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Von Nullen und Einsen

Microsoft Office 365 - Wer braucht noch ein Büro?

Microsoft will mit einem neuen Konzept den Markt für Büroprogramme umkrempeln. Doch so verlockend "Office 365" auch klingt - sind solche monolithischen Produkte heute überhaupt noch zeitgemäß?

Microsoft will unter dem Schlagwort

Ich gebe zu - so wirklich schlecht ist Microsofts neuer Büropaket-Deal, der unter dem Schlagwort Office 365 vermarktet wird, nicht. Für 100 Euro im Jahr oder 10 Euro im Monat erhält man Zugriff auf alle Office-Programme unter der Sonne inklusive der früher einmal sehr teuren Datenbank Access - und kann all die Werkzeuge sogar auf bis zu fünf PCs oder Macs (bei letzterem allerdings nur in der älteren Version Mac Office 2011) installieren. Als Sahnehäubchen gibt Microsoft auch noch 60 Telefonminuten ins Fest- und Mobilnetz bei seiner Voice-over-IP-Tochter Skype dazu und packt eine Online-Festplatte mit 20 Gigabyte Speicherplatz obendrauf.

Das sind die Neuigkeiten von Office 2013
Office ist bei Microsoft Chefsache: CEO Steve Ballmer stellte die neueste Version der Cash Cow des Software-Riesens persönlich in San Francisco vor. Im Folgenden die wichtigsten Neuerungen im Überblick. Quelle: dapd
Eine grundsätzliche Änderung, die alle Teile von Office betrifft: Das Büro-Paket kommt auf Tablets und wurde entsprechend auf die Bedienung per Fingern optimiert. Daher ist auch das Design von Office 2013 an die für Touch-Steuerung optimierte Metro-Oberfläche von Windows 8 angelehnt. Zudem soll Office 2013 stärker als alle seine Vorgänger mit Sozialen Internetdiensten verknüpft und in die sogenannte Cloud eingebunden werden, womit die zentrale Speicherung von Daten auf Internetrechnern gemeint ist. „Wir machen mutige Schritte bei Microsoft“, sagte Konzernchef Steve Ballmer am Montag bei der Vorstellung des neuen Office-Pakets. Quelle: dpa
Word 2013Word hat Microsoft vor allem um Online-Funktionen erweitert. So können künftig um eigene Wort erweiterte Wörterbücher im Internet auf Microsofts Cloud-Service Skydrive abgespeichert werden. Der Vorteil: Die online gespeicherten eigenen Wörterbücher stehen immer auf jedem Gerät zur Verfügung und werden überall automatisch synchronisiert. Auch optisch hat Microsoft nachgebessert: Ein neuer Reading Mode soll die Hardware vor allem des Bildschirms besser ausnutzen. In dunklen Umgebungen kann zur besseren Lesbarkeit der Hintergrund auf schwarz und die Schrift in weiß umgestellt werden. Quelle: Golem.de
PowerpointDie Präsentationssoftware Powerpoint bietet eine praktische neue Funktion im Präsentationsmodus: Ist ein externes Gerät wie ein Beamer oder Präsentationsbildschirm angeschlossen, wird die Präsentation dort im Vollbild gezeigt, während auf dem Bildschirm des Präsentationsgeräts neben der aktuellen Folie auch die folgende Folie sowie Notizen angezeigt werden. Die Steuerung ist auf Stift und Finger optimiert worden. Per Finger-Gesten kann herein- und herausgezoomt werden, Powerpoint erlaubt Notizen-Eingaben per Sift. Zudem kann der Eingabestift als virtueller Laserpointer für die Präsentation genutzt werden.
OutlookAuch beim E-Mail- und Organizer-Programm Outlook fällt vor allem die für Touch-Gesten optimierte Steuerung auf. So können nun beispielsweise Flags für E-Mails per Fingersteuerung über das Quick Actions Tab auf der rechten Seite gesetzt werden. Mail, Kalender, Kontakte und Aufgaben sind nun durch Tabs am unteren Bildschirmrand getrennt - auch das ein Tribut an die Touch-Steuerung. Die von Microsoft aufgekaufte Telefonie-Software Skype ist seit Office 2013 Teil von Outlook, Skype-Kontakte sind automatisch integriert. Quelle: Golem.de
OutlookAuch Outlook ist mit Internet-Diensten vernetzt. So wird mittels Bing Maps die Adresse auf der Karte angezeigt. Neu ist ein „Radio-Menü“ genanntes kreisrundes Bedienelement, beispielsweise zur Formatierung des Textes. Das Radio-Menü ist besonders groß und daher leicht mit den Fingern bedienbar. Quelle: Golem.de
ExcelDieser Screenshot der Tabellenkalkulation Excel zeigt, wie Microsoft die Optimierung auf die Touch-Bedienung umgesetzt hat: Noch immer sind die mit Office 2007 eingeführten Ribbons vorhanden, sind aber standardmäßig zusammengeklappt. Quelle: Golem.de

Die Frage, die sich mir bei dieser durchaus interessanten Paketaktion allerdings stellt, ist naheliegend: Benötigt man diesen großen Haufen monolithischer Software überhaupt noch? Sind Büroanwendungen nicht längst ins Internet gewandert beziehungsweise lassen sich entsprechende Aufgaben nicht problemlos mit freier Software wie LibreOffice erledigen?

Zunächst einmal: Gäbe es heutzutage nicht so viele Alternativen zu Microsofts legendärer Programmsammlung, wäre Office 365 mit seinen brandneuen Office-2013-Werkzeugen wie Word 2013, Excel 2013, PowerPoint 2013, OneNote 2013, Outlook 2013, Access 2013 und Publisher 2013 ein Sofortkauf. Insbesondere jene, die alle Teile von Office benötigen, sparen - schließlich kostet eine Einzellizenz ohne Abo (Office 2013 Professional) und für einen einzigen PC schlappe 539 Euro als Neuware. Bei Otto Normalnutzer dürfte das allerdings nicht der Fall sein, der greift eher zur Version Office Home and Student für 139 Euro, die Word, Excel, PowerPoint und OneNote enthält - alternativ vielleicht noch für 269 Euro zu Office Home and Business, bei dem zusätzlich die Mail- und Kontaktlösung Outlook mitgeliefert wird. Das heißt: Spätestens nach zwei (Office Home and Student) oder drei (Office Home and Business) Jahren zahlt man mit Office 365 drauf - bedenkt man einmal, dass beileibe nicht jeder Nutzer fünf Lizenzen benötigt, die es bei Office 365 "einfach so" dazu gibt.

Das neue Office kann alles

Microsoft betont, dass man mit Office 365 ja auch jeweils frische Updates kostenlos dazu erhält. Das lohnt sich aber nur dann, wenn Microsoft wirklich schnell mit der nächsten großen Version seines Büropakets kommen sollte - zwischen Office 2010 und Office 2013 lagen knapp zweieinhalb Jahre.

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