Virtual Reality: Im Metaverse scheint langsam wieder Licht

Die Apple Vision Pro kostet 3500 Dollar.
Foto: APDas Universum, sagen Kosmologen, ist mit einem Urknall entstanden und rasend schnell expandiert. Genauso, scheint es, hat sich Meta-Gründer Mark Zuckerberg das vor ein paar Jahren mit seinem virtuellen Universum vorgestellt: Das Metaverse, eine dreidimensionale Computerwelt, sollte in einem Big Bang aufblühen.
Stattdessen kam das, was Kosmologen das dunkle Zeitalter nennen: Kurz nach dem Big Bang wurde das Universum erst einmal dunkel wie die Nacht. Ähnlich düster lief es im Metaverse: Zwar gab es einige Pionier-Raumschiffe mit faszinierenden Spielewelten, aber eine Zivilisation entstand nicht: Auf virtuellen Planeten wie Metas Horizon Worlds waren allenfalls Spurenelemente von Leben zu finden.
Vor allem schien es im Metaverse irgendwo ein großes schwarzes Loch zu geben, das Geld ansaugt und vernichtet: Rund 50 Milliarden Dollar Verlust hat Metas VR-Abteilung Reality Labs innerhalb weniger Jahre angehäuft.
Doch auch das dunkle Zeitalter hat im Universum ein Ende gefunden – und erste Galaxien und Sterne sind entstanden. An einem ähnlichen Punkt scheint das Metaverse nun zu stehen: Apple bringt am heutigen Freitag seine lang erwartete Datenbrille Vision Pro auf den Markt. Gleichzeitig meldet Meta in seinem Quartalsbericht erstmals einen Milliardenumsatz für seine Virtual-Reality-Abteilung. Unterm Strich bleibt ein Verlust von 4,6 Milliarden Dollar – Meta-Chef Zuckerberg aber sieht das als Investition.
Die neuen Apple-Brillen machen vieles leichter
Apple hat Berichten zufolge schon 200.000 Einheiten seiner neuen Brille verkauft – das wären immerhin 700 Millionen Dollar Umsatz. Vom ersten iPhone hat Apple im Sommer 2007 innerhalb von zwei Tagen 270.000 Stück abgesetzt.
Dass die Verkaufszahlen ähnlich stark ansteigen werden wie beim Smartphone, ist nicht zu erwarten – allein schon wegen des stolzes Preises von 3500 Dollar. Aber auch, weil ein Computer auf der Nase immer noch eine größere Umgewöhnung ist als ein Handy in der Hand.
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Immerhin aber macht die neue Brillengeneration vieles komfortabler, das gilt auch für die deutlich preiswertere Quest 3 von Meta: Die Brille ist schmaler und leichter geworden, sie scannt ihre Umgebung quasi von selbst und mischt echte und virtuelle Realität erstmals ziemlich überzeugend. Die Grafik hat einen Sprung nach vorne gemacht und auch die Steuerung per Hand wird immer besser.
Im Weihnachtsgeschäft scheint die Meta-Brille den Zahlen zufolge gut gelaufen zu sein. Und insgesamt kommt Schwung in die virtuelle Realität: 3,7 Millionen Menschen in Deutschland besitzen bereits eine Virtual-Reality-Brille, weitere 4,7 Millionen planen die Anschaffung, meldet der Verband der deutschen Games-Branche.
Es gibt also wieder Licht im Metaverse. Jetzt kommt es darauf an, darin zahlreiche weitere Planeten zu bauen, auf denen dauerhaft Leben möglich ist – Anwendungen, die Menschen immer wieder begeistern oder ihnen Nutzen bringen.