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Web 2.0 Vodafone-Werbekampagne sorgt für Ärger im Netz

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"Für die Kampagne ist das unbestreitbar große Interesse an Vodafone ein guter Auftakt, um den (beabsichtigten) Dialog herzustellen", schreibt Lobo. Nun müssten Vodafone und Scholz & Friends den Dialog weiter aufbauen und zeigen, dass nicht spurlos an ihnen vorbeigehe, was die Netzgemeinde zu sagen habe. "Ich bin da aber optimistisch."

Hamelmann hat hingegen nicht mit so starker Kritik aus der Blogosphäre gerechnet. Während Lobo mit der öffentlichen Diskussion spielt, wurde sie von den heftigen Anschuldigungen überrascht und hat sich wegen der Anfeindungen nun ganz aus dem Blogger-Dasein verabschiedet. Eine schlaflose Nacht reiche ihr, konstatierte die Comic-Autorin.

Auslöser für die schlaflosen Nächte dürften weniger die eigentlich gegen Vodafone gerichtete Kritik gewesen sein, Hamelmann habe als Quotenmutti herhalten müssen. Vielmehr wurde ihr vorgeworfen, im offiziellen Vodafone-Blog unbeschwert das vom Mobilfunker angebotene Mobiltelefon HTC Magic nebst Tarif zu loben und unkritisch mit Vodafone umzugehen. Gleich die ersten Antworten unter ihrem dortigen "Twittermom"-Beitrag sind wenig schmeichelhaft.

Comic-Autorin zieht sich zurück

"Ich werde vielleicht irgendwann an einer ganz anderen Stelle, ganz anders weitermachen, gewiss werde ich nicht mehr Web 2.0 machen", schreibt Hamelmann am Dienstagmorgen auf Schnutinger.de. Sie wolle nun auch anderweitig ihre Schlüsse und Konsequenzen daraus ziehen, so masochistisch sei sie nicht veranlagt, um sich dauerhaft angreifen zu lassen.

Es gibt jedoch nicht nur Angriffe auf Hamelmann, sondern auch aufmunternde Worte, die Kritik nicht zu persönlich zu nehmen. "Die Vodafone-Kampagne ist schlecht. Aber sie ist vor allem handwerklich schlecht, weil sie etwas versucht, das nicht gehen kann", so der Verfasser des MarketingWelten-Blogs in einem offenen Brief an sie. Die Leute würden zwar angesprochen, aber nicht ernst genommen und sich deshalb verarscht fühlen.

Da jedoch die Verantwortlichen der Kampagne ihre Fehler nicht eingestanden hätten, würden sich die Menschen Opfer wie Hamelmann suchen, die erreichbar sind. Entsprechend richte sich die Kritik an ein Bild aus einem Werbefilm, nicht an Hamelmann, die mit ihrem Blog Seele ins Web bringe. "Und vor allem kritisieren sie nicht die echte Fr. Schnutinger. Denn wenn sie die kennen würden, na, Du weisst schon." Der Rat laute deshalb aussitzen und eine Pause machen, aber nicht aufzugeben.

Schnutinger-Comics gerettet

Am Dienstagabend hat sich Hamelmann dann auf Schnutinger.de mit einem Update gemeldet: "Ich werde irgendwann wohl mal wieder Cartoons im Internet veröffentlichen, aber anders, das heißt nicht mehr in der bisherigen Form. Jetzt ist erstmal Ruhe angesagt. Danke für Eure lieben und aufmunternden Mails, über die ich mich sehr gefreut habe."

Dieser Artikel erschien bei golem.de.

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