürfen“, heißt eine landläufige Regel über das richtige Verhalten im Sozialen Netzwerk. Denn eines ist inzwischen bekannt: Wühlt sich eine Personalabteilung auf der Suche nach einem neuen Mitarbeiter durch Bewerbungen, wirft sie bei geeigneten Kandidaten auch immer einen Blick auf deren Aktivitäten im Netz.

Was dort gefunden wird, kann über die berufliche Zukunft des Kandidaten entscheiden. Gerade wilde Partyfotos schrecken Unternehmen in der Regel eher ab, zum Kennenlern-Gespräch einzuladen. Doch das vorschnelle Urteil ist unbegründet, wie nun eine nicht repräsentative Studie zeigt.

Die State University of North Carolina hatte eine Stelle für eine wissenschaftliche Assistentin am Institut für Psychologie zu vergeben. 976 Bewerbungen gingen auf die Ausschreibung ein. Auf Nachfrage waren 175 Personen davon bereit, neben dem gängigen Gespräch auch einige Fragen zu ihren Aktivitäten auf Facebook zu beantworten. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer lag bei 19 Jahren über die Hälfte (63 Prozent) waren weiblich.

So muss ein Anschreiben aussehen

Mit ihren Fragen wollten die Wissenschaftler überprüfen, welche Charakterzüge der Bewerber sich in ihren Aktivitäten im Netz wiederspiegeln – und ob diese Spuren im Internet wiederum Rückschlüsse auf Durchsetzungsfähigkeit, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, Zurückhaltung und Offenheit der Kandidaten erlauben. So zeigte sich zum Beispiel, dass Personen, die auf Facebook schon über Chef und Job gelästert haben, in weniger umgänglich und weniger gewissenhaft waren als die Konkurrenten.

Besonders spannend waren dabei die Ergebnisse in Hinblick auf das Veröffentlichen von Partyfotos. Die Probanden, die ihre Feiern vom Wochenende mit Bildern auf Facebook dokumentierten waren einerseits besonders durchsetzungsstark – andererseits aber auch überdurchschnittlich gewissenhaft. Fazit: Wer viel feiert und dazu steht, muss noch lange kein schlechter Mitarbeiter sein.

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