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Von Nullen und Einsen

Der ewige Speicher der Smartphones

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Nun gut, ich will Apple hier nicht als Singularität hinstellen. Eher ist es so, dass es den hippen Markenhersteller schlicht als Erstes erwischt hat. Google-Android-Geräte sammeln ebenfalls Infos etwa zum Aufbau eigener Ortsdatenbanken und Google hat auch noch die Suchdaten der Nutzer parat. (Es gibt zum Glück bislang keinerlei Indiz, dass es hier zu alptraumartigen Verknüpfungen kommt.) Auch Windows Phone 7 trackt und der Staat mit seinen Vorratsdaten bis vor kurzem natürlich auch. (Viel genauer als Apple, übrigens.)

Supersensor in der Hosentasche

Vielleicht, und das ist meine große persönliche Hoffnung, macht die Ortsdaten-Affäre nun mehr Menschen darauf aufmerksam, was für Supersensoren sie in ihrer Hosentasche mit sich herumtragen. Ein Smartphone hat Ohren (Mikrofon), Augen (ein bis zwei hochauflösende Kameras), kann "fühlen" (Touchscreen) und weiß stets, wo es ist (GPS) beziehungsweise wie es bewegt wird (Beschleunigungs- und Kreiselsensor). Das wird von Forschern mittlerweile genutzt, um erstaunliche Infos auszulesen oder die Geräte zum Gesundheitsmonitor zu machen.

Die andere Seite der Medaille ist die Tatsache, dass all die Speicher- und Erfasserei technisch wie finanziell kaum mehr etwas kostet. Ergo: Es wird mehr abgelegt, als nötig ist. Apples Programmierern fiel offenbar beim Bau ihrer Hilfsdatenbank nicht auf, dass sie problemlos monatelang Ortsinfos vorhalten konnte, die paar Megabyte störten nicht. Ein weiteres Beispiel: In jedem Bild, das mit einem modernen Smartphone geknipst wird, befinden sich, sollte man es nicht extra abgedreht haben, GPS-Infos über den Ort der Aufnahme. Stellt man solche Fotos nur oft genug ins Internet, lässt sich mit wenig Mühe ein Bewegungsprofil rekonstruieren. All das passiert einfach nebenbei.

Es wird nicht mehr lange dauern, bis jeder einzelne Anruf, den wir auf unseren Smartphones tätigen, rein zur Bequemlichkeit als Audiodatei mitsamt KI-technisch erfasstem Text vorliegt - Googles "Voice"-Dienst macht das für Voicemail-Anrufe bereits. Wir speichern also noch und nöcher und unsere Smartphones helfen uns dabei. Die Frage ist nur: Warum erkennen wir immer erst dann, welche gefährlichen Informationshaufen wir produzieren, wenn mal wieder irgendeine Datenschutzaffäre durch die Medien geistert?

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