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Verbraucherdaten Kritik an Schufas Facebook-Spionageplänen

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Angst vor "Unfug" und falschen Schlüssen

Welche Unternehmen Opfer von Hackern wurden
Zwei Jungs spielen mit Adidas-Fußbällen. Quelle: dpa/dpaweb
Händler an der Nasdaq. Quelle: REUTERS
Eine Rakete im Werk von Mitsubishi Heavy Industries Quelle: AP
Sony-Computer in einem Geschäft in Peking. Quelle: REUTERS
Eva Padberg präsentiert ein Spiel von Nintendo. Quelle: obs
Eine rote Ampel neben einem Schild der Citigroup. Quelle: REUTERS
Ein Laptop mit einem Oberstaufen-Aufkleber und eine Google Schürze Quelle: dapd

Die ersten Ergebnisse des auf zwei Jahre angelegten Projekts, für das nach Schufa-Angaben am HPI zwei Vollzeitstellen geschaffen worden sind, sollen im September veröffentlich werden. Es könne aber auch sein, „dass gar nichts Relevantes herauskommt“, sagte Schufa-Sprecher Lehmann.

Sein Unternehmen wolle lediglich einen Beitrag dazu leisten, „die gesellschaftlichen Chancen und Risiken der Informationsquelle Web wissenschaftlich zu hinterfragen“. Interessenvertreter der Internetnutzer bleiben dennoch skeptisch. Das Projekt zeige „klar die Richtung, in die bei der Schufa gedacht wird: Deine Freunde und dein Status sind Deine Bonität“, teilte Markus Beckedahl, Vorsitzender des Vereins Digitale Gesellschaft, per Twitter mit.

Das erinnere „nicht ohne Grund“ an Wohnumfeldbonitäten, „wo zum Beispiel aus der Bonität der Nachbarn auf die eigene geschlossen wird. Wir sind besorgt, dass hier Unfug getrieben wird“, schreibt Beckedahl.

Große Gefahr "schnell falsche Schlüsse" zu ziehen

Besorgt äußerte sich auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). „Besonders prekär“ sei, „dass nach den bisher bekannten Plänen auch gezielt auf privat eingestellte Daten zugegriffen“ werden solle, sagte vzbv-Referentin Carola Elbrecht auf dapd-Anfrage. Sie sehe die Gefahr, „dass aus den Profilen in sozialen Netzwerken auch schnell falsche Schlüsse gezogen werden können“.

Der schleswig-holsteinische Landesdatenschutzbeauftragte Thilo Weichert sagte NDR Info: „Hinter einem solchen Forschungsprojekt steckt immer eine Absicht.

Sollte die Schufa die gewonnenen Daten tatsächlich einsetzen, wäre das eine völlig neue Dimension.“ Er zweifle daran, dass eine Umsetzung der Projektideen rechtlich überhaupt haltbar sei.

Edda Castelló von der Verbraucherzentrale Hamburg nannte das Schufa-Projekt eine „Grenzüberschreitung“. „Wenn diese sehr privaten und persönlichen Datensammlungen wie Facebook von der Schufa zusammengeführt und ausgenutzt werden, dann wird es hochgefährlich.“

Digitale Welt



Auch Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner äußerte sich kritisch zu den Plänen: „Die Schufa darf nicht zum Big Brother des Wirtschaftslebens werden“, sagte Aigner. Aufgabe der Schufa sei die Prüfung der Kreditwürdigkeit, und dazu müssten die Finanzdaten reichen.

„Inhalte und Äußerungen in sozialen Netzwerken dürfen nicht von Auskunfteien missbraucht werden“. Daran müssten auch die Betreiber dieser Netzwerke ein großes Interesse haben, von ihnen erwarte sie eine klare Aussage. Zugleich forderte Aigner die Nutzer auf, persönliche Daten nur sparsam im Internet preiszugeben. „Soziale Netzwerke wie Facebook sind nicht kostenlos - wir bezahlen mit der Preisgabe unserer privaten Daten“, warnte sie.

Mit Material von dapd

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