Studie Smartphones verdrängen Handys in Deutschland

Smartphones haben jetzt auch in Deutschland die Zahl der genutzten einfachen Handys deutlich überholt. Dabei spielt der zum Teil deutlich höhere Preis der Geräte für die meisten Nutzer kaum eine Rolle.

Smartphones für den schmalen Geldbeutel
ZTE OpenWährend sich Apple, Samsung, Nokia und Co. im hochpreisigen Segment tummeln, greift ZTE mit einem Billig-Smartphone an. Das Einsteigergerät wird in Deutschland für 85 Euro über die Ladentheke gehen. Installiert ist die aktualisierte Version 1.3 des Betriebssystems Firefox OS. Die technische Ausstattung ist dafür aber auch relativ schlicht. Der 4-Zoll-Bildschirm löst Bilder gerade einmal mit 800x480 Bildpunkten auf. Die Kamera auf der Rückseite fotografiert mit lediglich drei Megapixeln, eine Frontkamera für Selfies fehlt ganz. Die Apps auf dem Startbildschirm werden von dem System automatisch in Kategorien wie zum Beispiel "Nachrichten" oder "Sport" sortiert. Quelle: dpa
Huawei Ascend Y330 Gerade einmal 99 Euro soll dass bunte Smartphone der Chinesen kosten. Dafür bekommt der Kunde einen 1,3-GHz-Prozessor und 512 MB Arbeitsspeicher. Darüber hinaus sind vier GB Speicher und ein 1500-mAh-Akku eingebaut. Das 4-Zoll-Display löst gerade einmal mit 480x800 Bildpunkten auf. Das Smartphone läuft mit Googles Betriebssystem Android 4.2. Quelle: Presse
LG Optimus L4 IIEin echtes Schnäppchen ist auch das Smartphone der Koreaner. Ausgestattet ist es mit einem 1-GHz-Prozessor, 512 MB Arbeitsspeicher und vier GB Flash-Speicher. Über 1700 mAh verfügt der Akku. Der Bildschirm ist mit 3,8 Zoll relativ klein. Auch die Auflösung ist mit 480x320 Pixel relativ schwach. Das Betriebssystem Abdroid 4.1 ist installiert. Preis: 99 Euro. Quelle: Presse
Samsung Galaxy Pocket PlusDer Name ist hier wörtlich zu nehmen. Samsung hat ein kompaktes Handy auf den Markt gebracht. 2,8 Zoll groß ist der Display und damit nichts für Grobmotoriker. Eine gerademal zwei Megapixel starke Kamera ist eingebaut. Auch ein interner Speicher von 4 GB ist vorhanden, der sich auf 32 GB erweitern lässt. Als Betriebssystem wurde Android 4.0 aufgespielt. Das Gerät ist mittlerweile für etwa 60 Euro erhältlich. Quelle: PR
LG Optimus L3 Es gibt einige Handys von LG, wie auch im Bild zu sehen, die für unter 100 Euro zu bekommen sind. Das Optimus L3 kostet mittlerweile etwa 65 Euro (je nach Anbieter). Es zeichnet sich vor allem durch eine lange Akku-Laufzeit und eine gute Rechenleistung aus. Negativ ist hingegen zu werten, dass die Schrift durch die geringe Auflösung teilweise unscharf ist. Die Kamera löst mit drei Megapixeln auf, und der Bildschirm hat eine Größe von 3,2 Zoll. Als Betriebssystem ist Googles Android 2.3 Gingerbread vorinstalliert. Quelle: dapd
Wiko OzzyDas Ozzy ist ein schönes, kompaktes Smartphone für Einsteiger. Eingebaut ist ein 3,5-Zoll großer Bildschirm, ein 1-GHz-Prozessor, 512 MB RAM und vier GB Speicher. Der Speicherplatz ist mit Hilfe einer Micro-SD-Karte auf 32 GB erweiterbar. Für etwa 80 Euro ist das Gerät auch gut verarbeitet - mit Gorilla-Glas-Abdeckung und Aluminiumrand. Das Android-Smartphone ist in fünf Farben erhältlich. Quelle: Presse
Sony Ericsson Xperia ZipoDer 3,2-Zoll-Display ist auch etwas für Freunde der kleinen Bildschirme. Der eingebaute Einkernprozessor ist beim Surfen im Internet manchmal etwas langsam. Insgesamt ist das Smartphone aber solide verbaut und für etwa 80 Euro zu empfehlen. Quelle: Presse

Der Siegeszug der Smartphones ist auch in Deutschland unaufhaltsam. Im ersten Quartal des laufenden Jahres waren 62 Prozent aller Handys hierzulande Smartphones, ergab eine repräsentative Studie der Marktforscher von Nielsen. Ein halbes Jahr zuvor waren es noch 54 Prozent, wie die Analysten ermittelten. Ein Mobiltelefon haben insgesamt 94 Prozent der Nutzergruppe der 16- bis 64-Jährigen.

Für die Wahl eines Smartphones ist bei den potenziellen Kunden überwiegend die Funktionalität der Geräte ausschlaggebend (70 Prozent). Der Preis spielt mit acht Prozent eine vergleichsweise geringe Rolle. Die Marke sowie die einfache Bedienung des Geräts geben lediglich jeweils sieben Prozent der Nutzer als wichtigstes Kriterium für eine Entscheidung an. Nur bei iPhone-Nutzern liegt die Verteilung etwas anders: Mit 77 Prozent ist den Nutzern die Funktionalität überproportional wichtig, auch der Marke wird mit zwölf Prozent mehr Gewicht beigemessen.

Das können die aktuellen Smartphones
LG G4LG Electronics hat am 28. April sein neues Flaggschiff G4 vorgestellt. Punkten wollen die Koreaner etwa mit einer innovativen Kamera, die 80 Prozent mehr Licht auf den Bildsensor leitet als beim Vorgänger-Modell. 16 Megapixel Auflösung und ein weiterentwickelter Bildstabilisator sollen für hochwertige Fotos sorgen. Für gute Selfies ist eine acht MP Frontkamera verbaut. Damit dafür auch genügend Speicherplatz zur Verfügung steht, kommt das LG 4 mit 32 GB internem Speicher daher, der durch eine MicroSD-Karte auf bis zu zwei Terabyte erweitert werden kann. Der Bildschirm ist 5,5 Zoll groß und soll deutlich heller und kontraststärker sein, als das Vorgängermodell, zudem bietet er laut LG eine bessere Farbtreue und Berührungsempfindlichkeit. Pluspunkt: Der Akku ist austauschbar, er bringt 3000 mAh Leistung. Als Prozessor ist ein 808 Snapdragon an Bord. Das Gerät wird in verschiedenen Materialien erhältlich sein: Es gibt eine Leder-Variante und eine Ceramic-Version (hier im Bild) jeweils in mehreren Farben. Ein Preis wurde noch nicht bekannt gegeben. Quelle: Presse
Sony Xperia Z4 Quelle: REUTERS
Huawei P8Ein neues Design und eine leistungsstarke Kamera - mit diesen Features kann das neue P8 von Huawei die Kritiker überzeigen. Es ist billiger als die Konkurrenz von Apple und verspricht in etwa die gleiche Leistung. Das Smartphone gibt es in Grau, Champagner, Weiß und Gold. Jedes zweite Smartphone in Deutschland ist aktuell ein Samsung-Gerät. Nur jedes vierte Smartphone in Deutschland ist derzeit ein iPhone. Geräte der Hersteller Sony, Nokia, HTC, LG und Huawei hingegen spielen unter deutschen Smartphone-Nutzern kaum eine Rolle. Quelle: Presse
Xiaomi Mi Notes Der chinesische Smartphonehersteller Xiaomi hat am 15. Januar die Oberklasse-Smartphones Mi Note und Mi Note Pro vorgestellt, die dem iPhone 6 in den USA Konkurrenz machen sollen. Das Display des Mi Note schlägt das iPhone 6 mit 5,7 Zoll zu 5,5 Zoll, der Bildschirm hat eine Pixeldichte von 386 ppi und ein LCD-Panel für einen höheren Kontrast. Die Kamera an der Rückseite verfügt über 13 Megapixel, die an der Vorderseite über vier Megapixel. Der interne Speicher fasst 16 GByte und lässt sich nicht per microSD-Karte erweitern. Der Preis liegt bei umgerechnet rund 319 Euro. o Das Mi Note Pro kostet 458 Euro, ist aber auch noch etwas besser ausgestattet: Die Pixeldichte beträgt 515 ppi, das Speichervolumen 64-GByte. Quelle: REUTERS
Samsung Galaxy A7Samsung hat mit dem A7 ein superflaches und nur 141 Gramm schweres Smartphone in Alu-Gehäuse vorgestellt. Mit 6,3 Millimetern ist es noch dünner als das aktuelle iPhone 6 mit 6,9 Millimetern. Es sei eines der flachsten Samsung-Smartphones aller Zeiten, teilte der Hersteller in seinem Blog mit. Das Handy hat ein 5,5 Zoll großes Super Amoled Display. Als Betriebssystem ist Android KitKat (4.4) an Bord. Samsung verspricht mit acht leistungsstarken Prozessoren flüssiges Surfen und Nutzen von Apps, vor allem für den Austausch in den Sozialen Medien. Eine 5-Megapixel-Frontkamera sorgt für Selfies in ordentlicher Qualität, deutlich stärker ist die Kamera an der Rückseite mit 13 Megapixeln. Für bessere Selfies ist der "Auto Selfie"-Modus da, mit dem per Sprachbefehl oder einem Wink mit der Hand die Kamera ausgelöst werden kann. Ein 2600 mAh starker Akku soll für Ausdauer sorgen. Wie bei Samsung üblich, wurde sich über Preis und Marktstart noch ausgeschwiegen. Händler und IT-Portale vermuten, dass das Smartphone gegen Ende des ersten Quartals für um die 500 Euro in die Läden kommen wird. Quelle: Samsung
Samsung Galaxy Note 4 LTE-A Quelle: AP
Samsung Galaxy A5 und A3Samsung hat die neue A-Serie vorgestellt. Die Smartphones haben ein Metallgehäuse; beide sind mit einer 5-Megapixel-Frontkamera ausgerüstet, um gute Selfies machen zu können. Passend dazu ist die neueste Kamera-Software an Bord, die mit dem Galaxy Note 4 eingeführt wurde und verschiedene spezielle Selfie-Einstellungen ermöglicht. Das A5 (im Bild) ist das größere, es kommt einem 5-Zoll-Display, 2 GB Arbeitsspeicher, einer 13-Megapixel-Kamera an der Rückseite und einem 2300 mAh starken Akku in den Handel. Der kleine Bruder A3 ist die abgespeckte Version mit einem 4,5-Zoll-Display, 1 GB Arbeitsspeicher, 6-Megapixel-Rückkamera und einem nur 1900 mAh starken Akku. Beide Smartphones laufen auf Android KitKat (4.4) und bringen NFC und LTE mit. Preis: noch unbekannt. Ab November sollen die Smartphones in Weiß, Schwarz, Silber, Pink und Blau verfügbar sein. Quelle: Samsung
Huawei Ascend Mate 7Huawei hat auf der Internationalen Funkausstellung Berlin das Ascend Mate7 präsentiert. Das Smartphone hat einen 6-Zoll-Bildschirm mit Full-HD-Display, einen leistungsstärkeren Octa-Core-Chipsatz und einen langlebigeren Akku mit 4100 mAh. Das Ascend Mate7 hat einen Huawei Kirin 925-Prozessor, der sich aus vier großen A15 1,8 GHz- und vier kleineren A7 1,3 GHz-Chipsätzen zusammensetzt. Diese werden in verschiedenen Konfigurationen aktiviert, abhängig vom Energiebedarf einer bestimmten App oder Funktion, damit das Smartphone sein eigenes Energiemanagement intelligenter meistern kann. Das spart bis zu 50 Prozent der Akku-Energie. Entsperrt wird das Smartphone per Fingerabdruck über einen Leser auf der Rückseite des Geräts. Preis: 499 Euro Quelle: REUTERS
Lumia 830 Quelle: PR
Lumia 730 Dual SIM und Lumia 735 Quelle: PR
Sony Xperia E3Zusätzlich zu seinen Hochleistungshandys liefert Sony in Kürze das Xperia E3, ein LTE-fähiges Smartphone mit kleinem Funktionsumfang. Das Gerät mit 4,5-Zoll-Display wurde mit einem 1,2-Gigahertz-Prozessor, einem Gigabyte Arbeitsspeicher, Fünf-Megapixel-Kamera sowie gerade einmal zwei Gigabyte internem Speicher ergänzt. Dieser lässt sich bei Bedarf allerdings mit Hilfe von Speicherkarten erweitern. Zudem sind NFC, LTE, Bluetooth und Wlan mit an Bord. Ein deutlicher Pluspunkt des E3 ist der geringe Preis. Preis: 179 Euro Quelle: PR
Sony Xperia Z3 Quelle: PR
Galaxy Note Edge Quelle: PR
Samsung Galaxy Note 4 Quelle: PR


Samsung hat demnach in Deutschland die Nase vorn. Den Ergebnissen zufolge entscheiden sich die meisten Nutzer (41 Prozent) für ein Gerät des südkoreanischen Herstellers. Apples iPhones hielten sich mit einem Anteil von 21 Prozent nahezu konstant auf dem zweiten Platz. Zu den Schlusslichtern gehören Nokia (9 Prozent), Sony Mobile (8 Prozent) und LG (3 Prozent). Unter den Betriebssystemen führt Googles Android mit 61 Prozent den Markt deutlich an, gefolgt von Apple mit einem Marktanteil von 21 Prozent. Microsofts Windows Phone ist mit vier Prozent vertreten.

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Mit 39 Prozent vertreibt die Telekom die meisten iPhones, gefolgt von Vodafone und O2 (jeweils 20 Prozent). Der Provider E-Plus verkauft mit 10 Prozent am wenigsten iPhones, ist aber mit 47 Prozent größter Anbieter von Samsung-Smartphones. Die iPhone-Nutzer sind ihrer Marke am treusten. 93 Prozent wollen sich wieder ein iPhone zulegen. Demgegenüber wollen sich 73 Prozent der Samsung-Nutzer auch beim nächsten Smartphone für ein Gerät des koreanischen Herstellers entscheiden.

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