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Suchmaschinenkünstlerin Bei welchen Suchbegriffen Andrew Google überlistet

Quelle: PR/Courtesy of Nick Berardi

Gretchen Andrew ist selbsternannte Suchmaschinenkünstlerin. Sie trickst Google so aus, dass ihre Träume in den Trefferlisten zu bestimmten Suchbegriffen auftauchen - und zumindest im Netz wahr werden. Ein paar Beispiele.

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Gretchen Andrew hat es sich zu Aufgabe gemacht, den wohl ausgeklügeltsten Algorithmus vorzuführen: Googles Suchmaschine. Denn manches, was für den Menschen spielend leicht ist, ist für die Maschine sehr kompliziert. Sie erkennt nicht, dass beispielsweise Collagen von Andrew, die bei den ersten Suchergebnissen zu „The next American President“ auftauchen, nicht einen der beiden Kandidaten Donald Trump und Joe Biden zeigen. Sondern: Collagen in blau-weiß und schwarz-weiß, mit aufgeklebten Blumen, Muscheln und Schmetterlingen. So lässt die amerikanische Künstlerin durch die Fehler der Technik quasi ihre Wünsche, wie die an den nächsten amerikanischen Präsidenten, bei Google bereits Realität werden, bevor sie sich tatsächlich verwirklichen.

Bei diesen Suchbegriffen überlistete die 32-Jährige bereits Googles Suchmaschine.

„Turner Prize Winners“

Eines ihrer ersten Projekte widmete Gretchen Andrew dem britischen Kunstpreis Turner Prize. Dazu fertigte sie vier Ölportraits von ihren Kunstmentoren an, die allesamt einen Pfannenwender – im Englischen auch „turner“ genannt – in der Hand halten. Indem sie ihren Namen und ihre Gemälde auf zahlreichen Internetseiten wie etwa beim sozialen Netzwerk Pinterest oder dem Empfehlungsportal Yelp verlinkte, landeten diese irgendwann unter den besten Suchergebnissen bei Google.

„Art Basel Miami Beach“

Für das Projekt Art Basel Miami Beach visualisierte die Suchmaschinenkünstlerin ihren Traum, an dieser Kunstmesse teilzunehmen. Dazu fertigte sie verschiedene Ölportraits eines Männerkopfes an und klebte in die Ecken Bilder von Prominenten, die die Messe bereits einmal besucht hatten. Anders als bei „Turner Prize Winners“ produzierte Andrew zusätzliche Fotos und Videos, in denen sie und eine Freundin sich etwa vor einem ihrer Gemälde in schicken Kleidern unterhalten – nur eben nicht auf der Art Basel Miami Beach, sondern ganz offensichtlich in Andrews Wohnzimmer. Getreu dem Motto: „Dress for the job you want, not the one you have.“

„Frieze Los Angeles 2019“

Um ihren Traum, auf der Kunstmesse Frieze Los Angeles ausstellen zu können, von Google wahr werden zu lassen, fertigte Andrew eine digitale Kunstgalerie an. Dort an den Wänden platzierte sie ihre 13 Ölgemälde. Den Boden der unechten Galerie legte sie per Photoshop mit grauem „Frieze"-Teppich aus, der aus stark gekräuselten Garnen besteht.

„Whitney Biennial 2019“

Für das Projekt „Whitney Biennial 2019“ kreierte Andrew nur ein einzelnes Ölgemälde einer Frau, die auf einem Stuhl sitzt und ihren Kopf mit den auf ihren Oberschenkeln angewinkelten Armen stützt. Dieses hat sie in alte Fotos der US-amerikanischen Kunstaustellung eingesetzt. Statt tatsächlich auch ihr Gemälde in New York ausstellen zu können, präsentierte die US-Künstlerin es in einer Galerie in Los Angeles. Besucher konnten die Wand um das Gemälde wie eine Collage mit Stickern oder Sprüchen verzieren.

„Cover of Artforum“

Bei diesem Projekt verdeutlicht Andrew ihre Träume mittels bunter Collagen statt mit Ölgemälden. Unter den ersten Suchergebnissen findet sich etwa ein Bild von einem runden Tisch, auf dem sich drei Artforum-Kunstmagazine befinden, auf einem anderen hat sie ein komplettes eigenes Cover gestaltet. Darauf zu sehen: ein ungemachtes Bett, daneben ein Eiskübel mit Champagnerflasche, eine Blumenvase mit Lilien und rosafarbene Limousinen. Auf der dazugehörigen Homepage geht sie in Zwiesprache, ob sie für diesen Traum schon bereit ist. Jedenfalls fragt sie sich bei jedem ihrer Kunstwerke, ob diese es auf eines der Artforum-Cover schaffen würden. Lautet die Antwort „nein“, veröffentlicht sie diese auch nicht. 


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„The Next American President“

Tippt man in die Google-Suchleiste „The Next American President“, erscheinen neben den Bildern von Donald Trump und Joe Biden Andrews Collagen. Ihre Kunstwerke behandeln dabei ihre Hoffnungen und Träume an den nächsten amerikanischen Präsidenten. Denn, wie sie auf der Homepage des Projekts schreibt, wird dieser das Leben der Amerikaner und die der ganzen Welt beeinflussen, genauso wie die Bäume, die Berge, die Wirtschaft, Gesetze und die Liebe. Dazu ergänzt sie: „Ich werde all meine Macht dazu nutzen, um uns alle daran zu erinnern, dass das Internet, Suchergebnisse, unsere Gefühle und Wahlen leicht manipuliert werden können.“

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Die Künstlerin Gretchen Andrew überlistet mit Einhörnern und Blumen den ausgeklügeltsten Algorithmus der Welt: Googles Suchmaschine. Warum und wie sie das tut, wen es trifft, lesen Sie in „Die Hypnotiseurin“.

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