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Topraks Technik Talk

Ausweglos: Die Killerspiel-Debatte

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15 Thesen zur Mediengewalt

In dieser verfahrenen Situation gibt es hoffentlich ein paar Punkte, die alle unterschreiben könnten. Deshalb nachfolgend 15 Thesen zum Nachdenken und Weiterdiskutieren.

Die Faszination vieler Jugendliche für Killerspiele oder Ego-Shooter ist im Prinzip normal. Solange einer nicht zehn Stunden am Stück vor dem PC sitzt und die Schule vernachlässigt, ist das wohl auch kein Problem.Tag für Tag und Jahr für Jahr gehen Millionen Jugendlicher friedlich zur Schule. Gemessen daran ist die Zahl der Amokläufe in den letzten Jahren verschwindend gering.Vermutlich würde die Einführung eines Tempolimits auf Deutschlands Autobahnen mehr Menschenleben retten als das Verbot bestimmter PC-Spiele.Es gibt einen Zusammenhang zwischen Killerspielen und realer Gewalt. Der ist aber nicht eindeutig und nicht direkt kausal.Da praktisch alle jugendlichen Amokläufer bisher Killerspiele auf dem PC hatten, ist es notwendig und legitim, einen Zusammenhang zu erforschen. Schließlich sind Menschen gestorben.Junge Männer im Alter zwischen 15 und 20, die wenig soziale Kontakte haben, als introvertiert gelten, überdurchschnittlich viel vor dem Ego-Shooter sitzen und leicht Zugang zu Waffen haben, verdienen unsere Aufmerksamkeit.Moderne Ego-Shooter besitzen stellenweise fotorealistische Qualitäten. Sie machen den Spieler zum handelnden Subjekt in einer sinistren und morbiden Kulisse. Das kann gefährlich für die Psyche des Spielers gefährlich sein.

Brutale PC-Spiele können in Einzelfällen auch kathartische Wirkung haben; das sind aber Einzelfälle und nicht die Regel.Die Spieleindustrie hat die Gewalt in Medien nicht erfunden, sondern ahmt diese nach und packt sie in eine neue Form. Killerspiele sind nur ein weiterer Tropfen in einem brodelnden Fass der Gewaltdarstellung in Medien.Die Hersteller dieser Spiele haben diese freiwillig entwickelt, sie tragen deshalb auch Verantwortung für deren mögliche Wirkung.Ein Verbot exzessiv grausamer Spiele könnte helfen, die Spirale der Gewalt in den Medien ein Stück zurückzudrehen.Die Brutalität der Gewaltdarstellung in Medien wie Film oder TV hat in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen. Es ist möglich, das wieder zurückzudrehen, wenn die Gesellschaft es will. Schließlich kann man ja auch das Rauchen verbieten.Ein Verbot von Killerspielen würde das Problem der Gewalt nicht lösen, sondern wäre eine von mehreren denkbaren Maßnahmen. Um komplexe Probleme zu lösen, muss man an vielen Schrauben drehen.Moderne Rechenpower macht eine Weiterentwicklung des konventionellen Action-Shooters möglich. Weniger Blut, mehr Taktik und intelligente Missionen. Die Spielehersteller wären gut beraten, diese Möglichkeiten verstärkt zu nutzen.Solange es frustrierte und wütende Menschen gibt, die Zugang zu Waffen haben, wird es Amokläufer geben.

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