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Vernetzung der Welt Facebook will Internet-Drohnen für Afrika

Nach Google setzt auch Facebook auf fliegendes Internet: Drohnen sollen das World Wide Web überall verbreiten und die Menschen vernetzen. Denn je mehr Menschen online sind, desto mehr nutzen Facebook.

Facebook will angeblich den Drohnenhersteller Titan Aerospace kaufen und dessen Drohnen als drahtlose Interneteinwahlstationen nutzen. Quelle: AP

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat sich vorgenommen, die Welt zu vernetzen. Jeder soll Zugang zum Internet haben - überall auf der Welt. Was sich schon in entlegenen Regionen Deutschlands mitunter schwierig gestalten kann, ist beispielsweise in Afrika noch ein ferner Traum. Nur 16 Prozent der Bevölkerung des schwarzen Kontinents haben Zugang zum World Wide Web. Dabei könnte das Internet gerade in armen Regionen Probleme lösen, so jedenfalls die Meinung der Technik-Allianz "Internet.org", zu der auch Facebook gehört.

Nun scheint das soziale Netzwerk einen weiteren Schritt Richtung Vernetzung der Welt gehen zu wollen, beziehungsweise seine Einkaufstour fortzusetzen. Laut einem Bericht des amerikanischen Technik-Blogs Techcrunch will Facebook den Drohnenhersteller Titan Aerospace für 60 Millionen Dollar kaufen. Laut des Berichts plant Facebook, gut 11.000 Drohnen bauen zu lassen, die als drahtlose Einwahlstationen das Internet in die entlegensten Ecken der Welt bringen. Am Zielort angekommen sollen die Drohnen in 20 Kilometern Höhe ihre Kreise ziehen. Betrieben werden die fliegenden Internetanschlüsse mit Solarenergie. Angeblich können sich die Modelle fünf Jahre in der Luft halten, ohne landen zu müssen.

Wie Drohnen die Wirtschaft verändern
Medikamente per DHL PaketkopterErst im November 2014 hat die Deutsche Post DHL eine Testphase mit Paketdrohnen beendet. Den allerersten Testflug absolvierte der „DHL-Paketkopter“ von einer Apotheke in Bonn zur Konzernzentrale auf der anderen Rheinseite. Anschließend kam eine DHL-Paketdrohne zum Einsatz, die die Notfallversorgung einer Inselapotheke auf Juist sicher stellen sollte. Das hat aus Sicht der Deutschen Post im Alltagsbetrieb gut funktioniert. Die ersten Versuchsflüge des Paketkopters vom Festland zur Insel Juist und zurück waren nach Angaben des Unternehmens erfolgreich. 20 Flüge seien störungsfrei verlaufen, sagte der DHL-Paketchef für Deutschland und Europa, Andrej Busch. Das unbemannte Fluggerät habe auch bei Dunkelheit, Regen und Nebel funktioniert und Medikamente transportiert. Auch Amazon, UPS und Google testen in den USA die Paketzustellung per Minihubschrauber. Quelle: Deutsche Post DHL
Drohnen in der LandwirtschaftAktuell wird vor allem in den USA intensiv über den Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft diskutiert. Luft- oder Satellitenaufnahmen des Pflanzenbestandes zu machen, war bisher teuer. Mit dem Einsatz einer Drohne könnten die Landwirte viel Geld sparen. Denn statt einer ganzen Mannschaft bedürfte es nur einer Person, die die Drohne in die Luft bringt und sie am Ende wieder einsammelt. Per Wärmebildkamera ließen sich kranke Pflanzen im Bestand frühzeitig erkennen. Das Unternehmen " Precision Hawk" bietet derartige Datensammlungen aus der Luft bereits an. Quelle: dpa
Luftaufnahmen ohne viel AufwandOb beim „Tatort“, „Alarm für Cobra 11“ oder Michael „Bully“ Herbigs neuem Kinofilm „Buddy“: Drohnen kommen zunehmend für Filmaufnahmen zum Einsatz. Wo früher Kräne klobige Filmkameras über den Drehort schwenkten oder Filmteams einen Hubschrauber besteigen mussten, machen heute zunehmend Kamera-Drohnen hochauflösende Aufnahmen aus der Luft. Quelle: dpa
Schnelle Lieferung mit „Amazon Prime Air“Wer seine Bestellung beim Online-Shop Amazon besonders dringend haben will, soll sie innerhalb der nächsten fünf Jahre über eine Drohne erhalten können.  In einem Unternehmensfilm zeigte Amazon Anfang  Dezember, wie der Schnelllieferdienst „Amazon Prime Air“ funktionieren soll.  Dabei sollen Kunden nur 30 Minuten auf ihre Bestellung warten müssen. Der Service sei betriebsbereit, heißt es aus dem Unternehmen. Es fehle noch die Genehmigung der US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration. Quelle: AP
Künstliche DNA an Stromleitungen anbringenImmer wieder fallen Stromleitungen Kupferdieben zum Opfer. Im Kampf gegen Kupferdiebe setzt die Deutsche Telekom zunehmend auf künstliche DNA, um die Kabel zu markieren. Das soll sie unverkäuflich machen. Für die Markierung setzt die Telekom Drohnen ein, wie dieses Foto  vom Juni in Berlin zeigt. Quelle: dpa
Den Transport in Afrika verbessernDer Packesel soll fliegen lernen, finden die Forscher von Afrotech. Die Forschungseinrichtung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne will den in Afrika weit verbreiteten Esel als Transportmittel durch Drohnen ersetzen. So wollen die Schweizer den Wohlstand in Afrika ankurbeln, dessen Verbreitung bisher auch am beschwerlichen Transport scheitert . Denn ein Bauer, der seine Ernte verkaufen will, und kein Auto besitzt, kommt in den Weiten des Kontinents nicht weit. Mit „The Flying Donkey Challenge“ haben die Schweizer einen Wettbewerb gestartet, in dem Tüftler eine Drohne entwickeln sollen, die bis zu 60 Kilogramm über lange Strecken befördern kann. Ein ähnliches Projekt ist Matternet, das ebenfalls Entwicklungsländer mit Drohnen versorgen will. Quelle: AP
Wie Drohnen die Pizzaboten ersetzenEine düstere Zukunft für Pizzaboten: Pizzen, Döner, Tacos und Burritos – all diese Speisen könnten künftig Drohnen ausliefern. Im Juni hat die Schnellrestaurantkette Domino’s Pizza in Großbritannien ihren ersten Drohnen-Testflug mit einer Pizza absolviert. Im März 2012 kündigten die Macher von „TacoCopter“ an, in den USA einen Lieferdienst für Tacos starten zu wollen. Dahinter steckt jedoch vermutlich ein PR-Gag. Konkreter ist die  Tüftler-Gruppe „Darwin Aeropsace“, die im Dezember 2012 Pläne für einen sogenannten „Burrito Bomber“ veröffentlicht hat. Wie die Burrito-Lieferung per Drohne funktionieren soll, ist öffentlich einsehbar, sodass jeder seinen eigenen „Burrito Bomber“ bauen kann. Im August 2012 haben sich Unternehmer, Ingenieure und Designer in Freiburg zusammen getan, um den sogenannten „DönerCopter“ auf die Beine zu stellen, der unbemannt Kebap ausliefern soll. Quelle: Screenshot

Ein ganz ähnliches Projekt hatte Google im Juni letzten Jahres vorgestellt. Unter dem Namen "Loon" schickte Google mit Helium gefüllten Ballons in die Stratosphäre, um die Stabilität der fliegenden Internetverbindung zu überprüfen. Damit könnten neben den bereits 2,2 Milliarden vernetzten Menschen theoretisch weitere 4,8 Milliarden hinzu kommen, begründete der Suchmaschinengigant das Projekt. Google selbst verglich das Projekt, das sich noch in einer Experimentierphase befand, mit einem Flug zum Mond. Es sei „ein wirklich großes Ziel“, sagte Projektleiter Mike Cassidy. „Die Macht des Internets ist wahrscheinlich eine der umwälzenden Technologien unserer Zeit.“
Der erste Nutzer des „Google Balloon Internet“ war der Bauer und Unternehmer Charles Nimmo aus dem kleinen Ort Leeston in Neuseeland, einer der 50 Tester. Seine Internetverbindung hielt 15 Minuten, bevor der Sendeballon außer Reichweite schwebte. Nimmo - Bewohner einer ländlichen Region ohne Breitband-Verkabelung - hält die Google-Idee für interessant. Bislang ist er auf eine Satellitenverbindung ins Internet angewiesen, die ihn bis zu 1000 Dollar (rund 750 Euro) im Monat kostet. „Es war komisch“, sagte Nimmo über das Google-Projekt. „Aber es ist auch aufregend, an etwas Neuem teilzunehmen.“

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Die mit Helium gefüllten Ballons ähneln in ihrem Aussehen riesigen Quallen. In rund 20 Kilometern Höhe sind sie von der Erde aus nicht zu sehen. Sie segeln mit den Windströmen um die Welt. Ihre Energie beziehen sie über Solarpanele, die Internetverbindung wird über Bodenstationen hergestellt. Das Signal hüpft sozusagen von Ballon zu Ballon und wird über die dort angebrachten Sender zu den Nutzern gefunkt.
Jeder Ballon könnte laut Google Internetverbindungen für die Bewohner von etwa 1250 Quadratkilometern anbieten - eine Fläche, die etwa der doppelten Größe der Millionenstadt New York entspricht. Erreicht werden könnte so praktisch jede Region der Erde, ob nun am afghanischen Khyber-Pass oder im afrikanischen Urwald. Dennoch gibt es eine Reihe von Hindernissen. Unter anderem müsste jeder Nutzer einen speziellen Empfänger für das Ballon-Signal haben. Vielleicht könnte Facebook den Konkurrenten Google ja in diesem Punkt überholen.

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