WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Wikipedia sperrt Hunderte Nutzerkonten Autoren verlangten Geld für Artikel

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia hat fast 400 Nutzerkonten gesperrt. Der Grund: Die Autoren hatten heimlich Geld für ihre Artikel genommen. Es soll sogar Erpressungen gegeben haben.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Beim Online-Lexikon Wikipedia gibt es Ärger um bezahlte Artikel. Quelle: dpa

Wikipedia hat 381 Konten von Nutzern gesperrt, die gegen Geld Artikel für das Online-Nachschlagewerk geschrieben haben, ohne dies öffentlich zu machen. Es habe sich um eine organisierte Gruppe gehandelt, die von Personen und Unternehmen teils sogar Geld für den „Schutz“ ihrer Wikipedia-Einträge erpresst habe, berichtete der „Independent“ am Mittwoch.

Die Wikipedia-Betreiber teilten in ihrem Blog mit, dass Mitarbeiter nach „wochenlanger Ermittlung“ die Nutzerkonten gesperrt und 210 Artikel gelöscht hätten. Unternehmen, Unternehmer und Künstler seien betroffen gewesen. Die Artikel seien in der Regel werbend gewesen und oft einseitig.

Die dreistesten Schummeleien
Gefälschte IdentitätMit einem frisierten Wikipedia-Eintrag gelangte ein Fan 2015 in den Backstage-Bereich der australischen Band Peking Duk. David Spango gab sich vor der Security als Verwandter des Elektro-Duos aus. Als diese einen Nachweis verlangten, zückte er Ausweis und Smartphone mit dem Wikipedia-Eintrag zur Band, den er zuvor um die Worte „Family David Spango“ ergänzt hatte - und überraschte die Musiker. Diese nahmen es mit Humor: Das sei der „genialste Schachzug“, den sie je beobachtet hätten. Quelle: REUTERS
Orangemoody Quelle: REUTERS
Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: dpa
Wikipedia hat 381 Konten von Nutzern gesperrt, die gegen Geld Artikel für das Online-Nachschlagewerk geschrieben haben, ohne dies öffentlich zu machen. Es habe sich um eine organisierte Gruppe gehandelt, die von Personen und Unternehmen teils sogar Geld für den „Schutz“ ihrer Wikipedia-Einträge erpresst habe. Ein Überblick der dreistesten Schummeleien in dem Online-Lexikon:PorchesiaMehr als zehn Monate existierte in der englischsprachigen Wikipedia ein Artikel über die Insel Porchesia, die vor der syrischen Küste liegen sollte. Irgendjemand hatte diesen Eintrag dort vorgenommen - es dauerte allerdings fast ein Jahr, bis dieser Schwindel aufflog.  Quelle: dpa
Tod eines ProfessorsLaut einem Wikipedia starb der hochdekorierte Schweizer Informatikprofessor Bertrand Meyer am Heiligen Abend 2005. Meyer erfreute sich allerdings zu diesem Zeitpunkt - und auch heute noch - bester Gesundheit. Bei dem Eintrag, der erst nach gut einer Woche korrigiert wurde, soll es sich um einen Scherz seiner Studenten gehandelt haben. Quelle: dpa
Ermordung John F. KennedysIn dem Artikel über den amerikanischen Journalisten John Seigenthaler stand im Jahr 2005 mehrere Monate lang zu lesen, dass dieser in Verbindung mit den Morden an John F. Kennedy und dessen Bruder Robert gestanden haben soll. Jemand hatte sich einen Scherz erlaubt und die falschen Angaben bei Wikipedia eingefügt. Quelle: dpa
MarxismusIm November 2005 wurde bekannt, dass in der deutschsprachigen Wikipedia fast der gesamte Bereich Philosophie mit Artikeln aus älteren DDR-Lexika gefüllt worden war, die die marxistisch-leninistische Staatsphilosophie wiedergaben. Quelle: dpa

Bei Wikipedia kann jeder zu jedem Thema schreiben und Artikel überarbeiten. Es gehört aber zu den Geschäftsbedingungen, dass dabei Interessen offengelegt werden - etwa, wenn Mitarbeiter eines Museums den Einträge zu diesem Museum oder seinen Ausstellungen bearbeiten.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%