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Virtual Reality Mit der Achterbahn in virtuelle Welten

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Fantasielandschaft mit Drachen im Europa-Park

Mittlerweile hat er mit der Firma ein Patent auf die Technik angemeldet, mit der die Brille erkennt, wo sich der Nutzer auf der Achterbahn befindet, um dann die genau passenden virtuellen Bilder zu erzeugen. Im Europa-Park etwa fliegt der Nutzer auf einem rosa Drachen mit, sieht links und rechts die Flügel, wenn er den Kopf dreht, und unter sich eine Fantasielandschaft. Seit September 2015 ist es dort eine der Attraktionen.

Um weitere Kunden zu gewinnen, mussten Wagner und sein Team einiges an Überzeugungsarbeit leisten: „Solch ein Projekt gab es noch nie, viele haben Angst vor Übelkeit beim Tragen einer VR-Brille.“ In Orlando, im US-Bundesstaat Florida, fand im Dezember eine Messe für Freizeitparks statt. Dort stattete er eine Bahn aus. Nach Messeschluss durften die Teilnehmer kostenlos Probefahren – und standen Schlange.

Eine virtuelle Aufrüstung kostet pro Bahn einen niedrigen bis mittleren sechsstelligen Betrag. Für seine Auftraggeber jettet Wagner um den Globus: Er fliegt nach Belgien, Asien, Nordamerika. Macht Inbetriebnahmen, Messungen, Testfahrten: „So eine Chance, eine Idee umzusetzen, hat man nur einmal im Leben.“ Prinzipiell lässt sich jede Stahlachterbahn aufrüsten. Neben dem Europa-Park gibt es bereits weitere Kunden: Der große amerikanische Parkbetreiber Cedar Fair stattete einige seiner Anlagen mit dem System aus, eine Bahn in Japan folgt dieser Tage.

Digitale Welt



„Es herrscht Goldgräberstimmung in Sachen VR“, beobachtet der Kunsthistoriker Stephan Schwingeler vom Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe, ein Experte für Computerspiele. „Ich sehe große Chancen für VR Coaster, wenn sie keine elementaren Fehler machen, in dieser Branche wirklich Geld zu verdienen.“

Wagner steht unter Druck, bis zur nächsten Saisoneröffnung im Frühjahr wollen viele Parks eine fertig ausgerüstete Achterbahn haben. Doch er denkt längst weiter. Er will nicht nur Achterbahnen, sondern auch Sportler auf Fitnessgeräten oder gelangweilte Beifahrer im Auto mit VR-Brillen ausstatten. 2016 soll es losgehen. Damit ist klar: Auch künftig bleiben seine Arbeitstage lang.

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