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Trojaner-Alarm Der Erpresser kommt mit der Weihnachts-Post

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Millionenschaden durch Verschlüsselungstrojaner

Alleine der Verschlüsselungstrojaner Cryptowall haben in den USA zwischen Sommer 2014 und 2015 mindestens 18 Millionen Dollar an Schäden verursacht zitiert der britische IT-Sicherheitsdienstleister Sophos die US-Bundespolizei FBI. Trotz der offenbar aussichtslosen Lage für Betroffene raten alle Experten dringend davon ab, auf die Forderung der Erpresser einzugehen.

"Es gibt keine Garantie, dass die Kriminellen auch wirklich Wort halten und den für das Entschlüsseln der Dateien benötigten Schlüssel dem Opfer tatsächlich zu-senden", schreibt heißt es etwa aus der Schweiz. Und auch G-Data-Mann Urbanski warnt: "Im Grunde finanzieren die Erpressen mit ihrer Lösegeldzahlung nur die Entwicklung neuer, noch wirksamerer Angriffe."

Um also nicht im Nachhinein zur Zahlung gezwungen zu sein, müssen Privatleute, Unternehmen und Behörden vorsorgen. Das aber tun die nur zum Teil. Während regelmäßige Backups geschäftskritischer Datenbanken, E-Mail-Postfächer oder auch von Produktionssystemen zumindest in großen Unternehmen und Behörden inzwischen die Regel sind, hapert es gerade bei Mittelständlern allzu oft daran, weil dort IT nicht zur Kernkompetenz im Unternehmen gehört.

Die größten Gefahren für Privat-PCs

Noch schlechter sieht es im privaten Umfeld aus. Zwar nutzen heute immer mehr Menschen auch ihren Privat-PCs Virenschutz- und Firewall-Software. Doch ein regelmäßiges Backup des E-Mail-Eingangs, des digitalen Fotoalbums, der Musiksammlung oder der Finanz- und Steuersoftware haben noch immer die wenigsten Privatleute konfiguriert.

Dazu kommt (wie übrigens auch in vielen Unternehmen) ein oft erschreckend lässiger Umgang mit Programmupdates. Ein Mal einen Virenschutz oder eine Firewall zu installieren, aber keine Aktualisierungen mehr zu laden, ist auf Dauer kaum weniger nutzlos, als gar keine Schutzprogramme auf den Rechner zu laden.

Nicht minder riskant ist, Anwendungsprogramme oder Software-Werkzeuge nicht fortwährend zu aktualisieren. Egal ob Web-Browser oder Multimedia-Software, bei jeglichen Programmen tauchen fortwährend Sicherheitslücken auf, die Hacker sich zunutze machen, um die Rechner anzugreifen. Wer hier nicht ständig die aktuellen Softwareversionen installiert, erleichtert den Hacker unnötig das Geschäft.

Vorsicht vor dem Zeigefinger

Doch selbst wenn alle Anwendungen aktuell, der Virenschutz auf dem neusten Stand und die Firewall geschärft ist - Fälle wie zuletzt die beim LVR oder den Funke-Medien machen deutlich, wie sensibel PC-Nutzer mit den Nachrichten in ihrem Posteingang umgehen müssen.

"Die größte Gefahr für den PC ist immer der Zeigefinger des Nutzers an der Maus", lautet ein alter, aber unverändert richtiger Merksatz der IT-Experten zur Gefahrenabwehr am Rechner.

Und das gilt gerade bei der aktuellen E-Mail-Flut von Verschlüsselungstrojanern.

Das Schadprogramm ist, soviel scheint nach den Vorfällen der vergangenen Woche klar, wohl vorrangig in einem als komprimierte ZIP-Datei getarnten E-Mail-Anhang auf die Rechner gelangt, der dann beim Öffnen einen automatisch ausführbaren Programmcode aktiviert habe.

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