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Von Nullen und Einsen

Ein Jahr der Tops, ein Jahr der Flops

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Google und Festnetz-Internet

Glamour, Sport und Weltraumsprünge
Die Quoten der Casting-Show „The Voice of Germany“ sind zwar zuletzt gesunken, trotzdem suchten viele Nutzer bei Google nach der Sendung. Unter den Anfragen mit dem größten Wachstum belegte sie Platz 10. Quelle: dpa
Medienereignisse schlagen sich auch immer im Suchverhalten nieder – zum Beispiel die royale Hochzeit in Großbritannien: Zahlreiche Nutzer wollten sich über Kate Middleton, jetzt Herzogin von Cambridge, schlau machen. Auch die Schwangerschaft der Gattin von Prinz William dürfte zur Neugier beigetragen haben. Quelle: dapd
Ihre Stimme ist unvergesslich: Pop-Diva Whitney Houston starb im Februar. Viele Nutzer informierten sich über die Hintergründe ihres frühen Todes und suchten nach Musik der Sängerin. Quelle: dpa
Apple-Produkte elektrisieren die Massen – da macht das iPad 3 keine Ausnahme, in den Top 10 der Google-Aufsteiger liegt es auf Platz 7. Der Hersteller präsentierte den Tablet-Computer im März, mittlerweile gibt es aber bereits eine vierte Generation des Gerätes sowie eine Mini-Variante. Quelle: dpa
Für Bettina Wulff war es ein bewegtes Jahr: Ihr Ehemann trat als Bundespräsident zurück und sie musste sich mit Gerüchten über ihr Privatleben auseinandersetzen. Schließlich suchte sie mit einem Buch selbst die Öffentlichkeit. Das hat sich auch in den Google-Suchen niedergeschlagen. Quelle: dpa
Das Samsung Galaxy S3 hat sich zum großen Konkurrenten des iPhone aufgeschwungen: Platz 5 unter den Google-Aufsteigern. Quelle: REUTERS
Dieses Bild ging um die Welt: Der Extremsportler Felix Baumgartner sprang mit einem Fallschirm aus der Stratosphäre gen Erdboden. Dieses Wagnis interessiert Millionen von Menschen, wie auch die Google-Charts zeigen. Baumgartners Sponsor Red Bull wird es freuen. Quelle: dapd

Flop 3: Die neue Google-Suche

Wenn Google seine Hauptsuche umbaut, dann hat das Konsequenzen für Millionen von Nutzern. Entsprechend ging mir 2012 der Versuch der Kalifornier auf die Nerven, aus einer gut funktionierenden Informationssuchmaschine eine "Wissenssuchmaschine" zu basteln, die rechts neben der Ergebnisliste auch noch mehr oder minder sinnvolle Informationen über den eingegebenen Suchbegriff zu platzieren. Es ist ein Zeichen dafür, dass Google mal wieder alles will: Suchmaschine sein, hochprofitable Werbefläche im Web und ein Ort, den die Nutzer möglichst nicht verlassen sollten.

Wenn die Informationstiefe in irgendeiner Relation zu dem Platz stehen würde, den das neue "Knowledge Graph"-Panel einnimmt - es wäre okay. So verbaut es die ständig abnehmende Usability des Angebots noch mehr. Und was, Google, soll das waagerechte Anordnen der Suchwerkzeuge? Wenn man Suchen eingrenzen will, klickt man sich von Menü zu Menü. Da lobe ich mir doch datenschutzfreundliche Alternativen wie DuckDuckGo. Die werde ich im neuen Jahr garantiert häufiger benutzen.

Flop 4: Die deutsche Festnetz-Internet-Versorgung

Wir Deutschen denken ja gerne, dass wir technisch auf dem neuesten Stand sind. Für die aktuellen Methoden der drahtgebundenen Internet-Versorgung gilt das allerdings nicht: Die Bundesrepublik hat eine schlechtere Fiber-to-the-Home-Quote als viele andere europäische Länder. Bei der Telekom lockt man unterdessen mit 100 Megabit über VDSL, will sich dieses "neue" Netz aber einmal mehr ganz alleine sichern.

Zum Vergleich: In Skandinavien bekommt man von lokalen Energie- und DSL-Anbietern mittlerweile selbst auf dem platten Land immer häufiger Glasfaser-Anbindungen mit 100 Megabit - und auch VDSL erreicht diese Stufe dort ebenfalls längst. Wenn es im Norden geht, warum nicht bei uns?

Top 1: Mobile WLAN-Hotspots

So holen Sie mehr aus Ihrem WLAN
Chip-HarmonieDer aktuell schnellste WLAN-Standard hat den kyrptischen Namen 802.11n, der den älteren Standard 802.11g ablöst. Kaufen Sie neue WLAN-Geräte, sollten Sie auf die Unterstützung von 802.11n achten. Damit haben Sie dann auch automatisch ein Gerät, das sowohl auf 2,4 wie auch auf 5 GHz funken kannn (siehe nächstes Bild). Der n-Standard erlaubt einen theoretischen Datendurchsatz von bis zu 300 MBit pro Sekunde, der in der Praxis durch Störungen und Verwaltungs-Overhead bei Datenverbindungen aber nie erreicht wird. So viel zur Standard-Theorie – in der Praxis ist das Thema noch komplizierter. Denn nicht jeder WLAN-Chip im WLAN-Router mit jedem Chip in einem WLAN-Empfänger gleich gut. Auf den Hersteller kommt es an. Fast durchweg gute Ergebnisse liefert der Atheros-Chiopsatz, der beispielsweise in der populären Fritzbox verbaut wird. Eine Ausnahme sind allerdings Ralink- und Broadcom-Chipsätze auf der Empfängerseite – hier liefert der Atheros-Chip eine sehr unterdurchschnittliche Leistung. Eine Übersicht finden Sie bei der Computerbild. In der Entwicklung befinden sich derzeit die Gigabit-WLAN-Standards 802.11ac und 802.11ad. Sie sollen noch weit höhere Datendurchsätze erreichen. Quelle: obs
Auf 5 GHz ist der Nutzer meist alleinViele moderne WLAN-Stationen können auf zwei Frequenzbändern funken: 2,4 GHz und 5 GHz. In jedem Fall gilt das, wenn sie den aktuellen Standard 802.11n beherrschen. Grundsätzlich gilt: Auf 2,4 GHz ist man nie allein. Nach wie vor ist das der Standard für den WLAN-Funk – und einige Geräte wie Apples iPhone beherrschen auch gar kein anderes Frequenzband im WLAN. Wenn Sie daher bemerken, dass der Empfang durch zu viele WLAN-Stationen in der Nachbarschaft gestört ist, probieren Sie alternativ das freie 5-GHz-Frquenzband aus. Theoretisch ist die Dämpfung des Datenfunks durch Wände beim 5-GHz-Frquenzband etwas höher. Das spielt in der Praxis aber meist eine geringere Rolle als die Störungen durch andere WLAN-Stationen. Die theoretische Reichweite des 5-GHz-Datenfunks ist dank höherer maximaler Sendeleistung größer. Außerdem werden auf 5 GHz auch mehr Kanäle angeboten, sodass sich WLAN-Stationen gegenseitig weniger stören – selbst wenn sie alle auf 5 GHz funken. Wenn nicht alle Ihre Geräte das 5-GHz-Frequenzband unterstützen, richten Sie Ihre WLAN-Station im Dual-Betrieb ein. So können sich die Geräte, die 5 GHz bereits unterstützen, auf dieser Frequenz mit dem Router verbinden - die anderen nutzen nach wie vor 2,4 GHz. Quelle: obs
SignalverstärkerWenn auch die Umstellung auf das 5-GHz-Frequenzband nicht reicht, um das WLAN-Signal in die letzten Winkel der Wohnung zu tragen, empfiehlt sich der Einsatz eines WLAN-Signalverstärkers. Sogenannte WLAN-Repeater wird der Empfang verbessert – allerdings zulasten der theoretischen Maximalgeschwindigkeit. Aber Achtung: Nicht alle Repeater harmonieren mit allen WLAN-Stationen – hier ist Recherche angesagt. Eine Alternative zum Kauf eines speziellen Geräts ist der Einsatz eines normalen Routers, der im Repeater-Modus betrieben wird. So können beispielsweise die Fritz-Boxen mit WLAN auch als Repeater genutzt werden. Bei älteren Versionen muss dazu möglicherweise ein Firmware-Update eingespielt werden. Um Kompatibilitätsproblem zu vermeiden, setzen sie am besten auf eine WLAN-Station vom selben Hersteller wie ihre erste Station, wenn Sie sie als Repeater nutzen wollen. Quelle: PR
Externe WLAN-AntenneEine kostengünstige Alternative zum WLAN-Repeater kann auch der Einsatz einer größeren externen WLAN-Antenne sein. Dazu muss Ihre WLAN-Station über eine abschraubbare Antenne verfügen. Das ist beispielsweise bei den verbreiteten D-Link-Routern der Fall. Günstige Antennen gibt es bereits ab rund 20 Euro, Profi-Modelle können mehrere Hundert Euro kosten. Während omnidirektionale Antennen in alle Richtungen gleichzeitig funken, bündeln Richtfunkantennen das Signal und schicken es in eine bestimmte Richtung. Dadurch erhöht sich die Reichweite in diese Richtung enorm. Welche Antenne sich anbietet, kommt auf die Bauweise der Wohnung an. Quelle: TP-LINK
Dank Stromleitung durch die dickste WandStahlbeton, mehrere Etagen oder dickes Gemäuer – es gibt Fälle, in denen selbst Repeater und externe WLAN-Antennen das Signal nicht in den letzten Winkel des Hauses bringen. Doch auch diese Fälle sind nicht hoffnungslos. Ein WLAN-Signal kann nämlich auch die dicksten Mauern passieren, wenn es dazu vorübergehend durch die Stromleitungen des Hauses geschickt wird. Dazu kommt ein sogenannter DLAN-Wireless-Adapter zum Einsatz. Ein Starter-Set mit zwei Adaptern kostet rund 140 Euro. Eine der beiden Adapter wird dabei mittels Ethernet-Kabel mit der WLAN-Station verbunden. Der andere Adapter bringt das WLAN-Signal dann selbst durch die dicksten Wände. Quelle: Devolo
EnergiesparerDie meisten WLAN-Router laufen immer – ob sie gebraucht werden oder nicht. Das schadet der Umwelt und dem Geldbeutel. Wenn Sie wissen, dass Sie Ihren heimischen WLAN-Router zu bestimmten Zeiten ohnehin nie benötigen, weil sie schlafen oder auf der Arbeit sind, lohnt sich eine zeitgescheuerte Pause im Betrieb. Wie Sie diese einstellen, erklärt die Computerbild in einem Artikel. Die Fritz-Box-Modelle 3270, 7170 und 7270 können die WLAN-Leistung automatisch nach Bedarf anpassen. Quelle: PR
Sicher ins DrahtlosnetzDie Zeiten, in denen WLAN-Nutzer ihre Daten völlig unverschlüsselt in den Äther jagten, sind zum Glück längst vorbei. Heute werden alle WLAN-Router standardmäßig mit der WLAN-Verschlüsselung WPA2 ausgeliefert, der bei der Wahl eines sicheren Passworts einen guten Schutz vor Lauschangriffen bietet. Doch genau hier liegt der Knackpunkt: Passwörter, die in einem Lexikon zu finden sind, können leicht geknackt werden. Doch selbst kompliziertere Passwörter sind im Cloud-Zeitalter nicht mehr unbedingt sicher, wenn sie zu kurz sind. So knackte Anfang 2011ein IT-Experte Thomas Roth  das Passwort seines Nachbarn innerhalb von nur 20 Minuten - mit Rechenkraft aus der Cloud von Amazon für 20 Cent die Minute. Dazu waren lediglich zwei Intel-Xeon-Prozessoren und zwei extrem schnellen Grafikprozessoren von Nvidia notwendig. Wählen Sie daher in jedem Fall ein langes und sicheres Passwort mit Sonderzeichen. Viele WLAN-Router bietet außerdem die Möglichkeit, nur bestimmte Geräte im WLAN zuzulassen, die anhand ihrer MAC-Adresse identifiziert werden. Unter Windows erfahren Sie die MAC-Adresse Ihrer WLAN-Schnittstelle über die Kommandozeile (Start-Menü -> Ausführen -> cmd) mit dem Befehl ipconfig /all. Zusätzlichen Schutz bieten verschlüsselte SSL-Verbindungen, beispielsweise beim Online-Banking oder beim Zugriff auf E-Mails. Abzuraten ist in jedem Fall von veralteten Routern, die nur den unsicheren Verschleierungsstandard WEP unterstützen. Quelle: dpa

Als ich neulich einige ganz furchtbare Wochen ohne DSL erleben durfte, konnte ich ausprobieren, ob mobiles Internet alltagstauglich ist. Bis auf die nervigen Datendrosseln und Beschränkungen (s.o.) und die deutlich höheren Kosten war mein Ergebnis: Ja, das geht schon. Wunder der Technik dabei war ein kompakter WLAN-Hotspot, dem ich noch eine kleine Antenne verpasste, um stets ordentlichen Empfang zu haben.

Die Geräte gibt es ja nun schon seit einigen Jahren, doch so sehr gebraucht wie im Jahr 2012 habe ich sie noch nie. Zudem geht die Entwicklung rasant weiter: Mittlerweile kann man sich auch Hotspots mit LTE kaufen. Wenn es für die einmal vernünftige Tarife gibt, kann man sich schon in gewissen Situationen überlegen, auf Festnetz-Internet zu verzichten, solange sich die Betreiber an die Netzneutralität (ebenfalls s.o.) halten. Ohne jetzt wieder die Skandinavier hervorholen zu wollen: Dort oben kann man sich für vergleichsweise moderate 80 Euro inzwischen bis zu 100 Gigabyte im Monat mobil herunterladen.

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