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Trotz Siegeszug des Smartphones Lang lebe die Telefonzelle!

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Zumindest optisch bleibt uns die Telefonzelle erhalten

Und dann sind da noch die Kommunen, die beim Abbau der Telefonzellen ein Wörtchen mitreden dürfen. Die Telekom hat nämlich mit der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände vereinbart, dass das Telekommunikationsunternehmen die Städte und Gemeinden nur dann um einen Abbau einer Telefonzelle bitten darf, wenn sie sich nicht mehr rechnet. Heißt: wenn der monatliche Erlös unter 50 Euro liegt. "Der Umsatz ist ein klares Indiz dafür, dass der Wunsch nach einer Grundversorgung an dieser Stelle offensichtlich nicht mehr besteht", sagt der Telekom-Sprecher.

Die Kommunen können aber ihr Veto einlegen – obwohl sie sich nicht an Kosten für Strom, Standortmiete und Wartung beteiligen. "Wenn die Kommune trotz unserer Anfrage an einem Standort festhalten möchte, sprechen wir mit ihr über eine kostengünstige Alternative", erklärt Hofmann.

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Das ist in den meisten Fällen ein Basistelefon – eine nicht vor Wetter geschützte Telefonsäule. Das Basistelefon hat zwei Vorteile: Es ist günstig im Unterhalt und sicher vor Vandalismus. Doch Telekom und Kommunen müssen laut dem Unternehmen nur selten um eine Einigung ringen – und ein Basistelefon installieren. "Die große Mehrheit sieht ein, dass der Abbau an der vorgeschlagenen Stelle Sinn macht", sagt Hofmann.

Dazu gehört auch die Stadt Düsseldorf. Ende 2015 zählte die Verwaltung im Stadtgebiet nur noch 230 öffentliche Fernsprecher – in diesem Jahr sollen weitere Telefonzellen aus dem Stadtbild verschwinden: "Für 2016 ist mit einem weiteren Abbau zu rechnen, da die Bevölkerung, auch die älteren Mitbürger, sich immer mehr mit Mobilgeräten eindecken", sagt ein Pressesprecher.

An manchen Stellen rüstet die Telekom aber die Telefonhäuschen auf. Deutschlandweit hat das Unternehmen an einigen öffentlichen Plätzen sogenannte Multimedia-Stationen installiert: Darüber können die Nutzer telefonieren, SMS verschicken und über den Hotspot mit ihren mobilen Endgeräten wie Notebook oder Smartphone ins Internet gehen. Wie viele Multimedia-Stationen die Telekom aktuell betreibt, möchte sie auf Anfrage von WirtschaftsWoche Online nicht preisgeben. Laut einer Unternehmensmitteilung waren es 2014 etwa 9000 Stück – aber auch deren Zahl wird wohl dank Smartphone in den vergangenen zwei Jahren zurückgegangen sein.

Ein kleiner Wermutstropfen für Nostalgiker: zumindest optisch wird uns die Telefonzelle in der einen oder anderen Gegend in den nächsten Jahren erhalten bleiben. Die Telekom verkauft die alten Telefonzellen, die dann eine Renaissance erleben: mal als Telefonkabine in Unternehmen mit Großraum-Büros, mal als Garten-Deko, mal als Bibliothek – und in Berlin mittlerweile als Tele-Disko.

Benjamin Uphues, selbsternannter Disco-König, kaufte drei Telefonzellen, jeweils im Wert zwischen 400 und 800 Euro, und baute sie zu einer Mini-Tanzfläche um. Dort werfen die Besucher zwar immer noch eine Münze in den Schlitz. Anstatt eines Telefonats schenkt die Teledisko ihm mit ihrer Musik "ein paar Minuten Freiheit", wie Uphues sagt.

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