Von Nullen und Einsen

Amazon Kindle: Retro-Reader oder Zukunftsmodell?

Der Tablet-Boom macht E-Book-Lesegeräten wie Amazons Kindle Konkurrenz. Im Test muss der Kindle 4 zeigen, was er kann.

Das Kindle 4 kann mit seiner schnellen Technik und guten Verarbeitung überzeugen - Aber wird es auch in Zukunft eine Daseinsberechtigung haben? Quelle: dpa

Vor ein paar Tagen habe ich mir die neueste Generation von Amazons Kindle-Lesegerät gekauft. Die Idee dabei war, eine Alternative zum vergleichsweise schwereren Apple-iPad zu haben - und bei schlappen 99 Euro Einstiegspreis hielten sich die Zweifel, ob ein Klick auf den "Bestellen"-Knopf später zu Käuferreue führen könnte, in Grenzen. Hinzu kam, dass ich mittlerweile über eine große Bibliothek an vor allem englischsprachigen Titeln für die Amazon-Buchplattform verfüge, die voll und ganz an die Hardware angepasst ist. (Das Angebot an deutschen Büchern wächst mittlerweile zum Glück ebenfalls stetig.)

Schön schnell

Und tatsächlich: Der Kindle 4 enttäuschte nicht. Während die erste Kindle-Version, die ich anno 2007 erstmals testen konnte, noch unter einer relativ schwerfällig bedienbaren Oberfläche litt und auch das Wechseln von Buchseiten hätte flotter gehen können, ist die aktuelle Version schön schnell. Nicht einmal eine Tastatur hat der Einstiegs-Kindle mehr - und trotzdem war etwa das Eintippen des WLAN- und Account-Passworts mittels Cursor-Steuerkreuz keine allzu große Qual. Auch das Selektieren von Passagen zum Nachschlagen im Wörterbuch klappt gut.

Einzig störend war der nutzerunfreundliche Abgleich mit der bestehenden Bibliothek: Entweder ich habe die passende Funktion nicht gefunden oder man muss tatsächlich bei jedem einzelne Buch, das im Kindle-Archiv liegt, den Download von Hand anstoßen.

Die Trends der CES 2012
Die Highlights der CES 2012Die neuen Fernseher werden immer schlauer - und lassen damit viele Zuschauer dumm dastehen. Denn die wissen oft nicht mehr, wie sie mit 50 Kanälen, YouTube, Internet und den unvermeidlichen Apps klarkommen sollen. Auf der Elektronikmesse CES sucht die Branche nach Lösungen. Was der südkoreanische Konzern in diesen Tagen auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas zeigt, hat mit der Realität im Wohnzimmer der meisten Zuschauer wenig zu tun. Viele haben mittlerweile schicke Flachbildschirme, aber wer darauf YouTube-Videos, Blockbuster aus der Online-Videothek oder Urlaubsfotos von seinem PC gucken will, muss meist umständlich auf der Fernbedienung herumtippen, falls er überhaupt das richtige Menü findet. Die Fernseher können immer mehr, werden aber auch immer komplizierter. Die Branche weiß um das Problem - und will Abhilfe schaffen. Etwa mit intuitiven Fernbedienungen - bislang eine Rarität - sowie mit Stimme und Gesten, wie bei Samsung demonstriert. Einen Ansatz hat LG bereits im vergangenen Jahr vorgeführt: Der koreanische Hersteller verkauft einige Modelle mit einer „Magic Remote“, übersetzt: Zauber-Fernbedienung. Sie ermöglicht es, mit Fingergesten durch Menüs zu navigieren. Die neue Generation des Steuergerätes hat auch ein Mikrofon und gehorcht auf Sprachkommandos. Zudem hat LG eine 3D-Kamera entwickelt, die Bewegungen registriert und umsetzt. Beides - Sprach- und Gestensteuerung - bietet Microsoft mit seiner Xbox-Steuerung Kinect schon länger. Sony zieht nun nach: Wie LG bringt der japanische Konzern eine Fernbedienung heraus, die neben Fingerbewegungen auch Sprachbefehle versteht. Quelle: dapd
Hoffnung setzen die Hersteller in die OLED-Technik, die organische Leuchtdioden nutzt. Diese ermöglichen ein sehr kontrastreiches Bild und weite Blickwinkel und verbrauchen relativ wenig Strom. LG und Samsung (im Bild) stellten erstmals Fernseher mit einer wohnzimmertauglichen Größe von 55 Zoll vor. Allerdings sind die großen Panels noch deutlich teurer als herkömmliche LCD-Geräte. Konkrete Preise nannten die Unternehmen nicht. Quelle: dapd
Die Highlights der CES 2012Das Tablet erobert die Küche: Der «Qooq», ein in Frankreich entwickelter und besonders robuster Tablet-Computer. Das spritzwasser- und stoßgeschützte Gerät soll sogar mit teigverschmierten Fingern klarkommen. Ähnlich robust wie das Gerät selbst ist sein Betriebssystem: Es läuft mit Linux. Quelle: dpa
Es ist eine Mischung aus Riesen-Fernseher und Tafel: Sharp hat eine neue Serie von TV-Geräten namens „Aquos Board“ vorgestellt, die mit einem Touchscreen ausgestattet sind und einen kleinen PC eingebaut haben. Nutzer könnten auf dem Bildschirm malen, Notizen machen und die Ergebnisse abspeichern, erklärte das Unternehmen am Montag auf der Unterhaltungselektronikmesse Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas. Die „Aquos-Board“-Modelle laufen unter Windows 7 und unterstützen die Office-Programme von Microsoft. Sie sollen mit 60, 70 und 80 Zoll Bildschirmdiagonale erhältlich sein. Als Zielgruppe sieht Sharp Geschäfte und Bildungseinrichtungen. Zu Preisen und Verfügbarkeit äußerte sich das Unternehmen zunächst nicht. Eine neue Reihe leichter Fernseher richtet sich an Verbraucher. Die „Freestyle“-Reihe soll damit punkten, dass man sie innerhalb des Hauses leicht verstellen kann. Geplant sind Größen von 20 bis 60 Zoll, wobei die kleinste und mit 2,5 Kilo Gewicht auch leichteste Variante mit einem Akku herauskommt. Quelle: dapd
Während Konkurrenten wie Sony und Panasonic mit Verlusten zu kämpfen haben, verkündete Samsung-Chef Lee Kun-Hee für 2011 erneut ein Rekordergebnis. Die Präsentation eines ultradünnen OLED-Fernsehers wäre eine weiterer Höhepunkt auf Samsungs aggressivem Wachstumspfad. Zudem wird spekuliert, ob die Koreaner ihrem Smartphone Flaggschiff Galaxy 3S einen 3D-Bildschirm verpassen. Quelle: REUTERS
Web-TV ist eines der beherrschenden Themen auf der CES. Wie wichtig das Netz als TV-Konkurrent und Ergänzung geworden ist zeigen nicht nur die Geräte sondern auch Inhalte: Tom Hanks' präsentiert seine Web-Serie „Electric City“, die nach Jahre langer Entwicklungsarbeit in diesem Frühjahr bei Yahoo startet. Die futuristische Serie des Hollywood-Stars umfasst 20 Episoden in einer jeweiligen Länge von drei bis vier Minuten. Gesetzt sind die Folgen in einer scheinbar ruhigen und friedlichen Stadt in einer postapokalyptischen Welt. Viele der angesprochenen Themen berühren das soziale Gewissen, beispielsweise wenn es um Energieverbrauch geht. Auch Hanks selbst leiht einer der Serienfiguren seine Stimme. Quelle: AP
Rohan Marley, Sohn der Reggae-Legende Bob Marley, präsentiert den Ghetto-Blaster für's iPhone. "The House of Marley" heißt sein Unternehmen, rund 350 Dollar soll die tragbare Soundanlage kosten. Quelle: REUTERS

Die Verarbeitung überzeugt

Der Kindle 4 ist ansonsten ein gefälliges Stück Hardware: Die Herstellungsqualität des mit 6 Zoll ausreichend kompakten Gerätes ist gut, nichts wackelt oder klappert. Die graue Umfassung wirkt geradezu edel - ebenso der leicht angeraute Rücken. Allerdings zieht letzterer Fingerabdrücke magisch an. Neben dem Steuerkreuz nutzt man vier weitere Knöpfe (Zurück, Tastatur, Menü und Home) sowie zwei Paar Blätter-Buttons an den Kanten (Vor- und Zurückknopf) zur Bedienung. Dann gibt es noch einen Einschaltknopf, der allerdings an der unteren Seite und damit eher unbequem platziert ist. Dafür kann man ihn schwerlich aus Versehen treffen.

Der Bildschirm mit elektronischer Tinte (E-Ink) ist besser als früher: Das Kontrastverhältnis wurde leicht optimiert. Trotzdem haben Buchseiten noch immer den Look grauer Paperbacks, wirklich weiß ist die Hintergrundfarbe nicht. Lesen lässt sich auf dem Kindle 4 trotzdem gut, weil das Display gestochen scharf ist. Zeichen können bis auf ein sehr großes Niveau gezoomt werden, Zeilenabstände und Zeichenzahl darf man einstellen und das Bild sogar ins Querformat drehen. Mit der Standardserifenschriftart des Kindle muss man allerdings leben, falls man nicht zum Bastler werden will. Alternativ gibt's allein eine (serifenlose) Helvetica, die sich für längere Lektüresitzungen kaum eignet.

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