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Windows 8 Handelsriese Metro verbietet Microsoft Namensverwendung

Ein neues Kacheldesign, bisher unter dem Namen Metro bekannt, ist die sichtbarste Neuerung von Windows 8. Jetzt hat Microsoft plötzlich den Namen geändert. Grund ist ein Markenkonflikt mit dem deutschen Handelsriesen Metro.

Windows 8 Quelle: dpa

Weniger als drei Monate vor der Einführung von Windows 8 hat Microsoft den Namen für die grafische Oberfläche des Betriebssystems geändert. Statt der eingängigen Bezeichnung „Metro“ heißt dieser zentrale Bestandteil der Software jetzt „Windows 8-style UI“. Hintergrund ist ein Markenkonflikt mit dem deutschen Handelsriesen Metro.

Einen entsprechenden Bericht des Online-Magazins „Ars Technica“ bestätigte am Freitag ein Branchen-Insider der Nachrichtenagentur dpa. Ein Sprecher des Handelskonzerns Metro sagte in Düsseldorf: „Wir kommentieren grundsätzlich keine Marktgerüchte.“ Auf Nachfrage erklärte er, dass Metro sicherlich eine schützenswerte Marke sei, wie dies für jedes andere Unternehmensnamen auch gelte.

Auch Microsoft war bemüht, den Konflikt herunterzuspielen. Der Name Metro sei in der Phase der Produktentwicklung nur als Codename, also gewissermaßen als Arbeitstitel, verwendet worden, erklärte ein Sprecher des Software-Konzerns in Redmond bei Seattle. Jetzt habe man eine kommerzielle Bezeichnung gewählt. Allerdings hat Microsoft bereits am Mittwoch die fertige Windows-8-Software an die ersten PC-Hersteller ausgeliefert - da wurde die Benutzeroberfläche noch als „Metro“ bezeichnet.

„Ars Technica“ berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, dass Microsoft rechtliche Konsequenzen wegen Verletzung der Handelsmarke Metro angedroht worden seien. Daher habe die Rechtsabteilung des Software-Herstellers die weitere Verwendung des Begriffs Metro gestoppt. Stattdessen werde nun im Zusammenhang mit Windows-8-Anwendungen der Begriff „Windows 8-style UI“ verwendet - UI ist die Abkürzung für „User Interface“ (Benutzeroberfläche). In Zusammenhang mit den weiteren Microsoft-Produkten werde das Design nun als „New User Interface“ bezeichnet.

Das sind die Neuigkeiten von Office 2013
Office ist bei Microsoft Chefsache: CEO Steve Ballmer stellte die neueste Version der Cash Cow des Software-Riesens persönlich in San Francisco vor. Im Folgenden die wichtigsten Neuerungen im Überblick. Quelle: dapd
Eine grundsätzliche Änderung, die alle Teile von Office betrifft: Das Büro-Paket kommt auf Tablets und wurde entsprechend auf die Bedienung per Fingern optimiert. Daher ist auch das Design von Office 2013 an die für Touch-Steuerung optimierte Metro-Oberfläche von Windows 8 angelehnt. Zudem soll Office 2013 stärker als alle seine Vorgänger mit Sozialen Internetdiensten verknüpft und in die sogenannte Cloud eingebunden werden, womit die zentrale Speicherung von Daten auf Internetrechnern gemeint ist. „Wir machen mutige Schritte bei Microsoft“, sagte Konzernchef Steve Ballmer am Montag bei der Vorstellung des neuen Office-Pakets. Quelle: dpa
Word 2013Word hat Microsoft vor allem um Online-Funktionen erweitert. So können künftig um eigene Wort erweiterte Wörterbücher im Internet auf Microsofts Cloud-Service Skydrive abgespeichert werden. Der Vorteil: Die online gespeicherten eigenen Wörterbücher stehen immer auf jedem Gerät zur Verfügung und werden überall automatisch synchronisiert. Auch optisch hat Microsoft nachgebessert: Ein neuer Reading Mode soll die Hardware vor allem des Bildschirms besser ausnutzen. In dunklen Umgebungen kann zur besseren Lesbarkeit der Hintergrund auf schwarz und die Schrift in weiß umgestellt werden. Quelle: Golem.de
PowerpointDie Präsentationssoftware Powerpoint bietet eine praktische neue Funktion im Präsentationsmodus: Ist ein externes Gerät wie ein Beamer oder Präsentationsbildschirm angeschlossen, wird die Präsentation dort im Vollbild gezeigt, während auf dem Bildschirm des Präsentationsgeräts neben der aktuellen Folie auch die folgende Folie sowie Notizen angezeigt werden. Die Steuerung ist auf Stift und Finger optimiert worden. Per Finger-Gesten kann herein- und herausgezoomt werden, Powerpoint erlaubt Notizen-Eingaben per Sift. Zudem kann der Eingabestift als virtueller Laserpointer für die Präsentation genutzt werden.
OutlookAuch beim E-Mail- und Organizer-Programm Outlook fällt vor allem die für Touch-Gesten optimierte Steuerung auf. So können nun beispielsweise Flags für E-Mails per Fingersteuerung über das Quick Actions Tab auf der rechten Seite gesetzt werden. Mail, Kalender, Kontakte und Aufgaben sind nun durch Tabs am unteren Bildschirmrand getrennt - auch das ein Tribut an die Touch-Steuerung. Die von Microsoft aufgekaufte Telefonie-Software Skype ist seit Office 2013 Teil von Outlook, Skype-Kontakte sind automatisch integriert. Quelle: Golem.de
OutlookAuch Outlook ist mit Internet-Diensten vernetzt. So wird mittels Bing Maps die Adresse auf der Karte angezeigt. Neu ist ein „Radio-Menü“ genanntes kreisrundes Bedienelement, beispielsweise zur Formatierung des Textes. Das Radio-Menü ist besonders groß und daher leicht mit den Fingern bedienbar. Quelle: Golem.de
ExcelDieser Screenshot der Tabellenkalkulation Excel zeigt, wie Microsoft die Optimierung auf die Touch-Bedienung umgesetzt hat: Noch immer sind die mit Office 2007 eingeführten Ribbons vorhanden, sind aber standardmäßig zusammengeklappt. Quelle: Golem.de

Nach Informationen von dpa erfolgte die Namensänderung, bevor die Justiz mit dem Markenstreit befasst wurde. In der IT-Branche überziehen sich mehrere konkurrierende Unternehmen zurzeit mit Prozessen wegen der Verletzung von technischen Patenten und Geschmacksmustern. Am heftigsten tobt dieser Rechtsstreit zwischen Apple und Samsung um das Design von Tablet-Computern und Smartphones.

Die Bezeichnung „Metro“ hat Microsoft seit 2006 als internen Codenamen für die technische Plattform zur Darstellung von digitalen Inhalten verwendet. Zu den Design-Prinzipien gehört die Ablösung der bisherigen Datei- und Programmsymbole (Icons) durch kachelartige Rechtecke, die vom Nutzer nach eigenen Bedürfnissen angeordnet werden können. Bei der Steuerung der Oberfläche spielen Animationen und Übergänge eine große Rolle.

Vor Windows 8 ist diese Oberfläche bereits für das Smartphone-Betriebssystem Windows Phone umgesetzt worden, das im November 2010 eingeführt wurde. Dabei hat Microsoft die Bezeichnung „Metro“ nicht nur intern, sondern auch in der öffentlichen Werbung für seine Produkt breit eingesetzt.

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