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Von Nullen und Einsen

Die Sommer-Gadget-Schau

Überall ist Sommerloch - spätestens zum Ende der Fußball-WM zieht sich die Welt an Strand und Baggersee zurück. Die Hersteller cleverer Hardware machen dagegen Überstunden: wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan mit fünf neuen Spielzeugen, die mitten in der Hitzewelle auf den Markt kommen.

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Ben Schwan

Libretto W100: Doppeltes Netbook

Wer Toshibas neuesten tragbaren Minirechner zum ersten Mal, wird sich wundern, wo die Tastatur ist. Die Antwort: Es gibt keine. Stattdessen ist das Libretto W100 mit zwei berührungsempfindlichen 7-Zoll-Bildschirmen ausgestattet, von denen einer als Anzeigemedium und der andere zur Bedienung verwendet wird. Darstellbar auf dem Bedienteil ist nahezu alles - fremdsprachige "Tastaturen" zaubert man per Tastenwisch auf das Display. Ein eingebauter Bewegungssensor dreht den Bildschirm, damit man das W100 lesen kann wie ein Buch. Eine HD-Webcam lässt sich für Videochats verwenden.

Mit 819 Gramm ist das Netbook rund 100 Gramm schwerer als Apples iPad, bietet aber ein vollwertiges Windows 7-Betriebssystem. Wie performant das läuft, bleibt allerdings abzuwarten: Der eingebaute Hauptprozessor, ein Low-Voltage-Pentium mit 1,2 GHz von Intel samt 62 Gigabyte-Flashmodul, ist eher schwachbrüstig. Das Libretto W100 soll ab August verfügbar sein. Der Preis für das Standardmodell liegt bei 1100 Euro, wer auch ein eingebautes Funkmodul für UMTS haben will, muss noch 150 Euro drauflegen.

Samsung HMX-S15: WLAN-Videokamera

Unterhaltungselektronik und Computer wachsen zusammen - das gilt auch verstärkt für den Videokamera-Bereich, wo die meisten Menschen den Filmschnitt mittlerweile am PC erledigen. Samsungs neuer Flashspeicher-Camcorder HMX-S15 nimmt Bilder im Full-HD-Format auf und gibt sich besonders anschlussfreudig: Die Kamera kommt als eine der ersten ihrer Art mit einem eingebauten WLAN-Chip. Damit kann sie über Funk Kontakt mit einem PC aufnehmen, der die Bilder dann direkt entgegennimmt. Selbst das kabellose Streamen von Videos auf einen WLAN-fähigen Fernseher (DLNA-Standard) ist möglich.

Mit 1050 Euro ist die HMX-S15 zwar nicht gerade billig, bietet neben dem WLAN-Feature aber immerhin eine vernünftige Optik (15facher Zoom) und einen ordentlich aufgelösten, berührungsempfindlichen Bildschirm (3,5 Zoll). Auch Highspeed-Aufnahmen unterstützt der Camcorder, bei denen bis zu 500 Einzelbilder pro Sekunde gespeichert werden. Aufzeichnungsstandard ist das weit verbreitete H.264-Format, in dem auch immer mehr Internetvideos abgelegt sind.

Videoweb 600S: Updatebares Fernsehen

Empfangsgeräte für Digital-TV werden immer mehr zu Computern - eingebaute Festplatten nehmen Sendungen auf, Internet-Zugänge erlauben die Ansicht von Web-Videos und als Betriebssystem läuft sowieso meist Linux. Der Anbieter Videoweb hat mit seinem 600S nun einen Satellitenreceiver vorgestellt, der mit besonders reichhaltiger Software-Ausstattung daherkommt. Die Karlsruher Firma unterstützt mit der 300 Euro teuren Box neben HD-Fernsehen jeglicher Couleur inklusive dem nervigen "HD+" der deutschen Privatsender auch Streams aus dem Netz. So kann man direkt auf die Mediatheken von ARD und ZDF zugreifen, die mittlerweile auch hochauflösende Bilder bieten.

Olympus E-P2

Hinzu kommt eine eigene Online-Videothek, die üblichen Timeshift-Funktionen zum Zurückspulen und Anhalten von Sendungen, die Nutzung interaktiver TV-Angebote nach dem neuen Standard HbbTV und eine Anbindung an Google, Twitter und andere Web-Dienste. Videoweb verspricht, die Plattform sukzessive mittels Software-Updates auszubauen. Die in der 600S enthaltene, leistungsfähige Chip-Hardware ist jedenfalls noch lange nicht ausgereizt.

Digitale Spiegelreflexkameras (DSLR) werden zwar immer besser und vor allem immer günstiger, doch die notwendige Mechanik bedingt auch einen recht großen Gehäuse- und Optikumfang. Wer nicht immer aussehen will wie der Hoffotograf vom Buckingham Palace, gleichzeitig aber auf gute Qualität und die Möglichkeit zum Objektivwechsel wert legt, sollte sich beim neuen Standard der Micro Four Thirds-Kameras (MFTs) umsehen. Er stellt einen guten Kompromiss zwischen Kompaktknipse und DSLR dar, der auch erschwinglich ist.

Olympus E-P2: Objektiv wechsle dich

Zu den interessantesten MFTs, die es mittlerweile von mehreren japanischen Herstellern gibt, zählt die Olympus E-P2. Zum Kit-Preis von unter 900 Euro erhält man ein 14-42 mm-Objektiv, den Body mit 3-Zoll-Bildschirm und einen zusätzlichen elektronischen Sucher. Die Kamera schießt auch ordentliche 720p-Videos und besitzt im Gegensatz zum Vorgänger E-P1 auch einen Anschlussbus, über den man z.B. ein externes Mikrofon andocken kann. Schade ist höchstens, dass es die Kamera nur noch in einer Farbe gibt - Standard-Schwarz. Den Vorgänger konnte man auch im Retro-Silberlook sowie in Weiß erwerben. (In Japan soll es die E-P2 aber auch in Silber geben, wenn man Wikipedia trauen kann.)

B&W P5: Luxus-Headset

Wem unterwegs die üblichen (In-Ear-)Stöpsel nicht ausreichen, weil sie zu bass- und auflösungsschwach sind, hat mittlerweile eine große Auswahl an mobilen Hifi-Kopfhörern. Der P5 ist der erste Versuch der britischen Lautsprecherschmiede B&W, ein Headset nach den eigenen Ansprüchen zu gestalten. Die Firma ist insbesondere iPod- und iPhone-Besitzern durch die hochwertige "Zeppelin"-Lautsprecherserie bekannt. Mit dem P5 versucht sie nun, diesen Klangraum auch mobil zu machen.

Das gelingt erstaunlich gut - den Mylar-Membranen auf Basis eines Neodym-Magnetsystems entgeht fast kein Detail. Dabei schotten die weichen Ohrpolster aus Schafsleder die Außenwelt gut ab, bei gleichzeitig hohem Tragekomfort. Ein abnehmbares Kabel enthält ein Mikrofon und die bekannten iPhone-Steuerknöpfchen. Die gute Verarbeitung hat mit 300 Euro allerdings auch ihren Preis. Etwas störend ist das Volumen des Headsets, das auch zusammengefaltet kaum schrumpft. Doch aus irgendwas muss der gute Klang ja erzeugt werden.

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