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Von Nullen und Einsen

Das war das IT-Jahr 2011

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Politische Macht und Patentstreit

Der neue ungekrönte König bei den Android-Handys ist das Samsung Galaxy Nexus. Quelle: dapd

Die Technik des Jahres

Auch wenn viele Geeks beim Wort Tablet mittlerweile gähnen, kann das Jahr 2011 als die Periode gelten, in der sich die Flachrechner durchgesetzt haben. Apples iPad, das im Frühjahr in einer zweiten, leicht verbesserten Generation auf den Markt kam, ist weiterhin Marktführer, doch die Konkurrenten rühren sich. In Amerika kam das Billig-Tablet Kindle Fire des E-Commerce-Riesen Amazon auf den Markt - und verkauft sich, trotz einiger Software- und Usability-Probleme, millionenfach. Die Menschen beginnen, immer mehr Inhalte auf den Geräten zu konsumieren und auch zu erstellen. So werden Tablets zum Musikinstrument, zum Planungswerkzeug oder zur Videokamera.

Auch in den Konzernen beginnt die Technik, sich durchzusetzen. So sind etwa bei SAP bereits über 10.000 iPads im Einsatz - in allen Bereichen der Firma. Als schlichten Hype kann man sich den Trend zum Tablet nicht mehr erklären. Medienkonzerne sehen das ähnlich: Sie hoffen, mit bezahlten Apps direkt Geld von Internet-Nutzern zu kassieren. Wenn die Benutzbarkeit stimmt, kann das klappen.

Die politische Bewegung des Jahres

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    Das Netz trumpfte 2011 politisch auf. Da war der arabische Frühling von Ägypten bis Libyen, in dem sich Demonstranten per SMS, Twitter oder Facebook organisierten, austauschten und gegenseitig halfen. Da waren aber auch jene 8,9 Prozent, die die Piratenpartei bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin holten. Damit ist erstmals eine echte Netzbewegung in einem deutschen Parlament - und es gibt eine echte Chance, dass die Partei es sogar in den Bundestag packt.

    Daran hätte vor kurzem noch niemand gedacht. Die Piraten sind vor allem eine Möglichkeit für das Netz, Druck auf die Politik auszuüben, die bislang bei Dingen wie der Vorratsdatenspeicherung oder den Netzsperren zwar kurz zugehört, dann aber zunächst ganz anders entschieden hatte, als es das Internet-Volk wollte. Man verglich mit Fug und Recht den Start der Piraten in die Parlamente mit den Anfängen der Grünen. Mag es auch anfangs noch chaotisch sein, die Online-Generation ist politisch aufgewacht. Und das merkt und spürt auch die Bundespolitik bis ganz nach oben.

    Der Ärger des Jahres

    Das Patentrecht ist eine gute und wichtige Sache: Es schützt Innovationen und sorgt dafür, dass clevere Erfinder ihren gerechten Lohn erhalten. Allerdings sind mittlerweile Methoden, Merkmale und Softwareroutinen schützbar, bei denen sich Otto Normalnutzer fragt, wie so etwas denn jemals einen Eintrag beim Patent- und Markenamt erhalten konnte. 2011 wurde das höchst deutlich, als Patentausbeutungsfirmen begannen, kleine Entwickler zu verklagen.

    Auf großer Bühne bekriegen sich Apple, Samsung, HTC, Motorola, Google, Oracle und noch einige mehr. Wer hat von wem abgeguckt, wer war als erster da beziehungsweise hatte das erste Patent? Das führte zu Import- und Verkaufsverboten und allerlei merkwürdigen Gerichtssitzungen, bei denen vermutlich nicht einmal die Anwälte wussten, worum es eigentlich ganz grundsätzlich ging. Der Gesetzgeber macht derzeit keine Anstalten, dass sich hier etwas ändert. Die IT-Patentschlachten werden auch 2012 weitergehen.

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