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Valley Talk

Droht Google Microsofts Schicksal?

Matthias Hohensee Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche
Matthias Hohensee Korrespondent (Silicon Valley)

Microsoft kämpfte einst um die Dominanz im traditionellen Internet – und verlor. Warum es dem Suchmaschinen-Giganten in der mobilen Welt ebenso ergehen könnte.

Google muss sich vor allem vor Facebook fürchten. Das Soziale Netzwerk will die Google-Dominanz im mobilen Web mit einem neuen Dienst unterlaufen. Quelle: dpa

Vor zehn Jahren hatte das Silicon Valley im mobilen Internet nichts zu melden. Den Markt beherrschten Handyproduzenten wie Nokia, Blackberry und Motorola – und der Softwarekonzern Microsoft. Das änderte sich mit dem Start von Apples iPhones 2007 und dem Boom von Googles Handysoftware Android.

Seitdem dominiert das Silicon Valley das mobile Internet. Um iPhone und Android herum ist ein dynamischer Markt für Applikationen und Services entstanden. Mit Hardware lässt sich zwar noch gutes Geld verdienen. Doch langfristig liegen die Profite auch hier, wie die Computerbranche zeigt, in Software und Diensten.

Wie sich damit aus dem Nichts Milliardenimperien schaffen lassen, haben jeweils die Gründer von Microsoft und Google bewiesen. Nun geht es um die Dominanz im mobilen Internet – das ungleich lukrativer sein wird als das traditionelle. Denn viel näher als über Smartphones kommen die Plattformanbieter nicht an Kunden heran. Sie wissen oft sogar, wo die sich befinden.

Das Rennen scheint schon entschieden. Laut dem Marktforscher Statcounter laufen weltweit 94 Prozent aller mobilen Suchen über Google. Yahoo folgt mit mickrigen drei Prozent. Dass viele Nutzer Informationen nicht über mobile Web-Browser abrufen, sondern über Apps, muss Google nicht schrecken. Dank Android, dem App-Markt Google Play und Apps wie YouTube ist Google hier bestens positioniert. Steven Berman von der Rechtsanwaltskanzlei Hagens Berman hat deshalb bereits Google mit dem Vorwurf verklagt, den Markt für mobile Suche via Android zu monopolisieren.

Es erinnert an die Neunzigerjahre. Da stand Platzhirsch Microsoft im Verdacht, durch die Verknüpfung seiner Web-Software Internet Explorer mit dem dominierenden Betriebssystem Windows auf unfaire Weise das Internet erobern zu wollen. Das Ergebnis ist bekannt: Microsoft hat im Online-Wettbewerb mit Google mehr als 100 Milliarden Dollar verbrannt. Doch nicht wegen der Verurteilung als Monopolist, sondern weil Google das bessere Produkt hat.

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