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Topraks Technik Talk

Acht Technik-Mythen über Männer

Die Welt ist voller Vorurteile. Auch über Männer. Wenn es um Technik geht, haben die Frauen nichts als Spott für uns übrig. Doch hier kommt die historische Ehrenrettung des Mannes.

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Miele Bodenstaubsauger S2: Den HyClean-Staubfilterbeutel mit Protector-Netting muss der Mann im Hintergrund wechseln Quelle: Miele

Eine junge, mir gut bekannte Dame lästert gerne über Männer ab. Sie hat nichts gegen Männer, aber sie lästert gerne. "Männer sind sowas von blöd", sagte sie kürzlich. Zur Begründung ihrer faszinierenden These führte sie Beispiele an. "Wenn du mit deinem Computer Probleme hast, dann kommen sie zuerst ganz lässig angeschlendert, kucken mitleidig, und murksen dann stundenlang an deinem PC rum. Am Ende kriegen sie es doch nicht hin. Außerdem kaufen Männer Handys oder Kameras nur wegen der vielen Knöpfe und Features. Kommt ein neues Handy mit noch mehr Megapixel oder Gigabyte, dann jammern sie, dass ihr altes nicht mehr richtig funktioniert."

Aber die junge Dame ist noch nicht fertig. Wenn sie mit ihrem Freund telefoniert und der gerade am PC daddelt, dann hört er nicht richtig zu, weil er sich immer nur auf eine Sache konzentrieren kann. Das alte Lied. Männer können kein Multitasking. Wir Kerle sind technikverliebt, klicken uns im Internet durch sexistische Bildergalerien mit Bikini-Girls und sind verrückt nach brutalen Ballerspielen und schnellen Autos. Die Frau ist ein wandelndes Lexikon der Vorurteile. Fußball und Bier hätte sie vielleicht noch erwähnen können.

Irgendwie ist man als Mann immer der Loser. Haben Sie schon einmal eine Talkshow im Fernsehen gesehen, in der Frauen ihr Fett wegkriegen und Männer triumphieren? Gesellschaftlich gesehen liegt der Mann doch am Boden. Frauenzeitschriften und Feministinnen pflegen ein übles Gebräu aus Halbwahrheiten und Mythen so eifrig wie manche Männer ihr Motorrad. Doch hier kommt sie endlich, die Kavallerie der guten Argumente und Fakten für die historische Ehrenrettung des Mannes.

Mythos Nr. 1: Männer sind technikverliebt

Klar, macht es uns Spaß, Dinge zu erfinden, die das Leben erleichtern. Wie zum Beispiel Telefone, Computer oder Radios. Aber diese Dinge gefallen ja auch den Frauen. Und die wollen schließlich Ergebnisse sehen. Damit die Dinger aber auch Ergebnisse bringen, braucht man leider ein paar Tasten und Knöpfe. Denn der Strom allein macht´s leider noch nicht. Erst nach Druck auf "Play" spielt die Musik.

Mythos Nr. 2: Männer sind verrückt nach Features

Eine dieser perfiden Halbwahrheiten. Ja, so eine Digicam mit 14 Megapixel ist schon was Schönes. Oder ein Apple iPod Classic mit 120 Gigabyte Speicherplatz für Musik und Videos. Männer freuen sich darüber, denn jedes Megapixel mehr ist ein kleiner Schritt in Richtung Perfektion. Diese Steigerung von Pixeln, Bytes und Features wird eines fernen Tages den großen historischen Umschlag bringen. Dann wird die Technik ihren technischen Charakter verlieren, sich selbst aufheben. Technik-Maximum schlägt um in neue Natürlichkeit. Das spüren wir Männer ganz genau, deshalb feiern wir jedes Megapixel als historischen Fortschritt. Männer bewundern Schönheit und Perfektion, Frauen sind selber schön und perfekt – na ja, die meisten jedenfalls –, deshalb fehlt ihnen der Sinn dafür. Das ist doch ganz logisch.

Es gibt übrigens auch männliche Pragmatiker, die einfach nur wollen, dass die Technik funktioniert und keinen Spaß an Knöpfchen und Features haben. Diese Art Mann hat dann einen Mac, sieht fern mit Loewe, fotografiert mit Leica und fährt einen Volvo mit Automatik. Umgekehrt gibt es auch die Frau mit dem Technik-Spleen: Ich kannte mal eine, die war IT-Administratorin. Mann, die hatte Haare auf den Zähnen.

Mythos Nr. 3: Männer können kein Multitasking

Die Hirnforscher, die diesen Unsinn in die Welt gesetzt haben, haben wohl noch nie was von Windows gehört. Das Grundprinzip von Windows ist, dass man oder frau mehrere Programmfenster öffnen, um gleichzeitig mehrere Aufgaben zu erledigen. Das nennt man Multitasking. Auch die heutigen Computer sind auf Multitasking optimiert. Bei den Multitasking-Pionieren Microsoft, Intel, AMD und Konsorten kommen alle wesentlichen Ideen und Entwicklungsarbeiten von Männern. It´s a Man´s World. Liebe Frauen, die bittere Wahrheit lautet: Männer haben das Multitasking erst erfunden.

Was aber die besagten Computerspiele betrifft, die angeblich das Multitasking-Versagen der Jungs offenbaren. Versuchen Sie doch einmal im Rennspiel "Need for Speed" gegen sechs gnadenlose Gegner Bestzeit zu fahren und sich gleichzeitig mit Ihrer Freundin am Telefon zu unterhalten. Schwierig, nicht?

Miss World 2008 Ksenja Suchinowa wird sicherlich immer einen Mann finden, der für sie den Computer repariert

Mythos Nr. 4: Männer lieben primitive Ballerspiele

Primitiv sind diese Spiele nur im Auge des Betrachters. Für die Jungs ist aber nicht das blutige Szenario, sondern die Mission dahinter das Wesentliche, da geht es um Taktik, Entscheidungen, schnelle Reaktionen, Kooperation im Team und das alles. Das ist geistige Höchstleistung, fast so schwierig wie ein Shopping-Nachmittag im Schuhladen.

Mythos Nr. 5: Männer verstehen Technik besser

Reine Schutzbehauptung. Frauen lesen lange Romane (meistens von Paulo Coelho), besuchen Sanskrit-Kurse, lernen Italienisch, und können sich bei H&M pfeilschnell orientieren. Diese so edlen wie hochbegabten Geschöpfe sollen zu doof sein, um einen Staubsaugerbeutel zu wechseln? No way. Sie sind einfach zu faul dafür. Alles Edle ist im Alltag faul.

Wozu bücken, sie haben doch ihre Heimwerker-Sklaven, die sich darum bemühen, einmal (einmal!) etwas richtig zu machen, und deshalb mit Feuereifer die Technik für sie klar machen. Die Bedienungsanleitung müssen wir Männer genauso lesen. Frauen machen währenddessen lieber Sudoku.

Mythos Nr. 6: Frauen können besser Autofahren

Dazu nur soviel: Haben Sie die Power-Slide-Einpark-Video auf Youtube gesehen? Da sitzt ein Mann am Steuer. Und warum gibt es eigentlich keine Formel 1 für Frauen, wenn die so gut fahren können?

Mythos Nr. 7: Frauen können Ikea-Schränke besser zusammenbauen

Das stimmt. Zuerst lassen sie den Mann ran und sehen mit verschränkten Armen zu, wie der schwitzend versucht, auseinanderkippende Schrankwände zusammenzuhalten, Schrauben zu sortieren und Holzdübel einzuschlagen. So haben sie Zeit zu beobachten und aus seinen Fehlern zu lernen.

Wenn er dann am Schluss eine Schublade falsch zusammengesteckt hat, dann tritt sie großmütig an den Erschöpften heran und startet die Aktion "Rettet den Schrank". Der Mann steht mit hängenden Armen da als hektischer Wichtigtuer, der nicht mal eine Ikea-Schublade richtig zusammenstecken kann.

Mythos Nr. 8: Männer kucken Sex-Bilder im Web

Stimmt leider. Darf man aber auch mal andersrum sehen. Mann kann keine Computerzeitschrift in der U-Bahn durchblättern, ohne rot zu werden. Vor allem die Werbung ist schlimm. Da posieren leicht bekleidete Models dämlich lächelnd mit Mainboards oder Netzteilen. Der Mann, den solch hirnrissige Werbung anspricht, existiert nur in der Phantasie der Werbeagenturen.

Die sind dem nicht mehr hinterfragten Common Sense auf den Leim gegangen, dass Sex in der Werbung Produkte verkauft. Solche Bilder haben doch nur den Effekt, Männer als instinktgesteuerte Tiere vorzuführen. Beim Playboy, so heißt es, suchen Frauen die Fotos für die "Mädchen-Strecke" aus. Das ist ja höchst interessant.

Langsam beginnen wir Männer das Ungeheuerliche zu begreifen: Die Welt der Apparate mit all den Computern, Handys, Ikea-Möbeln und Surround-Receivern ist eine Art futuristischer Strafkolonie, in der die Männer schuften und Frauen die Aufsicht haben. Und erotische Technikreklame ist das Opium für den Mann, um das Nachdenken darüber zu verhindern.

Aber jetzt wendet sich das Blatt. Männer treten in den Technik-Streik. Wenn sie nächstes Mal darum bittet, den 7.1.-Surround-Receiver einzustellen, reichen wir ihr das Bedienerhandbuch…

Zum Weitersurfen

Miss World 2008:

Powerslide Parking:

Topraks Technik Talk:

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