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Valley Talk

Angriff auf Googles Geschäftsmodell

Matthias Hohensee Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche
Matthias Hohensee Korrespondent (Silicon Valley)

Der Markt für Online-Werbung boomt. Doch Googles Geschäftsmodell wird von Suchmaschinen-Optimierern wie Marketo oder Pardot angegriffen. Am erfolgreichsten ist das Startup Hubspot.

Dinge, die Google lieber geheim halten will
Google hat den Tablet-Markt verschlafenGoogles erster eigener Tablet-PC, das Nexus 7 (Foto), kam erst diesen Juli auf dem Markt. Damit schiebt sich Google in ein Terrain, auf dem sich schon einige Platzhirsche drängeln: Apple, Samsung, Amazon. Google wird es schwer haben, sich als Neuling unter diesen etablierten Anbietern  zu behaupten. Quelle: dpa
Google verschleiert seine DatensammeleiGoogle besitzt zwar eine Datenschutzrichtlinie, diese wird jedoch von der Europäischen Union bemängelt. Danach fehlen wichtige Informationen und eindeutige Formulierungen. So steht in der Datenschutzrichtlinie nicht deutlich, was das Unternehmen mit den Infos der User macht. Außerdem informiert Google nicht darüber, wie lange es bestimmte Informationen, wie Aufenthaltsorte, speichert. Quelle: dapd
Bei der Android-Vielfalt verzichten Hersteller auf UpdatesDas Google-Betriebssystem Android für Smartphones und Tablet-PCs gibt es für hunderte verschiedene Modelle. Das wirkt sich negativ auf das Update-Verhalten der Hersteller von Endgeräten aus. Seit der Android-Einführung 2008 gab es zehn verschiedene Updates. Diese müssen die Hersteller auf jedes ihrer einzelnen Smartphone- und Tablet-Modelle anpassen. Das ist aufwendig, wodurch die neuen Versionen meist unter den Tisch fallen lassen werden. Derzeit ist Android 2.3 von Dezember 2010 immer noch die am meisten verbreitetste Version. Quelle: dapd
Der Aufwand ist zu groß, unerwünschte Suchergebnisse zu löschenEs kommt vor, dass Menschen bei Google etwas über sich persönlich finden, was sie dort nicht gerne sehen. Dagegen etwas zu unternehmen, ist schwierig. Die Suchergebnisse basieren auf berechneten Algorithmen. Je öfter etwas im Internet erwähnt wird, desto eher findet man es bei Google. Es ist sehr aufwendig, etwas aus den Google-Ergebnissen zu löschen und meist mit rechtlichen Schritten verbunden. Dabei muss vor allem erst der Text, das Bild oder das Video von dem Server gelöscht werden, auf den die Information gespielt wurde. Dann kann es noch bis zu neun Monate dauern, ehe die Info auch aus der Google-Suche verschwindet. Quelle: dpa
Apple-Maps könnte Google bald einholenApple hat sich entschieden beim neuen iPhone 5 (Foto) auf die vorinstallierte Google-Maps-App zu verzichten. Stattdessen findet sich auf dem Handy ein eigenes Kartenprogramm. Die weist im Vergleich zu Google Maps war einige Schwächen auf, doch Experten sind sich sicher, dass Apple bald nachlegen wird – und Google so einholen oder gar überholen könnte. Quelle: REUTERS
Die Arbeit der Google-AngestelltenVolleyballplatz, Bowlingbahn, Gemüsegarten – das Google-Hauptquartier bietet zahlreiche Annehmlichkeiten. Mit ähnlichen Dingen warten auch manche europäische Zweigstellen auf. Experten werfen dem Unternehmen vor, so Mitarbeiter länger an ihrem Arbeitsplatz halten zu wollen und zu Überstunden zu bewegen. Quelle: dapd
Google steht beim Online-Shopping hinten anGoogle ist bei Online-Shoppern nicht die erste Wahl. Laut einer Studie von Forrester Research hat fast ein Drittel der Konsumenten bei ihrem letzten Online-Einkauf als erste Adresse Amazon (Foto) angesteuert. Bei Google waren es gerade mal 13 Prozent. Quelle: dpa

Google ist mit seiner Suchmaschine so dominant wie nie. In Deutschland laufen über 90 Prozent aller Suchanfragen über den Internet-Giganten aus dem Silicon Valley. Trotzdem sind die Aktionäre des Konzerns beunruhigt. Nicht nur wegen drohender Kartellklagen in den USA. Schlimmer noch ist, dass der Preis für Googles wichtigstes Produkt fällt, nämlich der von Textanzeigen am Rand der Google-Suchergebnisse. Für die zahlen Googles Kunden im Vergleich zum Vorjahr rund 15 Prozent weniger.

Das Management des Suchkonzerns spielt den Preisverfall zwar herunter. Denn gleichzeitig haben die Klicks auf die Anzeigen um ein Drittel zugelegt. Google nimmt pro Klick weniger ein, kann aber den niedrigen Preis durch mehr Transaktionen ausgleichen.

Grund für die sinkenden Preise für suchbasierte Anzeigen ist, dass ein Teil der Werbeetats mittlerweile in mobile Werbung auf Smartphones fließt. Deren Wirksamkeit ist jedoch umstritten. Deshalb zahlen Anzeigenkunden dafür im Schnitt weniger als für Werbung auf dem Computer. Damit haben nicht nur Google, sondern auch Facebook, Microsoft und Yahoo zu kämpfen.

Suchmaschinen-Optimierer

Aber es gibt einen weiteren Trend, der Googles Geschäftsmodell unterhöhlt: Findige Unternehmer versprechen ihren Kunden, deren Produkte und Dienstleistungen weit oben in den werbefreien Suchresultaten der Suchmaschine zu platzieren. Die Folge: Sie müssen weniger in die Textanzeigen neben den Suchergebnissen investieren.

Solche sogenannten Suchmaschinen- Optimierer gibt es zwar schon seit Mitte der Neunzigerjahre. Neu ist aber, dass es immer mehr und bessere automatisierte Dienstleister gibt, die ihren Kunden helfen, durch vordere Ränge in den Internet-Suchergebnissen oder durch Kampagnen in sozialen Medien ihren Online-Werbeetat effektiver einzusetzen, zu kontrollieren oder gar zu reduzieren. Diese Unternehmen heißen unter anderem Marketo, Eloqua und Pardot.

Der erfolgreichste aber ist Hubspot. Das Unternehmen wurde am prestigeträchtigen Massachusetts Institute of Technology (MIT) von Brian Halligan und dessen Geschäftspartner Dharmesh Shah im Sommer 2006 gegründet.

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