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Topraks Technik Talk

Warum E-Books (noch) nicht funktionieren

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5. Der Preis

Ein Bild, das man selten antrifft: eBook-Leser in der Straßenbahn Quelle: rtr

E-Book-Reader sind teure Hightech-Geräte. Dann überlegt man sich doch, ob man ein 300-Euro-Geräte in den Urlaub mitnimmt, im Hotelzimmer liegen lässt, beim Schwimmen in der Strandtasche lässt. Bis dato sind die Dinger also einfach noch zu teuer.

6. Urlaub ist analog

Viele Menschen, insbesondere solche, die den ganzen Tag am PC setzen oder telefonieren, wollen im Urlaub einfach offline sein. Keine SMS auf dem Daumenklavier tippen, nicht auf ein Display starren müssen. Urlaubszeit ist Analogzeit. Das ist natürlich auch eine Generationenfrage. Die Jüngeren, die schon mit dem USB-Kabel statt Nabelschnur auf die Welt kommen, haben kein Problem damit. Die Älteren aber schon. Und das sind die, die auch das Geld für ein hochwertiges elektronisches Gerät haben.

7. DRM und andere offene Fragen

Hier gibt es bisher noch eine Reihe ungeklärter Fragen. Die Buchhändler verkaufen die elektronische Lektüre etwa 20 Prozent günstiger als Paperbacks oder Hardcover-Bücher. Aber vermutlich ließen sich höhere Preise auch gar nicht durchsetzen. Auf Dauer stellt sich dann die Frage, ab welchem Preis es sich für die Verlage lohnt, E-Books anzubieten. Sie sparen zwar Druck und Transport, doch Autoren. Lektoren und Marketing kosten auch was. Ungeklärt ist auch das Rechtemanagement. Das fertig gelesene Taschenbuch kann man einfach weiter verschenken oder im Hotelzimmer legen lassen. Beim E-Book sorgt digitales Rechtemanagement (DRM) dafür, dass jeder für seine Lektüre bezahlen muss.

All diese Punkte sind keine unlösbaren Probleme, aber sie stellen Hürden dar, die zu überwinden einige Jahre dauern wird. So werden wohl noch einige Sommer vergehen, bis die Urlauber wirklich in Massen ihren E-Book-Reader in den Koffer packen.

Stiftung Lesen: 59 Prozent wollen nicht auf Bücher verzichten

Zu diesen Überlegungen passen auch die Ergebnisse der aktuellen Studie der Stiftung Lesen. Die Studie "Lesen in Deutschland 2008" hat festgestellt, dass das Lesen am Bildschirm seit 2000 zwar deutlich zugenommen hat, 44 Prozent ist es egal, ob ein Text gedruckt oder digital vorliegt. Aber 59 Prozent wollen nicht auf gedruckte Bücher verzichten.

Bei Sachbüchern wird sich das digitale Lesen sicherlich sehr viel schneller durchsetzen. Denn hier kann die Technik ihre Vorteile voll ausspielen. Die Inhalte lassen sich blitzschnell aktualisieren, was bei Sachbüchern entscheidend ist. Und der Leser kann mit dem Buch arbeiten. Er kann markieren, Passagen kopieren und Notizen machen. Diese Vorteile sind so überwältigend, dass es wohl nicht mehr lange dauern wird, bis die Lesegeräte an Universitäten Einzug halten.

Und was ist mit der Zeitung? Da hat Amazon im Mai den etwas größeren Kindle DX vorgestellt. Auf dem 9,7 Zoll großen E-Ink-Display lassen sich auch Zeitungsseiten annähernd unterbringen. Ein weiterer Sargnagel für das traditionelle Printmedium? Überall im Lande finden Kongresse statt, in denen der Untergang der Zeitung beklagt wird. Die Leute lesen ihre News im Internet, die Tageszeitung wird überflüssig, so die oft gehörte Meinung. Doch die oben erwähnte Studie der Stiftung Lesen hat festgestellt, dass immerhin 59 Prozent der Internetnutzer interessante Texte ausdrucken. Kein Wunder, dass bei jedem ordentlich gemachten Online-Magazin ein Drucker-Symbol bei jedem Artikel prangt. Und solange das Drucker-Symbol noch da ist, solange haben auch Zeitungen eine Chance.

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