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Web 2.0 Soziale Online-Netzwerke voller Datenschutzlücken

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Nutzer von Online-Netzwerken Quelle: frei

Nutzer können ihre Mitgliedschaft bei LinkedIn leichter aufgeben als bei Xing. Außerdem werden die Anwenderdaten dann gründlicher aus der Plattform gelöscht als beim Konkurrenten. Ebenso bietet nur LinkedIn eine einfache  Pseudonymisierungsfunktion, die auch auf die Suche innerhalb der Plattform wirkt. Damit wird dem Anwender ein einfaches aber wirksames Mittel gegeben, seinen Klartextnamen und die Auffindbarkeit in der Plattform zu unterdrücken.

Dennoch mahnen auch die Betreiber der Plattformen selbst zum sorgsamen Umgang mit den eigenen Daten.  "Bestätigen Sie nur Kontakte von Mitgliedern, die Sie kennen und denen Sie vertrauen", sagt Kevin Eyres, Europa-Chef von Linked In. Ansonsten sieht er seine Plattform aber als sicher an. "Wir halten uns an alle Datenschutzrichtlinien der EU." Offenbar gibt es aber da Nachholbedarf, bemängeln die Forscher.

„Keine Plattform konnte in allen Bereichen überzeugen, andererseits konnten wir für fast jeden Bereich der Untersuchung einen Vertreter finden, der ausreichenden Schutz bietet“, fasst Poller zusammen. „Wenn man die Schutzmöglichkeiten der getesteten Angebote kombinieren würde, wäre das Ideal erreicht, aber die Plattformen scheinen kein durchgängiges Konzept zum Schutz der Privatsphäre zu verfolgen.“

Die Tester meldeten sich als Normalnutzer an, um die Einstellungsmöglichkeiten zu testen. Anschließend schlüpften sie in die Rolle des Angreifers und prüften die Wirksamkeit der Konfiguration, indem sie versuchten, an persönliche Daten aus selbsterstellten Profilen zu gelangen. Mit Hilfe spezieller Suchmaschinen kamen sie zum Beispiel in den Besitz geschützter Bilder, obwohl diese gar nicht für die Öffentlichkeit freigegeben waren. Auch die politische Orientierung oder der Familienstatus ließ sich trotz Sperrung der Daten ermitteln, und selbst nach Aufgabe der Mitgliedschaft blieben bei einer Plattform die persönlichen Gästebuch- und Foreneinträge bestehen.

„Das kann für den Benutzer mitunter sehr peinlich werden. Aber auch Phishingbetrüger und Angreifer, die es auf Firmengeheimnisse abgesehen haben, freuen sich natürlich über solche Informationen“, sagt Poller.

Angesichts des mäßigen Ergebnisses für die meisten Plattformen, raten die Fraunhofer-Forscher registrierten Nutzern, möglichst wenig Daten in den Online-Netzwerken anzugeben. „In Geschäftsplattformen hinterlegt man bessere keine Daten aus dem Privatleben. Die Dienste sollten auch nicht zum Privatvergnügen genutzt werden“, heißt es mit Blick auf Xing und Linked In. Letzteres sollte, genau wie die privaten Netzwerke, nicht über öffentliche WLAN-Netze genutzt werden. Bei selbigen bietet nach Ansicht der Forscher nur Xing ausreichenden Schutz. Und ganz wichtig: „Vor der Eingabe neuer privater Daten immer die Zugriffskontrolle prüfen. Ist keine Zugriffskontrolle vorhanden, unter Umständen auf die Eingabe verzichten.“

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