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Windows 10 Der 2. August wird für Windows 10 zum Härtetest

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Gemeinsamer App-Store für alle Microsoft-Produkte

Daneben wird es eine Unzahl von kleinen Verbesserungen und Fehlerbereinigungen geben und einige größere Veränderungen. Angekündigt wurden sie auf der Hausmesse Build in San Francisco.

Eine zentrale Position nimmt Windows „Ink“ ein. Die Möglichkeiten werden erweitert, um Anmerkungen besser in Office-Anwendungen oder in Webseiten festzuhalten oder schnelle „Notizzettel“ zu erstellen. Vor allem Tablets und Laptops werden hier profitieren. Es wird einen eigenen Arbeitsbereich für Ink geben. Der digitale Assistent „Cortana“ soll Handschriften erkennen und bei der Notiz „morgen Termin vereinbaren“ zum Beispiel vorschlagen, einen Termin im Kalender für den nächsten Tag anzulegen.

Drastisch überarbeitet wird der Browser Edge, der jetzt laut Myerson wesentlich stromsparender ist als zum Beispiel die Konkurrenz von Google, Chrome. Der Verbrauch an Speicherplatz und CPU-Leistung soll drastisch zurückgehen. Dazu kommen neue „Extensions“, Erweiterungen, die den Funktionsumfang erhöhen sollen, zum Beispiel ein Button, um Lieblingswebseiten sofort auf Pinterest zu buchen und ähnliches. Microsofts Browser muss aufholen: Google hat ihm bereits die Marktführerschaft abgenommen. Da ist es hilfreich, dass Edge in Zukunft auch die zahllosen Chrome-Erweiterungen klaglos annehmen wird.

Wichtig für Microsoft und seine Nutzer ist der geplante Start eines gemeinsamen App-Stores für PC, Tablets, Smartphones und Spielekonsole Xbox One. Lange angekündigt und immer wieder verschoben ist das der Baustein, mit dem die Windows-Smartphones gerettet werden sollen. Eine App soll, einmal programmiert, auf allen Windows-Plattformen laufen. Insofern ist gerade für die Smartphones ein Erfolg des Anniversary-Updates eine schlichte Frage des Überlebens. Der Marktanteil ist unter ein Prozent gerutscht, unter anderem, weil nicht genug Apps zur Verfügung stehen.

Einer der am stärksten wachsende Markt ist derzeit Gaming. Mit dem neuen Windows wird Xbox Play Anywhere Einzug halten, um PC und Spielekonsole zu verbinden. Windows 10 Anniversary ist auf der neuen Xbox S-Konsole, die ab Sommer verkauft wird, vorinstalliert.

Datensammelwut geht weiter

Eigene Apps für den Bildungsbereich werden vereinfachen, ganze Gruppen von PCs für Schulklassen mit wenigen Schritten einzurichten. Der Bildungsbereich in den USA unterzieht sich derzeit einem starken Wandel. Hatten zunächst iPads den Laptops den Platz an den Schulen streitig gemacht, sind es jetzt preiswerte Googles Chrome-PC, die die iPads und die Laptops verdrängen. Myerson will den Markt aber nicht kampflos aufgeben.

Wer in Deutschland den Markt dominiert

Ebenfalls einschneidend ist jedoch auch eine andere Neuerung, die Microsoft nicht ganz so sehr an die große Glocke hängt. Bald wird der Microsoft-Account eines Kunden mit seiner Windows-Lizenz verbunden werden, was in Tech-Foren im Internet bereits für ziemliches Aufsehen sorgt. Die Verbindung von Lizenz und Konto soll eine einfache Neuaktivierung ermöglichen, wenn zum Beispiel nach einem Hardwaredefekt das Motherboard gewechselt wurde. Bislang ist das ein erniedrigender Spießrutenlauf durch Microsofts Reaktivierungs-Wärter, die entscheiden, ob das Betriebssystem wieder angefahren werden darf oder nicht. Das wird dann wegfallen.

Auf der anderen Seite war bislang schon eine kaum gezügelte Datensammelwut von Windows 10 vielen PC-Kunden ein Dorn im Auge. Daten, die bei Windows 8 noch freiwillig gegeben wurden, sind bei 10 schon nicht mehr abwählbar. Microsoft weiß, welche App genutzt wird, wie lange mit Windows 10 gespielt oder gearbeitet wird. Die neue Koppelung an ein Individualkonto kann da schnell zu Irritationen führen, wenn nicht im August transparent dargelegt wird, wozu diese enge Verbindung noch genutzt werden wird.

Immerhin: Nach dem verlorenen Prozess in Kalifornien hat sich Microsoft nicht nur zur Zahlung von Schadenersatz bereiterklärt, sondern will in Zukunft auch aktive technische Unterstützung bei der Rückkehr zu Windows 8 oder 7 leisten. Und die neue Upgrade-Werbung ziert nun auch ein Button, mit dem das Gratis-Angebot endgültig abgelehnt werden kann. Die Jahrestags-Option muss jetzt wirklich verlockend sein wie nie zuvor.

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