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Valley Talk

Was ist das nächste große Tech-Ding?

Matthias Hohensee Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche
Matthias Hohensee Korrespondent (Silicon Valley)

Woher kommt das nächste Online-Imperium – nach Ebay, Amazon und Google? Drei Thesen, was den neuen Star auszeichnen wird und ein ganz persönlicher Favorit.

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Diese Gadgets kommen 2013
Die Google-BrilleGroß war die Begeisterung als Googles Datenbrille im April 2012 erstmals vorgestellt wurde. Dafür hat das Unternehmen ein Video gedreht, dass die Möglichkeiten dieses Gadgets zeigt. Die Technik, die dahinter steht wird als "Augmented Reality", also erweiterte Realität bezeichnet. Die Idee dabei ist, dass die Software Objekte unserer Umgebung erkennt und uns mit passenden weiteren Informationen versorgt. Außerdem kann die Brille alles, was auch Smartphones leisten. Sie ist zur Kommunikation, zur Routenplanung, zum Fotografieren und vieles weitere geeignet. Was einst der Mausklick war, könnte künftig eine Kopfbewegung oder einfach die Stimme sein. Quelle: dapd
Valves SteamboxValve Corporation hat mit Steam eine Internet-Vertriebsplattform für Computerspiele und Software entwickelt. Nach eigenen Angaben sind hier inzwischen über 35 Millionen aktive Benutzer registriert. Angeblich will das Unternehmen nun auch in das Konsolengeschäft einsteigen. Gerüchten zufolge plant Valve für das kommende Jahr eine eigene Steambox als Konkurrenz Xbox, Wii und PlayStation. Ein genauer Erscheinungstermin ist noch unbekannt. Quelle: Screenshot
Das YotaPhoneIm Herbst 2013 will der russische Hersteller Yota Devices das YotaPhone auf den Markt bringen. Das Android-4.2-Gerät soll zwei Displays besitzen, die unabhängig voneinander arbeiten und so Smartphone und E-Reader miteinander verbinden. Während auf der einen Seite das "normale" Smartphone-Display zu sehen ist, befindet sich hinten ein E-Ink-Display. Dieses soll extrem stromsparend arbeiten. Gespräche zwischen dem Konzern und Mobilfunkbetreibern in Nordamerika und Europa laufen bereits. Der Preis des Smartphones ist noch nicht bekannt. Quelle: Screenshot
Microsofts neue XboxMicrosoft will 2013 wieder groß mit einer Konsole auftrumpfen, die momentan unter dem Projekttitel Xbox 720 läuft. Geplant ist ein geradezu revolutionäres Spielerlebnis. Zumindest ließ sich das Unternehmen eine Methode patentieren, die eine Datenbrille mit der Konsole verbindet. Dadurch könnte "Augmented Reality" wie bei Google Glasses künftig auch beim Gaming zum Einsatz kommen. Zusätzlich will Microsoft eine abgespeckte Xbox 360 rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft 2013 auf den Markt bringen. Quelle: Presse
iPhone 5SKaum war das iPhone 5 auf dem markt, da tauchten auch schon erste Gerücht über die Produktion eines iPhone 5S auf. Eines ist sicher, der Smartphone-Nachfolger aus dem Hause Apple wird kommen - nach aktuellen Informationen wahrscheinlich sogar schon im Frühjahr. Vielleicht aber auch erst im Sommer, Apple selbst hat sich dazu noch nicht geäußert. Angeblich soll es im Dezember bereits erste Testläufe des Smartphones gegeben haben. Außerdem wird vermutet, dass das neue Apple-Gerät mit einem schnelleren Prozessor ausgestattet wird. Bis es soweit ist, werden sich die Gerüchte um das neue iPhone ganz sicher noch einige Mal überschlagen. Quelle: dapd
Facebook-PhoneDas Bild zeigt ein "ChaCha" von HTC, so ähnlich könnte bald das "Facebook-Handy" aussehen. Monatelang war über ein Telefon aus der Zuckerberg-Familie spekuliert worden - jetzt kommen gleich mehrere auf den Markt. Auf den neuen Geräten ist Facebook aber nicht nur einer der Kommunikationswege, sondern das Herzstück. Richtige Facebook-Knöpfe haben etwa die beiden Geräte, die der Hersteller HTC auf dem Mobile World Congress in Barcelona präsentiert. HTC hatte die Markteinführung des Facebook-Handys eigentlich schon für Ende 2012 geplant. Andere Projekte schienen dem Unternehmen jedoch wichtiger gewesen zu sein. Der Termin wurde auf Mitte 2013 verschoben. Quelle: dpa
Samsungs Galaxy S4Neben dem iPhone ist das Galaxy S3 eines der beliebtesten Smartphones bei den Kunden. 2013 will Samsung mit dem S4 nachlegen. Erscheinen soll es im zweiten Quartal 2013. Natürlich sollen Leistung, Qualität und Schnelligkeit beim neuen Samsung-Smartphone deutlich besser sein. Außerdem hält sich das Gerücht, die Südkoreaner könnte auf Größe setzen und das 4,8-Zoll-Display auf 5 Zoll vergrößern. Das vermutlich im April erscheinende Gerät wird etwa 500 Euro kosten. Quelle: REUTERS

Die Frage treibt das Silicon Valley stetig um: „What is the next big thing?“ Vor allem im Internet. Denn dort lassen sich – etwa im Gegensatz zu Investitionen in Biotechnologie oder erneuerbaren Energien – mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln und in kurzer Zeit neue Imperien von Weltruf hochziehen. Was also wird das nächste Google oder Facebook?

Vieles spricht dafür, dass der Nachfolger bereits existiert. Denn analysiert man die Geschichte des Internets, dann setzen sich etwa alle fünf bis sieben Jahre neue, namhafte Unternehmen durch. Amazon, Yahoo und Ebay kamen 1997 – drei beziehungsweise zwei Jahre nach Gründung – richtig in Fahrt. Fünf Jahre später hatte Google den großen Durchbruch, als die Suchmaschine 2002 ihren Jahresumsatz verfünffachte. Fünf Jahre darauf setzte sich Facebook im Gerangel der sozialen Netzwerke durch, nachdem es sich der Allgemeinheit und externen Entwicklern geöffnet hatte.

Die Geschichte von Facebook
April 2013Mark Zuckerberg stellt die neue Funktion Facebook Home vor. Die Software ist für Android verfügbar und legt sich wie ein Filter zwischen das Google-Betriebssystem und den Desktop. Mit der Installation wird der Facebook-Newsfeed zur ersten Benutzeroberfläche. Ein Angriff auf Google. Quelle: AP
Januar 2013Mark Zuckerberg stellt im Rahmen einer Pressekonferenz das neue Tool "Graph Search" vor. Damit steigt Facebook stärker in die Suche ein. Zuckerberg sieht das Produkt neben "Newsfeed“ (Aktivitäten von Freunden und Bekannten) und "Timeline“ (die eigenen Aktivitäten) als dritten großen Eckpfeiler seines Unternehmens. Mehr zum Thema Quelle: REUTERS
30. Januar 2012Facebook wächst weiter und auch die mobile Werbung nimmt Fahrt auf. Doch die Margen schrumpfen, unter dem Strich bleibt weniger übrig. Die Kosten steigen und es wird massiv investiert. Die Börse reagiert mit Verunsicherung. Das Umsatzwachstum im Weihnachtsquartal von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,58 Milliarden Dollar übertraf sogar die Analystenschätzungen von im Schnitt 1,53 Milliarden Dollar. Doch dem weltgrößten Social Network laufen die Kosten davon. Der Nettogewinn des Unternehmens aus dem kalifornischen Menlo Park fiel im Jahresvergleich um dramatische 79 Prozent auf nur noch 64 Millionen Dollar. Nachbörslich verlor die Aktie in der Spitze bis zu zehn Prozent, erholte sich später aber wieder leicht. Weitere Informationen. Quelle: REUTERS
24. September 2012: Schwarzer Börsen-TagDie Facebook-Aktie hat einen ihrer schwärzesten Tage seit dem Börsengang im Mai erlebt. Sie verlor bis zum Börsenschluss in New York mehr als 9 Prozent auf 20,79 Dollar. Grund für den Einbruch waren erneut hochgekochte Zweifel daran, dass das Soziale Netzwerk seine überlebenswichtigen Werbeeinnahmen wie erhofft steigern kann. Quelle: dpa
18. Mai 2012Facebook geht erstmalig an die Börse und muss schon wenige Tage später eine Schlappe einstecken. Die Aktie fiel auf 13,1 Prozent. Quelle: dapd
Mann sitzt vor einem Skype-Bildschirm
Facebook-Fanpage der Queen Quelle: rtr

Falls sich dieser zeitliche Ablauf wiederholt, müsste der künftige Stern am Internet-Himmel bereits 2012 aufgegangen sein. Doch wo muss man ihn suchen?

Drei Anhaltspunkte für den Star von Morgen

Drei Anhaltspunkte: Zum einen muss der Newcomer von den derzeitigen Marktgrößen unterschätzt werden. Sonst hätten sie ihn schon plattgemacht. Er kann zudem nur strahlen, wenn sich bestehende Märkte verändern. Drittens muss er nicht unbedingt ein neues Geschäftsmodell erfinden. Er muss ein reales Bedürfnis befriedigen.

Die wichtigsten IT-Trends

Google konnte so erfolgreich werden, weil sowohl Yahoo als auch Microsoft das Startup unterschätzten. Bill Gates war überzeugt, dass Google ein von Silicon-Valley-Finanzierern errichtetes „Kartenhaus“ sei. Doch die Suchmaschine konnte sich durchsetzen, weil die Zahl der Internet- Nutzer auch nach dem Platzen der Dotcom-Blase weiter boomte und die Werbebranche diese erreichen wollte.

Die richtigen Werkzeuge bieten

Die besten Shopping-Apps
Die besten Apps zum EinkaufenAmazon MobileDie App des US-Versandhändlers beeindruckt mit ihrer visuellen Produktsuche „Memo“ : Fotografiert der Nutzer ein beliebiges Produkt, erscheint kurz darauf der Link zur passenden Amazon-Seite. Bilderkennung und fleißige Mitarbeiter machen es möglich. Quelle: Screenshot
BarcooWer per Handykamera den Barcode auf einer Verpackung scannt, dem verrät die App Barcoo des Berliner Software-Anbieters checkitmobile unter anderem, wie viel das Produkt in anderen Läden kostet, welche Nährwerte es hat oder ob es Laktose enthält. Quelle: Screenshot
CoupiesWas früher das Gutscheinheft war, ist heute Coupies: Die App des gleichnamigen Kölner Startups zeigt Rabatte von Läden in der Umgebung an – zwei Mittagessen zum Preis von einem etwa oder Prozente beim Einkauf im Geschäft um die Ecke. Quelle: Screenshot
FastmallDas US-Startup FastMall hat Einkaufszentren in 31 Ländern kartiert. Besucher können sich per App wie mit einem Navi zum Shop ihrer Wahl führen lassen. Auch aktuelle Angebote von Geschäften blendet das Programm auf der Karte ein. Quelle: Screenshot
GrouponDas US-Werbeunternehmen Groupon vermittelt Rabatte in Geschäften, Online-Shops oder Restaurants, die nur dann zustande kommen, wenn sich genügend Interessenten finden. Mit der App können Nutzer per Mobiltelefon Angebote in der Nähe suchen, sie einkaufen und die Gutscheine vor Ort einlösen. Quelle: Screenshot
OdifyIm Restaurant nicht mehr auf den Kellner warten, sondern gleich per Smartphone bestellen: Das soll bald mit der App Ordify des Göttinger Startups Orderpass möglich sein. Darin können Restaurants ihre Speisekarten digital anbieten. Bestellt ein Kunde ein Menü, dann geht die Order auf direktem Weg in die Küche. Quelle: Screenshot
RepositoMit der App des Karlsruher Startups Reposito lassen sich Kassenzettel abfotografieren und in einem Online-Archiv als rechtsgültige Kopie für den Garantiefall aufbewahren. Per E-Mail erinnert die App automatisch an ablaufende Garantie- und Gewährleistungsfristen. Die App meldet sich auch, wenn ein Produkt aus dem Kassenzettelarchiv über das EU-Schnellwarnsystem Rapex zurückgerufen wird. Quelle: Screenshot

Analog wurde Facebook lange Zeit von Google-Gründer Larry Page nicht für voll genommen. Das soziale Netzwerk konnte prosperieren, weil seine Nutzer dank Notebooks, Digitalkameras, besseren Internet-Browsern sowie schnelleren Smartphones immer besseren Zugang zum Web hatten. Dabei hatte es mit Friendster und MySpace bereits vorher soziale Netzwerke gegeben – doch erst Facebook bot den Menschen die richtigen Werkzeuge, um ihr Mitteilungsbedürfnis digital zu befriedigen.

Wer also könnte der neue Stern sein? Mein Favorit ist Square. Das 2009 gegründete Startup erlaubt seinen Nutzern per Smartphone-Kartenleser die Entgegennahme von Kreditkartenzahlungen.

Ebay in Zahlen

Riskante Ignoranz der Riesen

Google und auch Paypal, die Bezahlsparte von Ebay, nahmen Square lange nicht ernst. Zu viele Startups waren beim Versuch gescheitert, neue Bezahldienste zu installieren. Square dagegen half der Boom der Smartphones. Sein kleiner, aufsteckbarer Kreditkartenleser war ein Hit. Da Gebühren nur bei Nutzung anfallen, hat sich der Service in den USA schnell durchgesetzt. Inzwischen wickelt Square pro Monat fast eine Milliarde Dollar an Zahlungen ab. Sein Jahresumsatz wird auf rund 300 Millionen Dollar geschätzt. Paypal hat Mühe, Square zu kontern.

In Arbeit
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Ob Square weiter strahlt oder verglüht, wird sich dieses Jahr zeigen. Google, Apple, Amazon, Ebay und Transaktionsdienstleister wie Verifone verstärken den Druck. Umso mehr, als Square wegen seines Erfolges und der vielen Nachahmer (auch die Samwer-Brüder haben mit Payleven inzwischen einen Klon lanciert) fast schon zu prominent ist, um noch ungefährdet an die Spitze durchzustarten. Und so wird im Silicon Valley auch über einen Kauf von Square durch Facebook seit Langem spekuliert.

Die Suche nach dem nächsten Stern geht also weiter. Wo Apple-Gründer Steve Wozniak ihn vermutet, lesen Sie in meiner nächsten Kolumne.

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