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Werbung im Internet Die Adblock-Blocker

Ein israelisches Unternehmen bietet News-Seiten und Contentanbietern im Internet eine Lösung für Adblockern an. Das Rezept von Clarityray: Die Verluste bei den Werbeumsätzen sollen durch das Blockieren des Adblockers wieder aufgefangen werden.

Adblock Plus Quelle: dpa

Als einige großen Nachrichtenseiten wie Spiegel Online oder Süddeutsche.de im Frühjahr ihre Nutzer zum Abschalten der Adblocker bei ihren Browsern aufriefen, da dauerte es nicht lange bis im Social Web einige die Frage stellten: „Gibt es nicht einen Anti-Adblock-Warnhinweis-Blocker?“

Neben Spenden oder dem Aufbau von Bezahlschranken finanzieren sich Inhalteanbieter im Internet vor allem über das Ausspielen von Werbung. Doch Adblocker blockieren diese Online-Reklame. Es sei denn, die Contentanbieter kaufen sich bei der Whitelist vom populären Adblock Plus ein. Diese Praxis hat das Blog MobileGeeks jüngst offengelegt.

Damit senden die Unternehmen ein falsches Signal aus: „Adblockern Geld zu zahlen bedeutet, langfristig Risiken aus strategischer Perspektive einzugehen – es kann verhängnisvoll für die Unabhängigkeit, die Kontrolle und die eigene Nachhaltigkeit sein“, sagt Ido Yablonka. Der Israeli hat mit zwei weiteren Partnern das Startup Clarityray gegründet. Sein Ziel: Lösungen anbieten, um die Verluste durch Adblocker aufzufangen.

Bevor Yablonka sein Geschäftsmodell erklärt, möchte er einen Blick in die Zukunft werfen. Was sollen Webfirmen machen, wenn es nicht mehr nur einen großen Adblock-Anbieter gibt, sondern vier oder fünf? Aus Sicht Yablonkas geben die Content-Anbieter damit nicht nur die Kontrolle über ihre Inhalte ab, sondern finanzieren damit das Geschäftsmodell einer Softwarebranche, die sich bisher nur durch Spenden oder durch Gebühren von den Endnutzern speiste.

Die wichtigsten IT-Trends

2011 gegründet will Clarityray eine Art Gegengeschäftsmodell zu Adblockern anbieten. Und das funktioniert ungefähr so: Clarityray misst zunächst, wie viele Nutzer mit einem Adblocker auf die Webseite eines Kunden surfen. „Viele Geschäftsführer haben kaum eine Ahnung davon, wie viel Prozent ihrer Nutzer sich mit Adblockern auf ihren Seiten tummeln“, erklärt Yablonka. Er erzählt von einem Gespräch mit einem Manager, der den Anteil der Adblock-Nutzer auf ein halbes Prozent seiner gesamten Visits schätzte. „Es waren tatsächlich fast zwanzig Mal so viel“, lacht Yablonka und wird sofort wieder ernst, „Wenn das einen Werbeeinnahmenverlust in Höhe von zehn Prozent entspricht, dann ist das wie bei einem Supermarktbesitzer, der zusehen muss, wie zehn Prozent seiner Kunden nicht zahlen“. Das bedeutet auch: Die Contentanbieter haben letztlich die Kontrolle verloren. „Und ich glaube, dass diese Firmen ihre Inhalte kontrollieren sollten“, sagt Yablonka „Unser Unternehmen baut auf dieser Idee auf.“

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