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Von Nullen und Einsen

Microsofts kleinteilige Revolution

Microsoft macht weiter mit den hausinternen Aufräumarbeiten: Eine Riesenabschreibung im Internetgeschäft beschert dem Konzern erstmals Verluste. Doch der Softwareriese setzt in vielen Feldern auf neue Ansätze und wirft Althergebrachtes über Bord. Das scheint auch nötigt, um sich gegen Angreifer wie Apple oder Google zu wehren. Doch wenn Microsoft Pech hat, reicht das nicht.

Steve Ballmer Quelle: dapd

Microsoft baut Hardware? Nun gut, Mäuse und Tastaturen und dereinst auch Erweiterungskarten. Aber so richtige Rechentechnik? Die überließ Redmond dann doch lieber seinen angestammten Partnern aus der PC-Industrie, denen man mit stets prallen Margen Betriebssysteme verkaufen konnte.

Verlust bei Microsoft

Umso erstaunter war die IT-Szene, als Microsoft vor einem Monat eigene Tablets vorstellte. Man wolle den PC-Herstellern vorleben, wie ein guter Touchscreen-Rechner auszusehen habe, hieß es dazu - das sei nicht als Angriff auf HP, Acer, Lenovo und Co. zu verstehen. Dem gewagten Schritt, seinen besten Kunden direkte Konkurrenz zu machen, war die Entscheidung vorausgegangen, mit dem radikal umgestalteten Windows 8 ebenfalls viel aufs Spiel zu setzen - unter anderem mit der Möglichkeit, langjährige PC-Benutzer zu verschrecken.

Das sind die Neuigkeiten von Office 2013
Office ist bei Microsoft Chefsache: CEO Steve Ballmer stellte die neueste Version der Cash Cow des Software-Riesens persönlich in San Francisco vor. Im Folgenden die wichtigsten Neuerungen im Überblick. Quelle: dapd
Eine grundsätzliche Änderung, die alle Teile von Office betrifft: Das Büro-Paket kommt auf Tablets und wurde entsprechend auf die Bedienung per Fingern optimiert. Daher ist auch das Design von Office 2013 an die für Touch-Steuerung optimierte Metro-Oberfläche von Windows 8 angelehnt. Zudem soll Office 2013 stärker als alle seine Vorgänger mit Sozialen Internetdiensten verknüpft und in die sogenannte Cloud eingebunden werden, womit die zentrale Speicherung von Daten auf Internetrechnern gemeint ist. „Wir machen mutige Schritte bei Microsoft“, sagte Konzernchef Steve Ballmer am Montag bei der Vorstellung des neuen Office-Pakets. Quelle: dpa
Word 2013Word hat Microsoft vor allem um Online-Funktionen erweitert. So können künftig um eigene Wort erweiterte Wörterbücher im Internet auf Microsofts Cloud-Service Skydrive abgespeichert werden. Der Vorteil: Die online gespeicherten eigenen Wörterbücher stehen immer auf jedem Gerät zur Verfügung und werden überall automatisch synchronisiert. Auch optisch hat Microsoft nachgebessert: Ein neuer Reading Mode soll die Hardware vor allem des Bildschirms besser ausnutzen. In dunklen Umgebungen kann zur besseren Lesbarkeit der Hintergrund auf schwarz und die Schrift in weiß umgestellt werden. Quelle: Golem.de
PowerpointDie Präsentationssoftware Powerpoint bietet eine praktische neue Funktion im Präsentationsmodus: Ist ein externes Gerät wie ein Beamer oder Präsentationsbildschirm angeschlossen, wird die Präsentation dort im Vollbild gezeigt, während auf dem Bildschirm des Präsentationsgeräts neben der aktuellen Folie auch die folgende Folie sowie Notizen angezeigt werden. Die Steuerung ist auf Stift und Finger optimiert worden. Per Finger-Gesten kann herein- und herausgezoomt werden, Powerpoint erlaubt Notizen-Eingaben per Sift. Zudem kann der Eingabestift als virtueller Laserpointer für die Präsentation genutzt werden.
OutlookAuch beim E-Mail- und Organizer-Programm Outlook fällt vor allem die für Touch-Gesten optimierte Steuerung auf. So können nun beispielsweise Flags für E-Mails per Fingersteuerung über das Quick Actions Tab auf der rechten Seite gesetzt werden. Mail, Kalender, Kontakte und Aufgaben sind nun durch Tabs am unteren Bildschirmrand getrennt - auch das ein Tribut an die Touch-Steuerung. Die von Microsoft aufgekaufte Telefonie-Software Skype ist seit Office 2013 Teil von Outlook, Skype-Kontakte sind automatisch integriert. Quelle: Golem.de
OutlookAuch Outlook ist mit Internet-Diensten vernetzt. So wird mittels Bing Maps die Adresse auf der Karte angezeigt. Neu ist ein „Radio-Menü“ genanntes kreisrundes Bedienelement, beispielsweise zur Formatierung des Textes. Das Radio-Menü ist besonders groß und daher leicht mit den Fingern bedienbar. Quelle: Golem.de
ExcelDieser Screenshot der Tabellenkalkulation Excel zeigt, wie Microsoft die Optimierung auf die Touch-Bedienung umgesetzt hat: Noch immer sind die mit Office 2007 eingeführten Ribbons vorhanden, sind aber standardmäßig zusammengeklappt. Quelle: Golem.de

Da kam es einem fast schon harmlos vor, wie Microsoft-Boss Steve Ballmer in dieser Woche die Office-2013-Präsentation durchzog. Das neue Büropaket wirkt nach all den Neuerungen fast altbacken. Nur hier und da wurden Anpassungen an die Touch-Bedienung vorgenommen, überladene "Ribbons" lassen sich ausblenden und die Online-Anbindung wurde verstärkt. Hinzu kam der Versuch, den Look zu vereinfachen, minimalistischer zu werden - eine schwere Aufgabe, wenn man bedenkt, dass Office bislang eine Art Welthauptstadt des Feature Creep war.

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