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Von Nullen und Einsen

Was Apples neues Betriebssystem taugt

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Gottvertrauen auf Apple

Craig Federighi Quelle: REUTERS

Neben der Nachrichtenzentrale bietet Mountain Lion nun auch die iMessages-Funktion aus iOS. Damit ist es möglich, kostenlos Textbotschaften, Videos oder Bilder an Apple-Mobilgeräte zu versenden. Der Hauptvorteil der "Messages" genannten Anwendung liegt dabei darin, dass man bei der iMessage-Nutzung nicht mehr zum iOS-Gerät greifen muss. Alle Botschaften landen von nun an auf allen Maschinen eines Nutzers, sei er nun an Mac, iPhone oder iPad. Schlecht daran ist nur, dass es hier und da an Zuverlässigkeit mangelt: Apple bastelt im Hintergrund noch an der Infrastruktur, was dazu führen kann, das etwa ältere Konversationen fehlen. Die App Messages ersetzt außerdem das bei Mac-Nutzern beliebte iChat ersatzlos und lässt dabei einige Funktionen weg.

Ein weiterer Schwerpunkt in Mountain Lion ist Apples hauseigener Internet-Dienst iCloud. Dieser ist künftig direkt in einige Anwendungen eingebaut: So kann man Bilder und Dokumente über die "Vorschau"-App in sein persönliches Speicherfach befördern oder Texte aus "Pages" und Tabellen aus "Numbers". Störend daran ist, dass jede Anwendung ihren eigenen Bereich hat. Während man z.B. bei Dropbox mit echten Ordnern arbeitet, abstrahiert Apple diese bei iCloud: Man sieht dann nur in "Vorschau" die "Vorschau"-Dokumente, in "Pages" die "Pages"-Files und so weiter. Auch im Finder, dem zentralen Dateimanager, sind iCloud-Dokumente nur über die Suchfunktion auffindbar, einen zentralen Ordner gibt es nicht.

Nicht für alle Macs geeignet

Man muss außerdem Gottvertrauen auf Apple haben, dass die Daten sicher sind - immerhin kostet der iCloud-Dienst mit einem Speichervolumen von einigen GByte nichts. Abgeglichen werden auf Wunsch auch geöffnete Tabs im Browser Safari und verschiedene andere Dateiarten, die man in den Systemeinstellungen gegebenenfalls abwählen kann. Dabei arbeitet iCloud stets mit den persönlichen Geräten, also z.B. mit allen Macs oder iPhones. Mehr auf Teilen mit anderen ausgerichtet ist dagegen die neue Twitter-Funktionalität: Mit dieser können Anwendungen direkt Tweets an den Kurznachrichtendienst versenden. Im Herbst soll außerdem eine ähnlich arbeitende Facebook-Integration nachgereicht werden.

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    Ansonsten gibt es noch einige Kleinigkeiten, die Mountain Lion besser machen: Mit AirPlay kann man die Bildschirmausgabe drahtlos auf einen HD-Fernseher lenken, wenn an diesem die 100 Euro teure Apple-TV-Box hängt, "Game Center" erlaubt das Spielen in der Gruppe und zumindest das Diktierfeature von Siri wurde aus iOS übernommen (allerdings gehen die Eingaben per Internet an einen Apple-Server). In Sachen Sicherheit wurde ebenfalls geschraubt: Die Funktion "Gatekeeper" alarmiert Nutzer, wenn Apps ausgeführt werden, deren Entwickler unbekannt ist (Programmierer dürfen sich kostenlos bei Apple registrieren) - das lässt sich aber gegebenenfalls abdrehen.

    Und wie ist mein Fazit nach zwei Wochen Berglöwe? Weitgehend positiv. Installation und Nutzung sind für ein überarbeitetes Betriebssystem erstaunlich problemfrei, auch die meisten Anwendungen laufen problemlos weiter. Mit knapp 16 Euro für das Update lässt sich zudem am Preis nicht meckern. Da ist es umso störender, dass Mountain Lion nicht auf alles Macs läuft: Geräte vor dem Jahrgang 2007 müssen draußenbleiben.

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