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Topraks Technik Talk

Supercomputer zu Hause

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Flexible Rechenleistung, flexibler Stromverbrauch

Der Cray CX-1 arbeitet in der Grundausstattung mit zwei Blades, Intels Xeon-Prozessoren 5472 und Windows Server 2008. Für grafikintensive Aufgaben ist auch eine Variante mit Nvidias Grafikkartr Quadro FX 4600 erhältlich Quelle: Cray

Die Leistung des Supercomputer ist so ausgelegt, dass theoretisch alle vier gleichzeitig eine sehr rechenintensive oder sehr grafikintensive Anwendung problemlos laufen lassen könnten. Beispielsweise könnte Clemens eine komplexe Berechnung mit dem Programm Mathematica ausführen lassen, Helga im selben Moment ein Video schneiden, Paula eine selbst gestaltete 3D-Grafik rendern lassen und Götz eine Multimedia-Präsentation bauen, mit der er seine Parteigenossen auf der nächsten Versammlung beeindrucken will.

Der Supercomputer im Keller passt sich stufenlos und in Sekundenschnelle an die geforderte Rechenleistung an. Wenn gerade mal ein Familienmitglied ein bisschen im Internet surft, dann klingt höchstens ein Lämpchen auf der Vorderseite des Geräts, und der Stromverbrauch ist dementsprechend niedrig. Wenn alle gleichzeitig arbeiten und Höchstleistung gefordert ist, arbeiten auch die Prozessoren auf Hochtouren. Dann blinken alle vier Lämpchen auf der Vorderseite wie wild, dass sogar die Lehmann-Ratte im Keller neugierig am Gehäuse schnüffelt. Die große schwarze Kiste liebt sie sowieso, weil die im Winter so kuschelig warm ist. Die Prozessoren und anderen Komponenten werden mit einer Wasserkühlung vor dem Hitzetod geschützt. Die Abwärme wird für die Heizung des Reihenhauses verwendet.

Auch das Aufrüsten der Maschine ist kein Problem. Der Rechner ist mit mehreren Blades ausgestattet. Das sind im Prinzip kleine Mainboards mit Prozessor und Arbeitsspeicher, die in das Gehäuse geschoben werden. Das praktische daran ist, dass einzelne Blades schnell ausgetauscht oder aufgerüstet werden können und damit auch die Rechenleistung immer auf dem neuesten Stand bleibt, ohne dass die ganze Maschine ausgetauscht werden muss. Beim klassischen Heim-PC ist das nur bedingt möglich.

Sogar unterwegs sind Lehmanns mit ihrem Supercomputer verbunden. Tippt Götz die Adresse und Telefonnummer eines neuen Kontakts in sein Smartphone ein, dann überträgt es die Daten via Internet auf Lehmanns Webserver, von wo aus die Daten in einem zentralen Adressbuch landen.

Cloud Computing als Vorbild

Solche Supercomputer im Eigenheim-verträglichen Kompaktformat gibt es schon längst, beispielsweise den Cray CX-1, der unter jeden Schreibtisch passt. Längst gibt es Techniken wie Online-Textverarbeitung, bei der man mit einer Anwendung arbeitet, die irgendwo auf einem Webserver installiert ist. Cloud Computing-Dienste stellen Firmen genau so viel Rechenpower zur Verfügung wie nötig.

Dem Privatanwender will die Industrie diese Technik nicht geben, weil die angeblich zu komplex und nur für Unternehmen geeignet ist. Denn die Hersteller lieben es, uns einzelne Geräte zu verkaufen, die man dann alle paar Jahre erneuern muss. Vor allem Notebooks sind ein Supergeschäft, weil sie sich nur schwer aufrüsten lassen und nach ein paar Jahren durch ein neues Gerät ersetzt werden müssen.

Lebenshilfe für den Privat-Admin

Dabei könnten auch die Hardwarehersteller hier ein neues Geschäftsfeld eröffnen: Mini-Rechenzentren und Heimnetzwerke für Privatanwender und Familien. Der Hersteller würde dann einen Service-Techniker schicken, der die ganze IT einrichtet, die Programme installiert und alles nach den Wünschen des Kunden konfiguriert. Das wäre ein schönes Stück praktischer Lebenshilfe für alle geplagten Familienväter, die zuhause täglich den Administrator spielen müssen.

Das, liebe Leser, war der letzte Technik Talk für Wiwo.de. Allen, die diese Kolumne mit sachkundigen Kommentaren begleitet haben, danke ich sehr herzlich.

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