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Von Nullen und Einsen

Was vom iPad-Fieber übrig blieb

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Die vielfach gemachte Feststellung, dass es sich beim iPad um ein Gerät zum Konsumieren statt um eines zum Schaffen von Inhalten handelt, teile ich übrigens nicht. Zwar surft man meistens und ist "in Apps", doch funktioniert etwa Apples Word-Konkurrent Pages nach etwas Übung erstaunlich gut. Auch Bloggen lässt sich mit dem iPad - besonders dann, wenn man einen passenden Client und einen aufgemotzten Browser nutzt. Höchst nervig ist allerdings, dass Apple seiner Tablet-Maschine bislang noch nicht die neueste iOS-Version 4 gegönnt hat. Ohne die gibt es zum Beispiel kein (langersehntes) Multitasking und keine (zwecks Ordnungshaltung auf den Homescreens unbedingt notwendigen) Ordner. Erst im Herbst soll es so weit sein.

Erstaunlich wenig nervt hingegen die fehlende Flash-Unterstützung, gerne als eines der wichtigsten iPad-Gegenargumente genannt. So nutzen immer mehr Websites von "Spiegel Online" bis zum "Wall Street Journal" iPad-kompatible HTML5-Videos, YouTube war schon immer iOS-fähig und selbst Farmville ist inzwischen als eigene App auf dem Gerät angekommen. Trotzdem dürfte sich Software-seitig in den nächsten Monaten noch viel tun - hier haben wir wirklich erst die Spitze des Eisbergs gesehen. Musikanwendungen wie Magic Piano oder Korgs iElectribe weisen den Weg: Aus der leeren Staffelei, die das iPad darstellt, werden die unterschiedlichsten Werkzeuge und Geräte, die sich dank Touchscreen schön einfach bedienen lassen.

Lösung mit technischen Unzulänglichkeiten

Und was ist mit dem iPad als Verlagsretter? Auch hier haben wir noch nicht wirklich viel gesehen. Viele Zeitungs- und Zeitschriften-Apps sind noch sehr zurückhaltend und PDF-artig aufgemacht, auch weil die Medienkonzerne große Investitionen in den noch relativ kleinen Markt scheuen. Dabei gibt es schon hübsche Beispiele: Das US-Zukunftsmagazin "Wired" hat rund 90.000 Exemplare seiner ersten iPad-Ausgabe verkauft - für satte 5 Dollar pro Stück. Allerdings hat die Lösung noch einige technische Unzulänglichkeiten, arbeitet stark mit Megabyte-schweren Bildern. Innovativer ist da schon die App der US-Sportzeitschrift  "Sports Illustrated", die voll auf HTML5 und Co. setzt. Auch hier kann allerdings niemand absehen, ob Nutzer wirklich bereit sind, jede Woche kioskartige Preise zu blechen.

Fazit: Wir stehen noch ganz am Anfang der Tablet-Revolution. In spätestens einem halben Jahr dürften mehr Erfahrungen - insbesondere auch aus dem deutschen Markt - vorliegen, ob Apple hier wirklich so etwas wie die Zukunft gestaltet hat. Die Idee, dass es zwischen Computer und Handy noch eine "dritte Kategorie" geben könnte, scheint sich jedenfalls langsam zu bestätigen.

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