Urheberrecht Die Fronten im Streit ums digitale Kopieren

Befürworter und Gegner streiten erbittert über das Urheberrecht. Die wichtigsten Parteien und Argumente der verschiedenen Lager im Überblick.

Computermonitor Quelle: dpa

Fünf Minuten redete der Musiker Sven Regener im März über das Urheberrecht. Offensichtlich aufgebracht sprach er davon, das Urheberrecht sei inzwischen leider "uncool", und äußerte seine Wut angesichts einer Debatte, mit der Künstlern "ins Gesicht gepinkelt" werde. Für ihn sei es eine Frage von "Respekt und Anstand", Inhalte nicht zu kopieren, sagte Regener im Interview mit dem Zündfunk von Bayern 2 und nannte es eine Unverschämtheit, dass Google viel Geld verdiene, aber nicht bereit sei, für auf YouTube abgespielte Videos den Künstlern Geld zu zahlen.

Der Mitschnitt des Interviews erhielt viel Zustimmung und Kritik. Schließlich sehen sich alle kreativen Branchen angesichts der technischen Entwicklungen vor einer großen Herausforderung. Da es so einfach ist, digitale Inhalte zu kopieren, haben die Rechteverwerter die Verbreitung von Werken nicht mehr unter Kontrolle, auch viele Urheber fürchten um ihre Einnahmen. Regener ist einer davon. Kernpunkt dieser Debatte ist das Urheberrecht – und die Suche nach neuen Geschäftsmodellen.

Acht Tage nach Regeners Interview veröffentlichten 51 Autoren der Fernsehreihe "Tatort" auf der Website des Verbandes deutscher Drehbuchautoren einen offenen Brief. Gerichtet ist er an die Grünen, die Linkspartei, die Piratenpartei und an die entsprechenden Fachausschüsse des Bundestages. Die Autoren fordern darin, die Beteiligten der Debatte müssten sich "von ein paar Lebenslügen" verabschieden.

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Sie schrieben, in der Debatte werde die Banalität von Rechtsverstößen kaschiert oder gar zum Freiheitsakt hochgejazzt. Gleichzeitig würden die Grundrechte der Urheber "marginalisiert: zum Beispiel das Grundrecht auf geistiges Eigentum". Die Kernaussage lautete: "Vor allen Dingen sollten die Netzpolitiker aller Parteien die Finger von den Schutzfristen lassen, und bitte nicht jede Missbrauchskontrolle bei Providern und Usern gleich als den definitiven Untergang des Abendlandes anprangern."

Beides waren Einzelaussagen. Beide waren auch nicht der Beginn, sondern nur ein Punkt in einer langen Debatte. Eine Debatte, in der es klare Fronten gibt. Im Folgenden daher eine Zusammenstellung der wichtigsten Thesen und Protagonisten, geordnet nach Fraktionen.

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