Von Nullen und Einsen

Das digitale Kofferradio

Bang & Olufsen ist vor allem für Design-Hifi-Anlagen bekannt. Nun begeben sich die Dänen in ein kostengünstiges Segment.

Bang & Olufsen hat im Mittelpreissektor ein portables Musiksystem auf den Markt gebracht. Kann der kleine graue Kasten klanglich überzeugen? Quelle: Screenshot

Bang & Olufsen, kurz B&O, gehört zu jenen Firmen, die unter Freunden geschmackvoller Unterhaltungselektronik zwischen heißer Liebe und blinder Gleichgültigkeit pendeln. Das Angebot der Dänen ist manchem zu designlastig und zu wenig vom High-End-Klang beseelt, während andere die Produkte des Unternehmens genau wegen ihres Looks kaufen. Preiswert waren die Komponenten dagegen noch nie. Entsprechend viel Aufmerksamkeit bekam B&O, als die Firma vor ein paar Monaten ankündigte, mit "B&O Play" nun auch eine vergleichsweise günstige Untermarke zu starten.

Das erste Ergebnis dieser Bemühungen liegt nun vor und nennt sich Beolit 12. B&O vermarktet das Gerät als portables Musiksystem; man könnte es angesichts der optischen Gestaltung aber auch problemlos als digitales Kofferradio titulieren. Schon der Name spricht dafür: Beolit nannte B&O dereinst auch seine tragbaren UKW-Empfänger. Statt schmalbandigen Hörfunk drahtlos einzufangen, setzt der Beolit 12 auf Apples Streaming-Technik AirPlay. Praktisch heißt das, dass man den kleinen grauen Kasten von PC und Mac aus mittels iTunes sowie von jedem aktuellen iOS-Gerät, also iPhone, iPad und iPod touch, kabellos mit Wunschmusik beschicken kann - per WLAN oder alternativ per Netzwerkkabel. Wer keine Lust auf Apple-Geräte oder iTunes hat, kann aber auch ein schlichtes Audiokabel benutzen, um seinen Rechner anzudocken.

Die Computertrends auf der Cebit
Neue Ultrakompakt-Rechner von AsusMit dem Eee-PC verhalf Asus der Geräteklasse der Netbooks zum Durchbruch. Auf der Cebit präsentiert Asus nun die neusten Versionen der Mini-Notebooks. Insgesamt sieben neue Eee-PCs hat Asus in Hannover im Gepäck. So richten sich die Modelle Eee-PC-1225B und 1225C an Multimedia-Fans, die auf eine HDMI-Schnittstelle zum Anschluss von Beamer oder Fernseher wert legen. Für ein Netbook besonders leistungsfähig ausgestattet ist die Modellvariante B, die mit HD6320-Grafik von AMD und für ein Netbook üppige 3 Gigabyte RAM ausgestattet ist. Die Modellvariante B ist dagegen nur mit einem Gigabyte Speicher und einem Intel-Chip ausgestattet. Die B-Variante soll für etwa 450 Euro in den Handel kommen, die Intel-Variante C rund 400 Euro kosten. Für Vielreisende präsentiert Asus außerdem ein Leichtgewicht auf der Messe. Das Modell Eee PC X101CH wiegt nach Herstellerangeben nur ein Kilogramm. Im Innern werkelt der speziell für Netbooks geschaffene Zweikern-Prozessor Intel Atom N2600. Das gerät soll rund 280 Euro kosten. Ähnlich ausgestatte Netbooks hat Asus auch mit AMD-Prozessoren im Angebot. Die Modelle werden in Deutschland und Österreich im März erscheinen.
Mini-PCDer Hersteller Sapphire stellt auf der Cebit eine neue Version seiner Mini-PCs Edge HD vor. Das Konzept: Klein, leise und stromsparend – aber voll netzwerkfähig. Der neue Sapphire Edge HD3 kommt mit energieeffizienten Prozessor AMD E-450. Der Prozessor besitzt zwei Kerne, die mit 18 Watt Leistung auskommen und 1,65 GHz Leistung bringen. Ein Monitor kann wahlweise über VGA- oder HDMI-Anschluss angeschlossen werden. Weiterhin bietet der Edge HD3 zwei USB-3-Ports, Gigabit-Ethernet und WLAN.
Kundenfeedback per AppAuch das Trendthema App geht auch in diesem Jahr nicht an der Cebit vorbei. So präsentiert das deutsche Start-Up Qnips auf der Cebit eine Kummerkasten-Technologie für das Smartphone-Zeitalter vor. Dabei wird auf den Kassenzettel ein QR-Code ausgedruckt. Der Code kann vom Smartphone mittels einer der üblichen QR-Code-Apps erfasst werden und der Kunde gibt direkt online Feedback zur Qualität von Service und Produkt. Quelle: raboe001@web.deRa Boe / Wikipedia
Quietschbuntes Kinder-Tablet für 100 EuroDer Einstieg in den Tablet-Markt ist immer günstiger zu haben. Der französische Hersteller Archos durchbricht mit seinem für Kinder gedachten Sieben-Zoll-Tablet Child Pad die magische Grenze von 100 Euro. Auf dem Tablet läuft das neueste Android-System 4.0. Es verfügt über üppige ein Gigabyte Arbeitsspeicher über weitere technische Details hält sich der Hersteller aber bedeckt. Grund für den extrem niedrigen Preis: Archos will damit seinen eigenen App Stopre AppsLib bewerben. Bei den Apps gewährt das Child Pad lediglich Zugriff auf den „Kids App Store“ von AppsLib. Dieser enthalte „Tausende kinderfreundliche Apps aus den Themenbereichen Spiele, Entertainment, Kommunikation, Multimedia, Bücher, Comics und Sport“, heißt es vom Hersteller. Auch die Benutzeroberfläche ist mit bunten Icons für Kinder angepasst, 28 kindgerechte Apps bereits vorinstalliert – darunter auch der Spieleklassiker „Angry Birds“. Der auf dem Tablet installierte  Webbrowser verfügt über einen die Filtertechnologie „Mobile Parental Filter“ von der Firma Editions Profil.
Nägel mit Köpfen auf dem iPadDie Softpro GmbH zeigt eine App-Innovation für das iPad auf der Cebit: Mit der Unterschriften-App des Unternehmens können Unternehmer direkt vor Ort digital Nägel mit Köpfen machen und einen Vertrag online unterschreiben, verspricht der Hersteller. Dazu bietet der Hersteller Apps und Eingabestifte an.
Billig-Tablets mit „Icecrem Sandwich“Die Firma Coby Electronics zeigt auf der Cebit seine Serie von Billig-Tablets in den Größen von sieben bis zehn Zoll Display-Diagonale. Ab April 2012 sollen die Kyros-Tablets  mit dem aktuellen Android-System 4.0 „Icecream Sandwich“ ab rund 170 Euro auf den Markt kommen. Zumindest die technische Ausstattung ließt sich für diesen Preis üppig: 1 GB großer Arbeitsspeicher, 1-GHz-Prozessor von ARM und WLAN.  Der Speicher für Apps und Daten lässt sich mittels SD-Karten, die zusätzlich gekauft werden müssen, auf bis zu 32 Gigabyte erweitern. Eine UMTS-Antenne für die mobile Datenversorgung fehlt – nur WLAN ist vorhanden. Die Größe des bereits eingebauten Speichers variiert je nach Modell. Der eigentliche Pferdefuß ist jedoch die Tatsache, dass kein Zugang zu Googles großem Angebot der Apps des Android-Market besteht. Stattdessen müssen Coby-Kunden auf das wesentlich kleinere Angebot des GetJar-Store zurückgreifen. Die Tablets sollen ab April 2012 verfügbar sein.
Fritzboxen holen LTE-Datenturbo nach HauseLTE – der kommende 4G-Funkstandard nach UMTS – kann auch für schnelles Internet zu Hause verwendet werden. Das lohnt sich vor allem abseits der Großstädte, wo schnelles Kabel und DSL oft nicht verfügbar sind. Derzeit bewirbt vor allem Vodafone entsprechende Verträge. Wer den DSL-Ersatz für das Heimnetzwerk nutzt, hatte bisher nur wenig Auswahl bei der Auswahl des Routers – an der Fritzbox 6840 LTE führte kaum ein Weg vorbei. Auf der Cebit präsentiert der deutsche Hersteller AVM neue Fritzboxen für LTE-Nutzer: Die beiden Modelle 6810 (links) und 6842 kommen ohne Antenne aus. Das Design der Boxen wurde laut AVM speziell für den LTE-Einsatz entwickelt.

Die Technik des Beolit

Insgesamt 2,8 Kilo wiegt der Beolit 12, ist dank integriertem Ledertrageriemen aber noch einigermaßen gut zu transportieren. Eine eingebaute Batterie, deren komplettes Aufladen 8 Stunden dauert, soll bis zu 4 Stunden (AirPlay) beziehungsweise 8 Stunden (Kabelverbindung) durchhalten, damit man notfalls auch eine Party fernab einer Steckdose beschallen kann. Zuhause betreibt man den Beolit 12 ganz normal am Netzstecker.

Optisch ist das Musiksystem für Freunde des Looks der 60er bis frühen 70er durchaus gelungen: Ein schickes Gitter aus grauem Kunststoff schützt das Innenleben. Strom- und Netzwerkkabel verschwinden hinter einer Klappe, USB- und Audioanschluss sind bequem an der rechten Seite untergebracht. Vier Farbvarianten will B&O verkaufen: Standard ist die dunkelgraue Version, die mir zum Testen vorlag, es soll aber auch noch blau, gelb sowie hellgrau geben. (Aktuell im Internet-Handel gesehen habe ich bislang neben der grauen nur die gelbe Variante.) Die Bedienelemente liegen auf der Oberseite, wo sich auch eine gummierte Ablagefläche für iPhone oder iPod touch befindet. Neben der Einschalttaste gibt es nur noch einen Netzwerk- und zwei Lautstärkeknöpfe - allesamt sind als Sensortasten ausgeführt und hintergrundbeleuchtet.

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