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Tablet-PCs und E-Reader Die deutschen Konkurrenten von Apples iPad

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Plastic Logic wagt sich aus gutem Grund vorerst nicht nach Europa. Der hiesige Markt sei zu kleinteilig, sagt Produktionsvorstand Konrad Herre. In Europa gebe es zu viele Sprachen, zu viele Mobilfunkanbieter, zu viele Zeitungen. Der US-Markt dagegen ist riesig und homogen – ideal auch für Nischenanbieter, da hier selbst kleine Marktanteile eine wirtschaftlich ausreichende Stückzahl ergeben.

Plastic Logic wird in Dresden zunächst höchstens 100.000 Displays im Jahr fertigen – in der Konsumelektronik eine homöopathische Dosis. So verkaufte Apple allein beim US-Marktstart des iPad binnen eines Tages 300.000 Geräte. Inzwischen sind es insgesamt mehr als eine Million.

Zweifler bei Facebook

Das wird Plastic Logic mit Sicherheit das Geschäft erschweren, denn das iPad gilt als beste Schöpfung der neuen Geräteklasse. Auf der Facebook-Seite von Plastic Logic deuten nach dem US-Verkaufsstart des iPad auch schon erste Kunden Zweifel an, ob ihre Entscheidung richtig war, einen Que vorzuordern. Trotzdem gibt sich Plastic Logic selbstsicher. Que und iPad seien zwei völlig unterschiedliche Konzepte, sagt Angreifer Herre. Das iPad sei ein Unterhaltungsprodukt, der Que ein Arbeitsmittel.

Plastic Logic will sich auf den professionellen Einsatz konzentrieren. Der Que soll den Papierberg im Büro reduzieren helfen, etwa bei Vertragsverhandlungen, wenn 30 bis 40 Entwürfe kursieren. Er dient der Lektüre von Spezialliteratur und Fachpublikationen wie dem US-Börsenblatt „Wall Street Journal“. Partnerschaften mit Verlagen und dem US-Buchhändler Barnes & Noble sind bereits unter Dach und Fach.

Noch kann das Que-Display aber nur Schwarz-Weiß. Farbe sei im Profibereich „kontraproduktiv“, behauptet Manager Herre, weil buntes Beiwerk allzu oft ablenke. Trotzdem dürfte Plastic Logic an einer Farbversion arbeiten. Im April verkündete das Unternehmen eine Partnerschaft mit dem Darmstädter Chemiekonzern Merck, der Vorprodukte für organische Displays entwickelt. „Unsere Materialien sind absolut in der Lage, videofähige Farbdisplays möglich zu machen“, sagt Luc Yao, der den Bereich Organische Elektronik bei Merck leitet. Plastic Logic zufolge sind „Produktion und Markteinführung“ der neuen Materialien für 2011 vorgesehen.

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