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Von Nullen und Einsen

Ein Jahr der Tops, ein Jahr der Flops

Wie war das Digitaljahr 2012? Vielleicht hilft es, eine ganz persönliche Bilanz zu ziehen. WirtschaftsWoche-Online-Technikkolumnist Ben Schwan versucht es: Seine informationstechnischen Tops und Flops des Jahres.

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Das Digitaljahr 2012 hatte seine Höhen und Tiefen - Eine davon stellte Twitters Wandlung hin zum Portal dar Quelle: dpa

Eigentlich will ich mich ja nicht beschweren. Ich lebe in einer gut geheizten Behausung mit schönem Ausblick. Mein Internet-Zugang ist ausreichend breitbandig dimensioniert. Meine Rechnerhardware arbeitet zuverlässig und die Lieblingsgadgets ebenfalls. Meistens jedenfalls.

Womit wir beim Thema wären: das Digitaljahr 2012. Neben zahlreichen Highlights gab es auch jede Menge Tiefpunkte - und beides verdient, gewürdigt zu werden. Diese ganz persönliche Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie gibt nur das wieder, was mich ganz persönlich in diesem Technikjahr besonders aufgeregt oder erfreut hat. Wie es bei Ihnen war, können Sie mir gerne in den Kommentaren berichten.

Flop 1: Twitters Metamorphosen

Twitter ist nach wie vor ein Phänomen - als Kommunikationsmedium, als Nachrichtenquelle, schlicht und ergreifend als Community. Während man bei Facebook ständig das Gefühl hat, man verrate der Social-Media-Datenkrake zu viel, geben die 140 Zeichen des Kurznachrichtendienstes Nutzern das Gefühl, mehr Kontrolle über ihren Output zu haben. Aus diesem Grund ist es schwer verständlich, dass Twitter das Jahr 2012 hauptsächlich damit verbrachte, eine Art zweites Facebook zu werden.

Zehn Politiker-Patzer auf Facebook und Twitter
Julia KlöcknerBei der Bundesversammlung 2009 twitterte die CDU-Abgeordnete Julia Klöckner: "Leute ihr könnt wieder Fußball gucken. Wahlgang hat geklappt.“ Das Problem daran: Das offizielle Ergebnis vom Erfolg für Köhler wurde erst 15 Minuten später bekannt gegeben. Klöckner war Mitglied der Zählkommission. Sie verzichtete in der Folge auf das Amt der Schriftführerin des Parlamentes. Quelle: dpa
Steffen SeibertNachdem amerikanische Spezialkräfte das Versteck von Osama Bin Laden gestürmt und den al-Qiada-Führer getötet hatten, twitterte der Sprecher der Bundeskanzlerin Steffen Seibert: #Kanzlerin: „Obama verantwortlich für Tod tausender Unschuldiger, hat Grundwerte des Islam und aller Religionen verhöhnt." Seibert fiel schnell auf, dass er sich des Namens des amerikanischen Präsidenten bedient hatte, löschte die Nachricht und korrigierte sich. Quelle: dapd
Kristina SchröderHerzlich begrüßte die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder ihren Kollegen Hans-Peter Friedrich auf Twitter. "Ich begrüße - wenn auch 14 Tage zu spät :-) - meinen Kollegen Innenminister @HPFriedrich auf Twitter!" schrieb sie. Dumm nur, dass hinter @hpfriedrich gar nicht der werte Kollege steckte, sondern ein Fake-Accout. Quelle: dpa
Sylvia LöhrmannWie Kristina Schröder fiel auch Sylvia Löhrmann auf falsche Freunde herein, allerdings auf Facebook. Das ZDF berichtete, die NRW-Ministerin habe Freundschaftseinladungen von Personen angenommen, die sie nicht kennt. Diese wiederum hätten sich den Spaß erlaubt und sie ohne ihr Wissen zum Mitglied einer Gruppe gemacht, die für Sportwetten im Internet wirbt. Löhrmann bemerkte dies erst, als die ZDF-Redaktion sie darauf ansprach. Löhrmann trat sofort aus der Gruppe aus, da Sportwetten nicht mit der Auffassung der Grünen über Glücksspiel konform sind. Quelle: dapd
Sebastian EdathyAuf Facebook tickte der SPD-Politiker Sebastian Edathy aus. Ein Fotojournalist wies ihn im Zuckerberg-Netzwerk daraufhin, dass er urheberrechtlich geschützte Fotos auf Facebook verwendet hatte. Edathy reagierte patzig und schlug dem jungen Mann vor, doch einfach Klage einzureichen. Als dieser noch einmal genauer nachfragte, reagierte Edathy heftig: „Sie können mich mal kreuzweise.“ Der Dialog ist auf Facebook nicht mehr zu finden. Sowohl das Gespräch als auch die angesprochenen Fotos wurden gelöscht. Quelle: dapd
Peter Altmaier@peteraltmaier ist ein wahres Twitter-Vorbild unter den Politikern. Einmal hat er sich jedoch einen ordentlichen Rüffel eingefangen. Als der damalige Bundespräsident Christian Wulff sich weigerte, Journalistenfragen zur Affäre um seine Privatkredite öffentlich zu beantworten, twitterte der heutige Bundesumweltminister: „Wünsche mir, dass Christian seine Anwälte an die Leine legt und die Fragen/Antworten ins Netz stellt.“ Damit verärgerte er auch Kanzlerin Angela Merkel, die bis dahin versucht hatte, die Geschichte zu deckeln. Altmaier entschuldigte sich daraufhin für seinen Tonfall. Quelle: dpa
Hubert AiwangerMutig war ein Mitarbeiter von Hubert Aiwanger, Chef der Freien Wähler, als dieser sich entschied Blondinenwitze auf dem Facebook-Profil seines Vorgesetzten zu posten. Der hingegen fand das gar nicht komisch und zog sich als Reaktion komplett aus Facebook und Twitter zurück.   Quelle: dpa

Es wird versucht, möglichst viele Aktivitäten auf die eigene Homepage und die eigenen Client-Programme umzuleiten, während die in den vergangenen Jahren so umtriebige und für User extrem nützliche Entwicklerszene ausgehungert wird. Man bekommt von Twitter mittlerweile Dinge, die man gar nicht braucht. Anstatt sich auf seine Rolle als Nachrichtenvermittler und Infrastruktur zu konzentrieren, wird Twitter zum Portal. Da hilft dann nur noch App.net.

Flop 2: Das Sägen an der Netzneutralität

Man kann es nicht oft genug betonen, wie wichtig die Netzneutralität für den Fortbestand der Innovationsmaschine Internet ist. Trotzdem machte die Politik im Jahr 2012 keinen Finger krumm, um sie zu schützen. Währenddessen sind die Netzbetreiber fröhlich dabei, das eigentlich einheitliche Netzwerk in passgenaue Scheibchen zu zerlegen, die man den Nutzern dann einzeln und für teures Geld verkaufen kann.

T-Mobile spendiert gegen Extrazahlung freie Bahn für Spotify, das im "normalen" Internet, wie wir es zuhause bislang gewohnt wären, keinen Cent extra für den Datenverkehr kosten würde. Bei Vodafone und diversen anderen Netzbetreibern angeblich so schneller Mobilnetze gibt es neben der üblichen Datendrossel Internet-Telefonie und andere "Geschenke" nur gegen Bezahlung oder in einem hochpreisigen Tarif. Kabel-Internet-Anbieter sind unterdessen dabei, den Datenverkehr zu analysieren und gegebenenfalls herunterzuschrauben. Neutral is' das nicht.

Google und Festnetz-Internet

Glamour, Sport und Weltraumsprünge
Die Quoten der Casting-Show „The Voice of Germany“ sind zwar zuletzt gesunken, trotzdem suchten viele Nutzer bei Google nach der Sendung. Unter den Anfragen mit dem größten Wachstum belegte sie Platz 10. Quelle: dpa
Medienereignisse schlagen sich auch immer im Suchverhalten nieder – zum Beispiel die royale Hochzeit in Großbritannien: Zahlreiche Nutzer wollten sich über Kate Middleton, jetzt Herzogin von Cambridge, schlau machen. Auch die Schwangerschaft der Gattin von Prinz William dürfte zur Neugier beigetragen haben. Quelle: dapd
Ihre Stimme ist unvergesslich: Pop-Diva Whitney Houston starb im Februar. Viele Nutzer informierten sich über die Hintergründe ihres frühen Todes und suchten nach Musik der Sängerin. Quelle: dpa
Apple-Produkte elektrisieren die Massen – da macht das iPad 3 keine Ausnahme, in den Top 10 der Google-Aufsteiger liegt es auf Platz 7. Der Hersteller präsentierte den Tablet-Computer im März, mittlerweile gibt es aber bereits eine vierte Generation des Gerätes sowie eine Mini-Variante. Quelle: dpa
Für Bettina Wulff war es ein bewegtes Jahr: Ihr Ehemann trat als Bundespräsident zurück und sie musste sich mit Gerüchten über ihr Privatleben auseinandersetzen. Schließlich suchte sie mit einem Buch selbst die Öffentlichkeit. Das hat sich auch in den Google-Suchen niedergeschlagen. Quelle: dpa
Das Samsung Galaxy S3 hat sich zum großen Konkurrenten des iPhone aufgeschwungen: Platz 5 unter den Google-Aufsteigern. Quelle: REUTERS
Dieses Bild ging um die Welt: Der Extremsportler Felix Baumgartner sprang mit einem Fallschirm aus der Stratosphäre gen Erdboden. Dieses Wagnis interessiert Millionen von Menschen, wie auch die Google-Charts zeigen. Baumgartners Sponsor Red Bull wird es freuen. Quelle: dapd

Flop 3: Die neue Google-Suche

Wenn Google seine Hauptsuche umbaut, dann hat das Konsequenzen für Millionen von Nutzern. Entsprechend ging mir 2012 der Versuch der Kalifornier auf die Nerven, aus einer gut funktionierenden Informationssuchmaschine eine "Wissenssuchmaschine" zu basteln, die rechts neben der Ergebnisliste auch noch mehr oder minder sinnvolle Informationen über den eingegebenen Suchbegriff zu platzieren. Es ist ein Zeichen dafür, dass Google mal wieder alles will: Suchmaschine sein, hochprofitable Werbefläche im Web und ein Ort, den die Nutzer möglichst nicht verlassen sollten.

Wenn die Informationstiefe in irgendeiner Relation zu dem Platz stehen würde, den das neue "Knowledge Graph"-Panel einnimmt - es wäre okay. So verbaut es die ständig abnehmende Usability des Angebots noch mehr. Und was, Google, soll das waagerechte Anordnen der Suchwerkzeuge? Wenn man Suchen eingrenzen will, klickt man sich von Menü zu Menü. Da lobe ich mir doch datenschutzfreundliche Alternativen wie DuckDuckGo. Die werde ich im neuen Jahr garantiert häufiger benutzen.

Flop 4: Die deutsche Festnetz-Internet-Versorgung

Wir Deutschen denken ja gerne, dass wir technisch auf dem neuesten Stand sind. Für die aktuellen Methoden der drahtgebundenen Internet-Versorgung gilt das allerdings nicht: Die Bundesrepublik hat eine schlechtere Fiber-to-the-Home-Quote als viele andere europäische Länder. Bei der Telekom lockt man unterdessen mit 100 Megabit über VDSL, will sich dieses "neue" Netz aber einmal mehr ganz alleine sichern.

Zum Vergleich: In Skandinavien bekommt man von lokalen Energie- und DSL-Anbietern mittlerweile selbst auf dem platten Land immer häufiger Glasfaser-Anbindungen mit 100 Megabit - und auch VDSL erreicht diese Stufe dort ebenfalls längst. Wenn es im Norden geht, warum nicht bei uns?

Top 1: Mobile WLAN-Hotspots

So holen Sie mehr aus Ihrem WLAN
Chip-HarmonieDer aktuell schnellste WLAN-Standard hat den kyrptischen Namen 802.11n, der den älteren Standard 802.11g ablöst. Kaufen Sie neue WLAN-Geräte, sollten Sie auf die Unterstützung von 802.11n achten. Damit haben Sie dann auch automatisch ein Gerät, das sowohl auf 2,4 wie auch auf 5 GHz funken kannn (siehe nächstes Bild). Der n-Standard erlaubt einen theoretischen Datendurchsatz von bis zu 300 MBit pro Sekunde, der in der Praxis durch Störungen und Verwaltungs-Overhead bei Datenverbindungen aber nie erreicht wird. So viel zur Standard-Theorie – in der Praxis ist das Thema noch komplizierter. Denn nicht jeder WLAN-Chip im WLAN-Router mit jedem Chip in einem WLAN-Empfänger gleich gut. Auf den Hersteller kommt es an. Fast durchweg gute Ergebnisse liefert der Atheros-Chiopsatz, der beispielsweise in der populären Fritzbox verbaut wird. Eine Ausnahme sind allerdings Ralink- und Broadcom-Chipsätze auf der Empfängerseite – hier liefert der Atheros-Chip eine sehr unterdurchschnittliche Leistung. Eine Übersicht finden Sie bei der Computerbild. In der Entwicklung befinden sich derzeit die Gigabit-WLAN-Standards 802.11ac und 802.11ad. Sie sollen noch weit höhere Datendurchsätze erreichen. Quelle: obs
Auf 5 GHz ist der Nutzer meist alleinViele moderne WLAN-Stationen können auf zwei Frequenzbändern funken: 2,4 GHz und 5 GHz. In jedem Fall gilt das, wenn sie den aktuellen Standard 802.11n beherrschen. Grundsätzlich gilt: Auf 2,4 GHz ist man nie allein. Nach wie vor ist das der Standard für den WLAN-Funk – und einige Geräte wie Apples iPhone beherrschen auch gar kein anderes Frequenzband im WLAN. Wenn Sie daher bemerken, dass der Empfang durch zu viele WLAN-Stationen in der Nachbarschaft gestört ist, probieren Sie alternativ das freie 5-GHz-Frquenzband aus. Theoretisch ist die Dämpfung des Datenfunks durch Wände beim 5-GHz-Frquenzband etwas höher. Das spielt in der Praxis aber meist eine geringere Rolle als die Störungen durch andere WLAN-Stationen. Die theoretische Reichweite des 5-GHz-Datenfunks ist dank höherer maximaler Sendeleistung größer. Außerdem werden auf 5 GHz auch mehr Kanäle angeboten, sodass sich WLAN-Stationen gegenseitig weniger stören – selbst wenn sie alle auf 5 GHz funken. Wenn nicht alle Ihre Geräte das 5-GHz-Frequenzband unterstützen, richten Sie Ihre WLAN-Station im Dual-Betrieb ein. So können sich die Geräte, die 5 GHz bereits unterstützen, auf dieser Frequenz mit dem Router verbinden - die anderen nutzen nach wie vor 2,4 GHz. Quelle: obs
SignalverstärkerWenn auch die Umstellung auf das 5-GHz-Frequenzband nicht reicht, um das WLAN-Signal in die letzten Winkel der Wohnung zu tragen, empfiehlt sich der Einsatz eines WLAN-Signalverstärkers. Sogenannte WLAN-Repeater wird der Empfang verbessert – allerdings zulasten der theoretischen Maximalgeschwindigkeit. Aber Achtung: Nicht alle Repeater harmonieren mit allen WLAN-Stationen – hier ist Recherche angesagt. Eine Alternative zum Kauf eines speziellen Geräts ist der Einsatz eines normalen Routers, der im Repeater-Modus betrieben wird. So können beispielsweise die Fritz-Boxen mit WLAN auch als Repeater genutzt werden. Bei älteren Versionen muss dazu möglicherweise ein Firmware-Update eingespielt werden. Um Kompatibilitätsproblem zu vermeiden, setzen sie am besten auf eine WLAN-Station vom selben Hersteller wie ihre erste Station, wenn Sie sie als Repeater nutzen wollen. Quelle: PR
Externe WLAN-AntenneEine kostengünstige Alternative zum WLAN-Repeater kann auch der Einsatz einer größeren externen WLAN-Antenne sein. Dazu muss Ihre WLAN-Station über eine abschraubbare Antenne verfügen. Das ist beispielsweise bei den verbreiteten D-Link-Routern der Fall. Günstige Antennen gibt es bereits ab rund 20 Euro, Profi-Modelle können mehrere Hundert Euro kosten. Während omnidirektionale Antennen in alle Richtungen gleichzeitig funken, bündeln Richtfunkantennen das Signal und schicken es in eine bestimmte Richtung. Dadurch erhöht sich die Reichweite in diese Richtung enorm. Welche Antenne sich anbietet, kommt auf die Bauweise der Wohnung an. Quelle: TP-LINK
Dank Stromleitung durch die dickste WandStahlbeton, mehrere Etagen oder dickes Gemäuer – es gibt Fälle, in denen selbst Repeater und externe WLAN-Antennen das Signal nicht in den letzten Winkel des Hauses bringen. Doch auch diese Fälle sind nicht hoffnungslos. Ein WLAN-Signal kann nämlich auch die dicksten Mauern passieren, wenn es dazu vorübergehend durch die Stromleitungen des Hauses geschickt wird. Dazu kommt ein sogenannter DLAN-Wireless-Adapter zum Einsatz. Ein Starter-Set mit zwei Adaptern kostet rund 140 Euro. Eine der beiden Adapter wird dabei mittels Ethernet-Kabel mit der WLAN-Station verbunden. Der andere Adapter bringt das WLAN-Signal dann selbst durch die dicksten Wände. Quelle: Devolo
EnergiesparerDie meisten WLAN-Router laufen immer – ob sie gebraucht werden oder nicht. Das schadet der Umwelt und dem Geldbeutel. Wenn Sie wissen, dass Sie Ihren heimischen WLAN-Router zu bestimmten Zeiten ohnehin nie benötigen, weil sie schlafen oder auf der Arbeit sind, lohnt sich eine zeitgescheuerte Pause im Betrieb. Wie Sie diese einstellen, erklärt die Computerbild in einem Artikel. Die Fritz-Box-Modelle 3270, 7170 und 7270 können die WLAN-Leistung automatisch nach Bedarf anpassen. Quelle: PR
Sicher ins DrahtlosnetzDie Zeiten, in denen WLAN-Nutzer ihre Daten völlig unverschlüsselt in den Äther jagten, sind zum Glück längst vorbei. Heute werden alle WLAN-Router standardmäßig mit der WLAN-Verschlüsselung WPA2 ausgeliefert, der bei der Wahl eines sicheren Passworts einen guten Schutz vor Lauschangriffen bietet. Doch genau hier liegt der Knackpunkt: Passwörter, die in einem Lexikon zu finden sind, können leicht geknackt werden. Doch selbst kompliziertere Passwörter sind im Cloud-Zeitalter nicht mehr unbedingt sicher, wenn sie zu kurz sind. So knackte Anfang 2011ein IT-Experte Thomas Roth  das Passwort seines Nachbarn innerhalb von nur 20 Minuten - mit Rechenkraft aus der Cloud von Amazon für 20 Cent die Minute. Dazu waren lediglich zwei Intel-Xeon-Prozessoren und zwei extrem schnellen Grafikprozessoren von Nvidia notwendig. Wählen Sie daher in jedem Fall ein langes und sicheres Passwort mit Sonderzeichen. Viele WLAN-Router bietet außerdem die Möglichkeit, nur bestimmte Geräte im WLAN zuzulassen, die anhand ihrer MAC-Adresse identifiziert werden. Unter Windows erfahren Sie die MAC-Adresse Ihrer WLAN-Schnittstelle über die Kommandozeile (Start-Menü -> Ausführen -> cmd) mit dem Befehl ipconfig /all. Zusätzlichen Schutz bieten verschlüsselte SSL-Verbindungen, beispielsweise beim Online-Banking oder beim Zugriff auf E-Mails. Abzuraten ist in jedem Fall von veralteten Routern, die nur den unsicheren Verschleierungsstandard WEP unterstützen. Quelle: dpa

Als ich neulich einige ganz furchtbare Wochen ohne DSL erleben durfte, konnte ich ausprobieren, ob mobiles Internet alltagstauglich ist. Bis auf die nervigen Datendrosseln und Beschränkungen (s.o.) und die deutlich höheren Kosten war mein Ergebnis: Ja, das geht schon. Wunder der Technik dabei war ein kompakter WLAN-Hotspot, dem ich noch eine kleine Antenne verpasste, um stets ordentlichen Empfang zu haben.

Die Geräte gibt es ja nun schon seit einigen Jahren, doch so sehr gebraucht wie im Jahr 2012 habe ich sie noch nie. Zudem geht die Entwicklung rasant weiter: Mittlerweile kann man sich auch Hotspots mit LTE kaufen. Wenn es für die einmal vernünftige Tarife gibt, kann man sich schon in gewissen Situationen überlegen, auf Festnetz-Internet zu verzichten, solange sich die Betreiber an die Netzneutralität (ebenfalls s.o.) halten. Ohne jetzt wieder die Skandinavier hervorholen zu wollen: Dort oben kann man sich für vergleichsweise moderate 80 Euro inzwischen bis zu 100 Gigabyte im Monat mobil herunterladen.

MacBook Pro, USB und Apps

Die stillen Neuheiten
Das neue Macbook Pro Quelle: rtr
Nachdem die Konkurrenz mit ihren flachen und leichten Ultrabooks den Pionier dieser Klasse, das Macbook Air, inzwischen überholt hatten, hat Apple nachgelegt. Mit der dritten Generation der Intel-Chips Ivy Bridge soll das extra-flache Macbook den Abstand zu den Mitbewerber wieder schließen. Quelle: Reuters
Das Gehäuse bleibt nahezu unverändert. Weiterhin ist das Macbook Air als 11- und 13-Zoll-Variante erhältlich. Tiefgreifender sind die Änderungen unter dem Gehäuse: Wie bereits erwähnt kommen die neuesten Prozessoren von Intel zum Einsatz. Zudem haben die Ultrabooks doppelt so viel Arbeitsspeicher wie bisher. Das Standard-Modell hat jetzt 4 Gigabyte, das Topmodell bis zu 8 GB Arbeitsspeicher. Außerdem ist jetzt auch eine SSD-Festplatte mit 512 GB verfügbar, bisher waren es nur 256 GB. Quelle: Pressefoto
Im Zuge der Überarbeitung ist das Macbook Air aber auch teurer geworden. Während die günstigste Variante (11 Zoll) bisher ab 949 Euro erhältlich war, verlangt Apple für das Einsteigermodell mindestens 1.049 Euro. Quelle: Pressefoto
Die Aufmerksamkeit hat sich vor allem auf das neue Macbook Pro mit Retina-Display konzentriert. Mit einem Preis von mindestens 2.279 Euro ist das Notebook nur ein Arbeitsgerät für Profis. Für Laien interessanter dürften die überarbeiteten Macbook Pro im alten Gehäuse mit 13 und 15 Zoll sein. Quelle: Pressefoto
Die Änderungen in dem altbekannten Gehäuse sind ähnlich zu denen des Macbook Air: Ivy-Bridge-Prozessoren und verdoppelter Arbeitsspeicher. Außerdem hat Apple seinen Widerstand gegen den USB-3-Standard aufgegeben. Neben einem Thunderbolt-Anschluss haben die Macbook Pro auch zwei USB-3-Ports. Das 13-Zoll-Modell gibt es ab 1.249 Euro, die 15-Zoll-Variante ab 1.879 Euro. Das 17-Zoll-Modell ist mit dem aktuellen Update nicht mehr im Shop aufgetaucht - die Nachfrage war zu gering, der Anteil an der Baureihe lag mit dem 17 Zoll großen Monitor bei unter einem Prozent. Quelle: Pressefoto
Heimlich, still und leise hat auch der Mac Pro ein Update bekommen. Während der Präsentation hat Apple kein Wort über das Profi-Arbeitsgerät verloren. Erst als nach der Veranstaltung der Shop auf der Homepage wieder online ging, tauchte bei dem Mac Pro ein kleines "Neu" auf. Von außen ist das Neue nicht zu sehen, das Gehäuse bleibt unverändert. Auch ein Thunderbolt-Anschluss, wie ihn inzwischen alle anderen Computer aus dem Hause Apple haben, fehlt bei dem Topmodell. Wie schon die Vorgängermodelle bieten die Pros bis zu 12 Prozessorkerne und bis zu 64 GB Arbeitsspeicher. Quelle: Pressefoto

Top 2: MacBook Pro Retina 13-Zoll

Mein persönliches Hardware-Highlight des Jahres kommt - Pardon, Apfel-Hasser - von Apple. Es handelt sich dabei nicht etwa um das viel zu oft in die Schlagzeilen geratene iPad mini oder das (durchaus hübsche) iPhone 5, sondern um den Beweis, dass Cupertino die gute, alte Computertechnik nicht vergessen hat: Das MacBook Pro Retina 13-Zoll. Die Maschine verbindet vergleichsweise geringes Gewicht (1,62 Kilo) mit einem ansehnlichen Gehäuse, geringer Geräuschentwicklung und hoher Leistung. Vom wirklich sehr, sehr scharfen Retina-Bildschirm, der mir normale Displays mittlerweile verleidet, ganz abgesehen.

Zugegeben, man kann am aktuellen Mac-Betriebssystem Mountain Lion noch diverse Fehler finden - und wer billig will, ist beim MacBook Pro Retina fehl am Platz (bei 1.750 Euro geht es gerade einmal los). Ansonsten gibt es an der Maschine aber fast nichts zu kritisieren. Und zu Festplatten will man dank der "SSD-only"-Architektur auch nicht mehr zurück.

Top 3: USB 3.0

Kann man sich in Schnittstellen verlieben? Lange Zeit war ich ein großer Freund von FireWire-Strippen, um externe Festplatten und anderes datenübertragungsintensive Zubehör an meinen Rechner anzuschließen - doch seit die immer seltener werden, musste Ersatz her. Das von Apple und Intel entwickelte Thunderbolt ist noch nicht verbreitet genug, das USB-2.0-Interface für die Übertragung größerer Datenmengen veraltet und schlicht zu lahm.

Diese Top-Apps sind jetzt gratis
360 PanoramaEin Stückchen Science-Ficition holen Sie sich mit der 360-Foto-App mit dem schlichten Namen 360 Panorama auf das iPhone. Die App erstellt 360-Grad-Panoramas auf die denkbar einfachste Weise: Sie stellen sich an die Stelle, an dem Sie das Panorama erstellen wollen, starten die App und führen die Kamera dann einmal rundum. Nach und nach entsteht so vor Ihren Augen ein 360-Grad-Parnorama-Bild – Sie müssen die Kamera nur in Richtung der noch grausen Flecken lenken, um es zu vervollständigen. Das Panorama-Bild entsteht so in Echtzeit vor Ihren Augen. Hinterher lassen sich die Panorama-Aufnahmen direkt in der App in einer 360-Grad-Ansicht ansehen oder als klassisches Panorama-Foto exportieren. Die App kostete lange 79 Cent und ist derzeit gratis zu haben. Quelle: Presse
Zombie stirb!Zombies in die Falle locken – darum geht es in dem kurzweiligen Gelegenheits-Spiel „Zombie stirb!“ Weil sich die hirnlosen Gestalten vorhersehbar verhalten, lassen sie sich schlagende Herzen als Köder auslegen, um die Zombies so in die Falle zu locken. Das kurzweilige Spiel für zwischendurch hat lange 79 Cent gekostet und ist nun gratis für das iPhone – übrigens ohne Werbeeinblendungen. Quelle: Presse
App Ticker PushStets ein Auge auf die neuesten Gratis-Apps und Schnäppchen haben Sie mit dem App Ticker Push. Wie der Name andeutet, informiert die App auf Wunsch über besonders gute App-Angebote auch per Push-Nachricht. Die App kostete bis vor kurzem noch 1,59 Euro für das iPhone und ist inzwischen gratis. Zuletzt waren das zum Beispiel die beliebte Instant-Messenger-App WhatsApp und die Offline-Karten von City Maps 2Go für Reisen. Wer die Gratis-Aktion verpasst hat, muss für beide Apps inzwischen wieder Geld zahlen. Quelle: Presse
Hero of Magic IIKämpfen, Monster töten, Welt retten – das ist die simple Mischung, mit der sogenannte Hack-and-Slay-Rollenspiele seit je her erfolgreich sind. Hero of Magic II ist dabei keine Ausnahme und spielt in einer Genre-typischen Fantasy-Welt. Das Spiel kostete früher 1,59 Euro und ist jetzt kostenlos. Quelle: Presse
Presentation LinksZur Feier von eine Millionen Downloads bietet die Zuhanden GmbH diese Woche sämtliche Apps gratis an. Praktisch ist vor allem die Business-App Presentation Links. Der Anbieter bewirbt Presentation Links als „ideale App, um interaktive Präsentationen auf Ihrem iPad zu präsentieren“. Als Quellen für die Präsentationen taugen PDF-Dateien, Bilder und Videos, aus denen die iPad-Präsentation erstellt werden können. Die App erlaubt auch das Einfügen von Hyperlinks auf bestimmte Präsentationsabschnitte. Die Präsentationen können auf de iPad gespeichert und per HDMI oder VGA auf einem Beamer ausgegeben werden. Dafür ist ein entsprechender Adapter erforderlich. Die App kostet regulär 4 Euro. Quelle: Presse
File Manager AppEbenfalls Teil der Gratis-Aktion der Zuhanden GmbH ist die File Manager App. Die App erlaubt es einen Ordner auf iPhone oder iPad anzulegen, in den sich Dokumente von PC oder Mac via iTunes, E-Mail oder Dropbox speichern lassen. Im File Manager lassen sich sehr viele Dateien auch direkt betrachten, darunter Powerpoint, Excel, Word, Keynote, Numbers, Bilder, Video-Dateien und ZIP-Archive. Regulär kostet die App 2,39 Euro. Quelle: Presse
Ihr GeheimordnerJeder hat etwas zu verbergen – das gilt für das iPhone ebenso wie im sonstigen Leben. Mit der App „Ihr Geheimordner – Verbirg Deine Geheimnisse“ trägt Anbieter SSA Mobile dem Wunsch nach Privatsphäre Rechnung. Versteckt werden können damit allerdings nur die auf dem Gerät gespeicherten Fotos und Videos – für gewöhnlich sind das aber auch die Daten, die Anwender vor neugierigen Blicke schützen wollen. Der Zugang zu dem getarnten Ordner wird durch eine Wisch-Geste als Passwort gesichert. Um sie nicht zu vergessen, können Sie sich die Geste auf Wunsch an Ihre E-Mail-Adresse senden lassen. Besonderes Feature: Jeder Zugangsversuch wird per Frontalkamera aufgenommen und mittels der GPS-Daten Ort und Zeitpunkt des Zugriffversuchs protokolliert. Leider ist die App mangelhaft auf Deutsch übersetzt. Einstellungen sind teilweise vollkommen unverständlich betitelt. Quelle: Presse

Da kommt die nächste Version des USB-Standards, USB 3.0, genau richtig. Die an ihrer blauen Farbe zu erkennenden Buchsen liefern bis zu 400 Megabyte pro Sekunde und funktionieren, solange man passende Hardware hat und die Kabel korrekt einsteckt, wirklich prima. Nervig ist nur, dass man nun mal wieder neue Strippen braucht. Aber davon kann man ja nie genug haben...

Top 4: Unabhängige App-Entwickler

Digitale Welt



2012 war auch das Jahr der Apps - egal ob auf Windows-8-PC, Macintosh, Android- oder iOS-Gerät, fast alle Hersteller bieten mittlerweile zentralisierte Online-Software-Läden an. Eigentlich muss man diese Entwicklung kritisch betrachten, sorgt sie doch dafür, dass die Betriebssystemhersteller nun die Funktion von Gatekeepern einnehmen, die sich durchaus missbrauchen lässt. Andererseits hat der App-Boom aber auch Entwickler nach oben gespült, die man sonst niemals kennengelernt hätte.

Auf meinem Smartphone laufen so neben den Programmen großer Softwareanbieter vor allem Tools kleiner Programmierschmieden - und nicht selten sind diese besser. Kleine Teams treiben oft als erstes Innovationen voran, weil sie nicht auf bestehende Geschäftsmodelle Rücksicht nehmen müssen. Und soziale Netzwerke und Präsentationen in den App Stores machen gute Ideen schnell einem Massenpublikum bekannt. So kann das durchaus weitergehen in der IT.

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