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TV und Internet Was das Fernsehen alles kann

Nie waren die Möglichkeiten des TV-Konsums so vielfältig wie heute. Was in der Fernsehzeitschrift steht, spiegelt schon lange nicht mehr das wahre Angebot wieder. Wie das Internet einen Markt revolutioniert hat – und was das für den Verbraucher bedeutet.

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Die neuen Web-Fernseher
Philips 42PFL6907K Quelle: Presse
LG 42LM670S Quelle: Presse
Samsung UE40 ES8090 Quelle: Presse
Panasonic TX-P50 VT50E Quelle: Presse
Loewe Connect ID 40 Quelle: Presse
Sony KDL-40 HX855 Quelle: Presse

Die Familie vor dem Fernseher zusammen, der Schein liegt vor ihnen, der Blick geht gebannt gen Bildschirm. Samstags 2,8 Millionen Zuschauer, mittwochs fast 2,2 Millionen. Wird die Lottofee die Glückszahlen ziehen? Die Live-Ziehung der Lottozahlen im Fernsehen, ist ein Klassiker. Doch ab dem 3. Juli müssen die Glücksspieler ihren Rechner hochfahren, um zu erfahren, ob sie einen Sechser im Lotto haben. Dann wird dieses Ereignis nur noch im Internet per Livestream übertragen. Im Fernsehen zeigen die öffentlich-rechtlichen Anstalten nur noch die bereits veröffentlichten Zahlen.

Die Meldung zeigt, dass Fernsehen heute nicht mehr ist, was es mal war. Das Internet hat unsere Art Dokumentationen, Nachrichten, Filme und Serien zu konsumieren grundlegend verändert. Was in den Fernsehzeitschriften steht, spiegelt schon lange nicht mehr die Programm-Vielfalt wieder, die den Nutzern wirklich zur Verfügung steht.

Statt des reinen linearen Wegs, den die Sender vorgeben, gibt es viele individuelle Möglichkeiten fern zu schauen. Entsprechend erhebt die Gebühreneinzugszentrale zum Ärger vieler Bürger inzwischen eine Rundfunkpauschale, die für alle Geräte gilt. Wer einen Internetanschluss hat, muss zahlen.

Unter diesen Voraussetzungen sollte sich jeder Bürger mit den neuen Möglichkeiten des TV-Konsums vertraut machen. Ein Überblick über das, was das Fernsehen im Internet zu bieten hat.

Der PC, Smartphone und Tablet werden zum Fernseher

Um hier keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Der Großteil der Deutschen schaut noch ganz klassisch fern. Experten streiten immer wieder heftig darüber, ob der Anteil sich verringern oder wachsen wird. Fakt bleibt aber, dass das TV-Gerät nicht der einzige Kanal ist, über den Fernsehen empfangen wird.

Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2012 hat ergeben, dass die Menschen in Deutschland im Durchschnitt etwa vier Stunden pro Tag vor der Flimmerkiste sitzen. Das ist ein neuer Rekord. Allerdings werden TV-Programme, Filme und Sendungen seit Jahren verstärkt auch über stationäre Rechner und seit kurzem auch mobile Endgeräte geschaut wird. Der IT-Verband Bitkom hat für das Jahr 2013 prognostiziert, dass 30 Millionen Smartphones und Tablets in Deutschland über die Ladentheke gehen werden. Dem stehen 8,8 Millionen TV-Geräte gegenüber.

Ganz viel Video

Das sind die besten Flachbildfernseher
26/27 Zoll: Sony KDL-26EX320In der kleinsten Testkategorie der 26- und 27-Zoll-Geräte (ca. 66 cm Bildschirmdiagonale) erreichte der Sony KDL-26EX320 als einziges getestetes TV-Gerät noch knapp die Note gut (2,5) – alle anderen Geräte erreichten nur befriedigend. Das Sony-Gerät überzeugte die Stiftung Warentest bei Bildqualität, Tonqualität, Vielseitigkeit und Umwelteigenschaften. Hier schnitt das Gerät jeweils mit der Note gut ab. Nur befriedigend fanden die Tester dagegen den Ton. Das Gerät kostet nach Angaben der Stiftung Warentest im Handel rund 435 Euro. Bei diesem und allen nachfolgenden Tests aus dem „Spezial Fernsehgeräte“ der Stiftung Warentest wurde die Bildqualität jeweils am stärksten gewichtet (40 Prozent der Endnote), Ton und Handhabung am zweitstärksten (jeweils 20 Prozent) und Vielseitigkeit und Umwelteigenschaften am wenigsten (jeweils 10 Prozent). Quelle: Stiftung Warentest
32 Zoll: Philips 32PFL9606KUnter den kleinen Fernseher der 32-Zoll-Klasse (ca. 81 cm Bildschirmdiagonale) schnitt der Philips 32PPFL9606K am besten ab. Die Stiftung Warentest benotete das TV-Gerät für rund 980 Euro mit der Note gut (2,0). Gut schnitt das Gerät bei der Bild- und Tonqualität und den Umwelteigenschaften ab. Sogar sehr gut bei der Vielseitigkeit. Nur befriedigend beurteilten die Tester dagegen die Handhabung. Günstige Alternative: Der Philips 32PL7406K schneidet mit der Testnote gut (2,2) nicht viel schlechter ab, ist mit einem mittleren Straßenpreis von 660 Euro aber deutlich preiswerter. Quelle: Stiftung Warentest
37 Zoll: Sony KDL-37EX725Mit der Note gut (2,1) schnitt bei den 37-Zöllnern das Sony-Gerät KDL-37EX725 am besten ab. Als gut bewerteten die Tester Bild, Handhabung und Umwelteigenschaften – sehr gut war die Vielseitigkeit. Nur der Ton konnte nicht gänzlich überzeugen: befriedigend. Im Handel kostet das Gerät rund 825 Euro. Wer größeren Wert auf den Ton legt, kann zum Philips 37PFL6606K greifen. Er erreichte ebenfalls die Note gut (2,2) und schnitt beim Ton besser, bei Handhabung und Vielseitigkeit dafür schlechter ab. Preis: rund 745 Euro. Quelle: Stiftung Warentest
40-42 Zoll: Samsung UE40D7090In der beliebten Klasse der Fernseh-Geräte von 40 bis 42 Zoll (ca. 102 bis 107 cm) fand die Stiftung Warentest das beste Geräte des gesamten Testfelds: Der Samsung UE40D7090 schnitt mit der Note gut (1,9) ab – der Spitzenwert im Test. Gut bewerteten die Tester Bild, Handhabung und Umwelteigenschaften, sehr gut die Vielseitigkeit. Nur befriedigend fanden die Tester den Ton. Der Preis: stolze 1260 Euro. Günstige Alternative: Der Philips 42PFL7606K schnitt ebenfalls mit gut ab (2,1), ist etwas größer und kostet mit 885 Euro deutlich weniger. Quelle: Stiftung Warentest
46-47 Zoll: Philips 47PFL7606KIn der Kategorie der großen Serienfernseher ab 117 cm Bildschirmdiagonale (46 und 47 Zoll) hat Philips die Nase vorn. Der Philips 47PFL7606K schnitt mit der Note gut (2,1) in dieser Größenkategorie am besten ab. Bild, Ton und Vielseitigkeit waren gut, Handhabung befriedigend und Umwelteigenschaften sehr gut. Das Gerät kostet rund 1220 Euro. Günstige Alternative: Für nur 725 Euro gibt es den Sony KDL-46CX520 im Handel zu kaufen, der ebenfalls mit gut (2,2) abschnitt. Quelle: Stiftung Warentest
Plasma-Geräte und Billig-Anbieter fallen durchIn den beiden größten Kategorien 40 bis 42 und 46 bis 47 Zoll testete die Stiftung Warentest neben LCD-Geräten auch Fernseher mit Plasma-Technologie. Diese schnitten aber durchgehend deutlich schlechter ab als die LCD-Konkurrent. Das beste Plasma-Gerät im Test, der Panasonic TX-P42ST33E, erhielt nur ein befriedigend (2,7). Auch Billig-Anbieter wie Medion, Orion oder Telefunken sahen sich die Tester an. Der Rat der Stiftung Warentest: Finger weg! Schlechte Bildqualität und hoher Stromverbrauch waren die Nachteile der Billig-Geräte. Sämtliche 60 Fernsehgeräte im ausführlichen Test sowie allgemeine Hinweise zum Gerätekauf und Fernsehempfang finden Sie in dem „ Spezial Fernsehgeräte“ der Stiftung Warentest, das Sie für 7,80 Euro bestellen oder direkt downloaden können. Quelle: Reuters

„Mit der starken Verbreitung der mobilen Endgeräte sind viele Möglichkeiten entstanden, überall Filme, Serien und Beiträge zu konsumieren“, sagt Michael Schidlack, Experte für Unterhaltungselektronik beim Branchenverband Bitkom. Nie waren so viele Bewegtbild-Inhalte im Netz verfügbar wie heute. Das bestätigt auch eine Studie von Cisco Virtual Networking aus dem Jahr 2011. Danach werden 2015 in Deutschland 30-mal mehr Daten mobil übertragen als noch 2010, weltweit 26-mal mehr. Hauptursache sei die verstärkte Nutzung von Video-Anwendungen und –Diensten über mobile, internetfähige Geräte.

Die Studien beziehen sich jedoch nicht nur auf das klassische lineare Fernseh-Angebot im Netz, wie wir es aus guten alten Lotto-Zeiten kennen. YouTube-Wackel-Filmchen fallen in die Statistik genauso herein, wie die professionellen Mediatheken und Video-On-Demand-Angebote.

Zattoo baut Angebot aus

Wer im Internet Fernsehen schauen will, wie zu Hause auf der Couch, hat wenig seriöse Auswahl. In Bezug auf das lineare Fernsehen im Netz steht als Anbieter der Dienst Zattoo unangefochten an der Spitze . „Stand heute ist Zattoo, abgesehen von den Angeboten der Sender, der einzige legale Anbieter von Live-Internet-TV in Deutschland“, sagt Vizepräsident des Unternehmens Jörg Meyer. Das schweizerische Unternehmen hat zur WM 2006 als erstes europäisches Unternehmen Live-Internet-TV auf den PC gebracht, ein Jahr später kam der Dienst auch nach Deutschland. Seit April 2009 bietet Zattoo die Möglichkeit, sich direkt über einen Webbrowser durch die klassischen TV-Kanäle zu zappen. Nötig ist dafür lediglich eine Registrierung auf der Plattform mit einem eigenen Login oder dem Facebook-Account. Kostenfrei lassen sich in Deutschland 55 Kanäle aufrufen. Wer auf ein werbefreies Portal und 60 Sender zugreifen will, muss dafür eine Abo-Gebühr von 4,99 Euro im Monat zahlen.

Das große Manko: Bis vor kurzem spielte Zattoo fast ausschließlich öffentlich-rechtliche Fernseh- und Radio-Programme aus. Seit dem gestrigen Donnerstag ist das Portfolio größer. Zattoo arbeitet künftig in Deutschland auch mit der RTL-Group zusammen. Nutzer, die sich für das Bezahlmodell entscheiden, können ab sofort auch RTL, VOX, n-tv, RTL NITRO, SUPER RTL und RTL II aufrufen. Andere Sender – wie zum Beispiel Pro7 – ist bisher nicht mit Hilfe der Schweizer erreichbar.

Bisher sind in Deutschland etwa 700.000 Personen bei Zattoo registriert.

Zattoo-Konkurrenz im Anmarsch

Noch im Juni soll jedoch ein weiterer Anbieter nach Deutschland kommen, der Zattoo ordentlich Konkurrenz machen dürfte. Das 50 Mann starke schwedische Startup Magine will hierzulande an den Start gehen. Kämpferisch haben die Nordlichter auf ihrer Homepage „Fernsehen, wie es sein soll“ angekündigt. Bisher können Nutzer sich hier nur mit einer E-Mail-Adresse registrieren. Bekannt ist, dass Magine sich nicht mit Anzeigenverkäufen finanziert, sondern ein Abonnement anbietet. Bisher ist das Angebot nur für Apple-Geräte und Samsung-Smart-TVs verfügbar – soll aber für Android ausgebaut werden.

Ganz besonders zeichnet sich das Konzept dadurch aus, dass es das lineare Fernsehen mit einem On-Demand-Angebot verknüpft. Und genau das macht Magine spannend.

„Im Internet ist das lineare Fernsehen nicht die vorherrschende Sendeform“, findet Michael Schidlack vom BITKOM. „Das Praktische am Netz ist doch, dass sich jeder individuell anschauen kann,  was ihn interessiert und das zur gewünschten Zeit.“ Darauf setzt Magine.

Vielfalt der Mediatheken

Die wichtigsten Web-TV-Anbieter
Screenshot Webseite tape.tv Quelle: Screenshot
Screenshot der Webseite Live.tv Quelle: Screenshot
Screenshot der Webseite Sevenload Quelle: Screenshot
Screenshot Zattoo-Webseite Quelle: Screenshot
Screenshot der Webseite Sendungverpasst.de Quelle: Screenshot
Screenshot der Webseite Qtom.de Quelle: Screenshot
Screenshot der Webseite TV-Stream.to Quelle: Screenshot

Ganz neu ist das nicht. Auf die individuelle Programm-Entscheidung des Einzelnen haben sich die öffentlich-rechtlichen Sender schon lange eingestellt. Vor allem die ZDF-Mediathek ist über die Jahre immer beliebter geworden. Auf dem Portal des ZDF findet sich die Sammlung an Video-On-Demand angeboten. Bereits 2001 ging der Sender mit dem Streaming-Angebot online und hat es seit dem kontinuierlich ausgebaut. Nach Lust und Laune können die Zuschauer hier also aus einer riesigen Auswahl aktueller Reportagen, Berichte und Sendungen auswählen. Je nach Rechtslage bleiben die Inhalte bis zu 13 Monate online, ehe sie wieder abgeschaltet werden. Aus gleichem Grund werden auch nicht alle Spielfilme im Netz gezeigt. „Das Ganze ist komplex“, sagt Experte Schindlak. „Die Frage ist immer wo die Rechte liegen. Bei Beiträgen aus dem Ausland gelten zum Beispiel andere Richtlinien als beim Sport oder einer deutschen Reportage.“

Außerdem zeigt das Portal auch Livestreams zu vereinzelten Sendungen in Echtzeit. Wie gut das funktioniert, hängt jedoch von der Internetverbindung und der Zahl der Zugriffe auf eine Sendung ab. Gelegentlich ruckelt das Bild hier noch ordentlich. Besonders beliebt war das Format bei den Olympischen Spielen 2012 in London, als ZDF und ARD im Netz Wettkämpfe von Randsportarten übertrugen, die im normalen Programm keinen Platz gefunden hatten.

US-Serien in Deutschland schauen

Am stärksten nachgefragt werden in der ZDF Mediathek vor allem aktuelle Themen und Nachrichten. Derzeit finden sich über 14.000 Beiträge in der Kategorie. Aus der Welt des Sports finden sich zum Vergleich nur etwa 2500. Das Zweite Deutsche Fernsehen war in Sachen On-Demand ein Vorreiter. Erst sechs Jahre nach dem ZDF stellte auch die ARD ihre Mediathek auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin vor. 2008 ging das Portal online. Inzwischen finden sich auch bei den privaten Sendern ganz ähnliche kostenlose Angebote. Außerdem sind etliche Mediatheken auch mobil über Apps erreichbar.

Ein neuer Service der ARD-Mediathek ist seit wenigen Tagen aktiv. Dieser verbindet den Fernseher mit dem Tablet oder Smartphone. So können Nutzer künftig einen Beitrag auf dem TV-Gerät beginnen, und zum Beispiel im Bett weiterschauen – und das ohne die entsprechende Stelle neu heraussuchen zu müssen. Per Klick, lässt sich der Beitrag einfach nach dem Stoppen oder Pausieren auf das mobile Gerät senden. Dafür muss das Smartphone oder Tablet allerdings an das gleiche Heimnetzwerk angebunden sein, wie das TV-Gerät.

Kostenpflichtige On-Demand-Angebote

Wer gezielt weiß, was er schauen will, setzt vor allem auf kostenpflichtige On-Demand-Angebote. Inzwischen gibt es alle möglichen Formen: Streamingdienste oder Download-Seiten – kostenpflichtige und kostenfreie Angebote.

Besonders häufig werden in Deutschland die Portale iTunes von Apple, Lovefilm (Amazon-Tochter), Videoload (Angebot der Deutschen Telekom), Maxdome (ProSieben Sat. 1 Media), Watchever (Angebot des französischen Mediendienstes Vivendi) und Videobuster genutzt, wo vor allem Filme und Serien zum Verkauf stehen. In den meisten Fällen wird für die digitale Miete eines Films zwischen drei und vier Euro verlangt. Soll die Datei für immer auf dem Rechner bleiben müssen etwa zehn Euro berappt werden.

Auf dem Weg zum Smart-TV

So schauen Sie Fernsehen im Netz
UltravioletAus Hollywood kommt eine neue On-Demand-Plattform. Die dort ansässigen Studios wollen im zweiten Halbjahr mit dem digitalen Service Ultraviolet starten. Von großen Handelsunternehmen habe man bereits ein positives Feedback bekommen. Voraussichtlich im September soll die Homepage dann mit dem kompletten Online-Angebot auch in Deutschland und Frankreich verfügbar sein. Anmelden können Nutzer sich bereit. Bereits seit Oktober 2011 ist die Seite zum Videodownload in den USA, Kanada, Großbritannien, Irland, Australien und Neuseeland erhältlich. Bisher sind 12,5 Millionen Haushalte registriert. Quelle: Screenshot
Maxdomemaxdome ist das Filmportal der ProSiebenSat.1 Media AG und ist schon seit längerem, nämlich 2006, im Video-On-Demand-Geschäft tätig. Ähnlich zu iTunes können Filme auch einzeln, ohne Abo ausgeliehen oder gekauft werden. Daneben existieren einige Flatrate Preismodelle. Nach eigenen Angaben stehen maxdome über 45.000 Videos aus verschiedenen Kategorien zur Verfügung, viele davon Eigenproduktionen von Pro7 und Sat1. Quelle: Screenshot
LOVEFiLMAmazons Tochterunternehmen LOVEFiLM ist ein Online-Videoverleih, als auch Video-On-Demand-Plattform. So verschickt die Internet-Videothek leihweise DVDs und Blu-rays per Post und ist gleichzeitig als Video-On-Demand-Angebot nutzbar. Mittlerweile hat das Unternehmen nach eigenen Angaben über 12.000 VOD-Titel und ist damit gleichauf mit Watchever. Quelle: Screenshot
WatcheverWatchever bietet mit dem Erwerb einer Flatrate die Möglichkeit, auf Smart TVs, Notebooks, Tablets, Smartphones und Spielekonsolen Filme oder Serien zu schauen. Über Facebook können die eigenen Bemerkungen zu den gesehenen Inhalten mit Freunden geteilt werden. Durch die Bewertung der Filme werden dem Nutzer passende, personalisierte Filmempfehlungen präsentiert. Quelle: Presse
MyVideoMyVideo ist ein Videoportal, das genau wie youtube in erster Linie auf nutzergeneriertem Content aufbaut. Neben selbstgedrehten Videoclips bietet MyVideo vor allem professionelle Inhalte an. So haben die Nutzer Zugriff auf über 3,8 Millionen Musikvideos, exklusive Web-TV-Produktionen, Serien oder Kinofilme. Quelle: Screenshot
iTunesLängst ist Apples iTunes nicht mehr nur auf Musik und Apps beschränkt. Apples iTunes-Videothek hebt sich in vielfacher Hinsicht von der Video-On-Demand-Konkurrenz ab. So bietet der IT-Gigant mit über 13.000 Filmen und Serien zwar die größte Auswahl, ein Abomodell sucht man hier allerdings vergeblich. Einzelne Inhalte müssen also stets geliehen oder gekauft werden, wobei der Anspruch auf geliehene Filme nach drei Tagen verloren geht. Apple punktet auch bei der Tonqualität, indem fast jeder Film in Dolby Digital 5.1 daherkommt. Quelle: Screenshot
EntertainDas Entertain-Angebot der Telekom bietet individuelles Fernsehen. Durch die Aufnahmefunktion wird das TV-Programm aufgezeichnet und über das Handy oder den PC organisiert. Das Video on Demand-Programm bietet eine Auswahl aus über 19.000 Film-, TV- und Serien-Highlights. Quelle: Presse

Die Fußball-WM 2006 hat dem Fernsehen im Netz ohne Zweifel einen Boom verliehen. Während in den zwei Jahren vor dem Sommermärchen die Umsätze der Video-On-Demand-Anbieter bei etwa einer Millionen Euro lagen, haben sie sich danach rasant entwickelt. 2006 stieg der Umsatz um hundert Prozent, und vervierfachte sich von 2006 bis 2008 auf acht Millionen Euro. Seitdem sind die Umsätze kontinuierlich gestiegen, auch wenn das Wachstum wieder ein wenig abgenommen hat. Von 2011 auf 2012 etwa nahm der Umsatz um 48 Prozent zu und lag damit bei 95 Millionen Euro.

Der Weg zum Smart-TV

Bei all diesen Möglichkeiten Programme im Netz anzuschauen, stellt sich zunehmend die Frage, warum der Fernseher überhaupt noch angeschmissen wird. Die Antwort ist einfach: Weil das Bild zwar nicht zwingend besser als an einem Tablet, aber doch größer ist. Gerade mit mehreren Personen einen Spielfilm anzuschauen, macht auf einem großen modernen Flatscreen einfach Spaß.

Entsprechend verwundert es kaum, dass immer noch etliche Nutzer ihren Computer an den Fernseher anschließen. Eine Bitkom-Studie zeigt, dass aktuell zwölf Prozent jener, die DVDs auf dem Fernseher anschauen, diesen mit dem Rechner verbinden. Der Rechner wird also zum DVD-Player. Außerdem stellt die Verbindung eben auch den Zugang zur Festplatte her. Wer hier Filme und Serien gespeichert hat, kann sie so auch über den Fernseher ausspielen.

Über diesen Weg gehen jedoch nur relativ wenig Menschen online. Zum Surfen bleibt der Computer oder eine mobile Lösung die erste Wahl. Bisher hat überhaupt nur jeder Dritte TV-Besitzer Zugang zum Netz. Wer mit dem Fernseher direkt ins Netz geht, will vor allem Musik-Streamingdienste (29 Prozent der TV-Besitzer) nutzen oder die bereits erwähnten Online-Mediatheken der Fernsehsender besuchen (25 Prozent). Und das geht wieder – wie sollte es anders sein – über verschiedene Wege.

Zwölf Prozent aller Fernsehgeräte in deutschen Haushalten sind direkt als Smart-TV an das Netz angeschlossen, neun Prozent gehen über eine Set-Top-Box (zum Beispiel Apple TV, TiVo oder Dreambox) online, acht Prozent nutzen einen Blueray-Rekorder und fünf Prozent eine Spielekonsole.

Over the top

Die besten Riesenfernseher ab 46 Zoll
Platz 10: LG 47LM660S, zwischen 950 bis 1090 EuroWertung von Stiftung Warentest: 2,6Die Prüfer von Stiftung Warentest kommen zum Schluss, dass dieser Flachbildschirm aus dem Hause LG besonders sparsam ist. Wer die Einstellung ein wenig verändert, bekommt auch ein noch besseres Bild. Der Ton ist befriedigend, bei Action-Filmen kann das Bild ruckeln, wie auch bei anderen schnellen Bewegungen. Wer 3D gucken möchte, bekommt vier entsprechende Brillen mit geliefert. Die Anleitung für den Fernseher sei wenig hilfreich. Quelle: PR
Platz 9: Sony KDL-46EX655, zwischen 740 bis 1100 EuroWertung von Stiftung Warentest: Gut (2,4)Bei dem Gerät ist der Preis für jeden Zentimeter Bilddiagonale besonders preiswert: Er liegt bei 6,50 Euro. Das Fernsehbild bei hochauflösenden Inhalten ist besonders gut. Doch auch hier: Bei schnellen Bildern ruckelt das Bild. Manko: 3D fehlt. Bekommt daher nur ein "Gut". Trostpflaster: Der Stromverbrauch ist gering. Quelle: PR
Platz 8: Philips 47PFL6007K, zwischen 1000 und 1250Wertung von Stiftung Warentest: 2,3Bietet unter den getesteten Bildschirmen das beste Bild für wenig Geld. Die Qualität ist durchgehend gut - egal ob über HDMI oder bei Fernsehen mit Standardauflösung. 3D ist sogar sehr gut bei dem Philips-Modell, vier Brillen liegen bei. Schwachstellen gibt es jedoch auch: Der Ton und das Bildschirmmenü sind nicht so doll. Quelle: PR
Platz 7: Loewe Connect ID 46 DR+, zwischen 2650 und 2900 EuroWertung von Stiftung Warentest: Gut (2,3)Den Rahmen gibt es in verschiedenen Farben, das Bild ist gut. 3D-Brillen bekommt der Käufer für zusätzlich 150 Euro das Stück. Ruckelt bei schnellen Bewegungen, der Blickwinkel ist klein, der Ton gut. Wirkliches Plus für dieses teure Modell: Die interne Festplatte nimmt Inhalte dank Doppelturner parallel zum Fernsehen auf. Quelle: PR
Platz 6: Sony KDL-46HX855, zwischen 1500 Euro und 1730 EuroWertung von Stiftung Warentest: Gut (2,2)Die Bilder sind ab Werkeinstellung recht gut, doch wer 3D schaut, sollte lieber den Kopf nicht neigen. Sonst schwindet der Tiefeneindruck. Spezielle Brillen werden nicht mitgeliefert. Der Ton ist gut. Weiterer Minuspunkt: Der Fernseher steht starr, kann also nicht geneigt oder geschwenkt werden. Quelle: PR
Platz 5: Samsung UE46ES6990, zwischen 1250 und 1500 EuroWertung von Stiftung Warentest: Gut (2,2)Die Verbindung mit dem Heimnetzwerk verläuft komfortabel. Sind die Batterien bei der Fernbedienung leer, kann der Fernseher auch am Gerät selbst betätigt werden. Bild und 3D-Inhalte sind gut, vier Shutterbrillen werden mitgliefert. Klang gerade noch akzeptabel. Quelle: PR
Platz 4: Metz Aurus 47 3D Media, 4200 EuroWertung von Stiftung Warentest: Gut (2,1)Der hohe Preis ist gerechtfertigt - Man kann fernsehen und gleichzeitig Inhalte aufnehmen. Bild ist gut, bei 3D sogar sehr gut; zwei Polarisationsbrillen werden mitgeliefert. Der Ton ist besser als bei anderen Flachfernsehern. Großer Minuspunkt: Keinen Internetverbindung. Quelle: PR

Nachteil des sogenannten Smart-TV ist, dass sich Homepages nicht einfach aufrufen lassen, wie mit einem Webbrowser am Computer. Die Menüführung funktioniert wie beim Smartphone über Apps. Da das Smart-TV aber noch nicht so weit verbreitet ist, stehen hier auch noch nicht im Ansatz so viele Anwendungen zur Verfügung. Auch die Menüführung ist mit der Fernbedienung eher umständlich – verglichen mit einer Mouse oder einfach den eigenen Fingern. „Die ganze Branche bekommt erst seit zwei Jahren so richtig Fahrt. Da wird sich noch viel entwickeln“, sagt Michael Schidlack. Dabei wird auch immer wieder die Frage in den Raum geworfen, ob die Fernbedienung langfristig die richtige Lösung ist. Sprach- und auch Gestensteuerung werden jedenfalls immer stärker getestet.

 

Viel wurde bereits über Second-TV geschrieben – also darüber, dass das TV-Gerät auch dazu genutzt wird weiterführende Informationen zu Polit-Talkshows, Schauspielern oder Diskussionen im Netz genutzt wird. Fakt ist, dass das bisher über den Fernseher kaum jemand macht. „Der Fernseher ist ein geteiltes Medium“, sagt Bitkom-Experte Schidlak. Deutlich sinnvoller sei es sich die zusätzlichen, individuell gewünschten Infos einfach auf dem Smartphone anzeigen zu lassen. Neben der eigenen Suche wird in diesem Bereich auch stark weiter entwickelt. Einige Geräte schicken inzwischen schon Zusatzinfos per Knopfdruck einfach auf das Smartphone.

Technik macht Tempo

Digitale Welt



Der technische Fortschritt treibt das Thema Fernsehen im Internet immer rasanter voran. Alles was heute Ist-Zustand ist, könnte in ein paar Jahren schon wieder ganz anders aussehen. Neuester Trend ist OTT – Over the top. Mit diesem Dienst sollen die Nutzer auf eine Kombination von Internet- und TV-Angeboten zugreifen können – wie es sich bereits bei dem schwedischen Zattoo-Konkurrenten Magine andeutet. Insgesamt ist das Angebot in Deutschland auf Grund von Urheberrechts- und Lizenzfragen in diesem Bereich noch sehr dünn. Das größte bekannte Portal ist bisher www.myvideo.tv . Allerdings sind OTT-Inhalte in der Regel nur länderweit verkauft worden

Anschluss halten ist in diesem Wust nicht immer einfacher – weder für die Nutzer noch für deutsche Anbieter. Die müssen aufpassen, dass sie ihre eigenen Produkte nicht von ausländischen, smarteren Lösungen überrennen lassen. Und auch die Nutzer sollten zumindest im Rahmen der eigenen Interessen versuchen Schritt zu halten. Denn viele Wege führen zu Filme, Serien, Sport-Sendungen, Nachrichten und Lotto-Zahlen.

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