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Umdenken beim Spieleriesen Wie Electronic Arts auf die Gratis-Kultur reagiert

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Probleme mit Online-Spielen

Trotzdem läuft bei der weltweit zweitgrößten Spielefirma längst nicht alles nach Plan. Der Aktienkurs sank seit Monaten und fiel im Juli unter zehn Euro – eine Schwelle die EA zuletzt Ende der Neunziger Jahre unterschritten hatte. Die Erlöse fielen im Ende Juni abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal um vier Prozent auf 955 Millionen Dollar, der Gewinn sackte um neun Prozent auf 201 Millionen Dollar ab.

Hauptgrund ist das schwache Geschäft mit den herkömmlichen PC- und Konsolenspielen unter dem derzeit die ganze Branche leidet. „Wir sind in einer Phase, die es in der Industrie alle fünf bis sieben Jahre gibt“, sagt Coenen. Denn Playstation 3 und Xbox 360 sind schon lange auf dem Markt, die Nachfolger werden jedoch wohl frühestens im kommenden Jahr angekündigt. Daher erwartet der Deutschlandchef auch für 2013 ein schwieriges Jahr.  

Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist der Nachfolger von Nintendos Wii, der zum Weihnachtsgeschäft in die Läden kommen soll und eben die neue Onlinewelt. Denn die Rückgänge sollen durch die Digitalumsätze aufgefangen werden. Künftig könnten diese sogar die bisherigen zyklischen Schwankungen der Branche stoppen. „Eine Kannibalisierung sehe ich daher beim besten Willen nicht“, sagt Coenen.

Millionen Nutzer wandern ab

Doch der digitale Schwenk gelingt nicht immer wie gehofft. Probleme macht beispielsweise das im Vorjahr gestartete Online-Spiel „Star Wars“. Mehr als 150 Millionen Dollar hat EA darin investiert und sich davon einen ähnlichen Erfolg versprochen, wie ihn Marktführer Activision Blizzard mir „World of Warcraft“ über Jahre verzeichnete. „Star Wars“ kostet monatlich 14,99 Dollar, doch die Zahl der Spieler die bereit waren, diese Gebühr zu zahlen sank von 1,7 Millionen auf unter eine Million. Analysten kalkulieren sogar nur mit 500 000 Spielern.  

Daher entschied Electronic Arts kürzlich, das Online-Spiel kostenlos zu machen. Im Herbst wird es neben der bisherigen  eine Gratisversion mit kostenpflichtigen Zusatzfunktionen geben.

Generell haben es die Online-Spiele mit monatlicher Gebühr schwer. In Deutschland sanken die Umsätze mit Abogebühren im ersten Halbjahr um 21 Prozent auf 84 Millionen Euro. Der Verkauf virtueller Güter legte hingegen um 63 Prozent auf 145 Millionen Euro zu.

So musste zum Beispiel auch der Bauklotzkonzern Lego sein ebenfalls mit großen Aufwand entwickeltes Spiel „Lego Universe“ erst kostenlos machen - und stellte es dann ganz ein. Und auch „Warcraft“ hat ein Zehntel seiner Spieler eingebüßt, wobei das Fantasyspiel immer noch neun Millionen Fans bindet.  

EA-Manager Decker will das Abomodell trotzdem nicht vollständig abschreiben und sieht es über die Hintertür zurückkommen: „Manche Free-to-Play Spiele haben ja Abonnementfunktionen integriert, so kann man beispielsweise jeden Monat ein Paket an Gütern kaufen.“

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