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Wirtschaftswelten 2025 Genies vom Fließband

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Künstliche Intelligenz ist längst unter uns

Das Entstehen einer technischen Superintelligenz, schreibt Bostrom, sei vermutlich „die wichtigste und zugleich einschüchterndste Herausforderung, der sich die Menschheit jemals stellen musste“.

Werden wir zu possierlichen Haustieren für Roboter, die wir selbst erschaffen haben? Wird KI gar unsere letzte Erfindung sein? Niemand kann es vorhersagen. Aber wir müssen jetzt darüber nachdenken. Denn anders, als viele noch immer glauben, ist künstliche Intelligenz keine Science-Fiction mehr – sie ist längst unter uns.

In den Roboter-Staubsaugern, die wie krümelfressende Ameisen durch unsere Wohnung patrouillieren. In Googles selbstfahrenden Autos, die mehr als eineinhalb Millionen Kilometer unfallfrei unterwegs waren. Oder auf den Servern von Facebook, die heute schon erkennen, wenn wir Fotos von unserer Zechtour posten wollen, und uns demnächst davon abraten, es zu tun.

Wie Roboter den Alltag erleichtern
Krankenpfleger Ein Roboter CARE-O-bot, der vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung entwickelt wurde, versorgt eine Bewohnerin eines Pflegeheims mit einem Getränk (undatiert). Auch dieser Roboter unterstützt ältere Menschen im häuslichen Umfeld und das Pflegepersonal in Pflegeeinrichtungen. Quelle: dpa
Der KochBremer Forscher präsentierten 2013 den Roboter „PR2“, der Popcorn machen und Pfannkuchen wenden kann. Das nötige Vorwissen habe sich dieser unter anderem aus dem Internet geholt, sagte Professor Michael Beetz von der Universität Bremen. Sein Team arbeitet zusammen mit sieben europäischen Partnern in einem auf vier Jahre angelegten Projekt an lernfähigen Robotern. Ziel sei es, diese neue Form der Programmierung zunächst bei Robotern anzuwenden, die alte und pflegebedürftige Menschen bei einfachen Aufgaben unterstützen. Diese könnten in den nächsten zehn Jahren einsatzbereit sein. Quelle: dpa
Der BarkeeperDer Roboter "James" des Münchener Fortiss-Institutes für Hightech-Forschung in München (Bayern) ist als Barkeeper programmiert und soll bei einer Interaktion mit Menschen seine Aufgaben nicht nur richtig erledigen, sondern dabei auch auf die sozialen Bedürfnisse seines Gegenübers eingehen. Wer sich bei James bedankt bekommt die Antwort: "Always a pleasure". Quelle: dpa
KuschelrobbeDer weiße Sozialroboter namens Paro soll Demenzkranken Zuwendung schenken. Das mit Sensoren vollgestopfte Kuscheltier reagiert auf Berührung, Licht und Bewegung. Es soll für Demenzkranke Zuwendung simulieren - und ist deswegen vor allem nach einer Messepräsentation 2011 heftig umstritten gewesen. Tritt an die Stelle des Zivildienstleistenden oder der Pflegekraft nun der Sozialroboter? 5000 Euro kostet die schnurrende Pelzattrappe. Quelle: dpa
Putzhilfe mit gutem OrientierungssinnInzwischen schon fast ein Klassiker unter den Haushaltsrobotern ist der autonome Staubsauger. Dieses Modell, ein Samsung Navibot SR 8855, sticht vor allem durch seine Navigationsfähigkeiten heraus. Aus Aufnahmen von einer eingebauten Kamera setzt er ein digitales Abbild des Raums zusammen, den er reinigen soll. Das verhindert laut Hersteller sinnloses Kreuz- und Querfahren wie bei anderen Saugrobotern. Hindernissen weicht der Navibot aus, die eingebauten Sensoren erkennen auch Treppenabsätze. Im Handel gibt es den Navibot ab etwa 320 Euro. Quelle: Presse
Freundlicher KrankenpflegerDieses freundlich dreinschauende Gesicht gehört einem Roboter aus dem Hause Panasonic. Das Modell Hospi-Rimo soll als Kommunikationsplattform für bettlägerige Patienten dienen, die mit dem Roboter von zu Hause aus mit Arzt, Freunden oder Verwandten per Videokonferenz kommunizieren wollen. Der Roboter kann dabei laut Hersteller mit fragilen Ampullen und Medikamenten so vorsichtig umgehen wie eine Krankenschwester. Quelle: Presse
HaarpflegerDieser von Panasonic hergestellte Haarwaschroboter widmet sich der Pflege des Haupthaars von bettlägerigen Patienten. Vollautomatisch kann das Gerät eine komplette Haarwäsche durchführen und dabei eine Spülung einmassieren sowie die Haare nach dem Waschen wieder trocknen. Dabei kommen insgesamt 24 robotische Finger zum Einsatz. Quelle: Presse

Laut dem Datenanalyse-Unternehmen Quid sind seit 2009 mehr als 17 Milliarden Dollar Kapital in Unternehmen geflossen, die an cleveren Computerprogrammen arbeiten. Google, Facebook, die chinesische Suchmaschine Baidu: Alle Internet-Konzerne haben KI-Labore eröffnet, Start-ups gekauft und Top-Wissenschaftler von den besten Universitäten der Welt abgeworben.

Denken wird zur Dienstleistung

IBM startete im Januar gar eine eigene Konzerneinheit für seinen Supercomputer Watson, ausgestattet mit einer Milliarde Dollar Investitionsmitteln. „Watson versteht natürliche Sprache“, sagte Stephen Gold, Marketingchef der Konzerneinheit, vor Kurzem in Las Vegas. „Er erkennt Muster in Massen an Daten. Und er lernt dazu.“

IBM will andere Firmen dazu bringen, das Superhirn für Apps und Dienste zu nutzen. KI zum Einbauen, gewissermaßen. Denken wird zur Dienstleistung, die Computer übernehmen.

Wie Computer immer schneller werden - und wann sie den Menschen einholen Quelle: Eigene Recherche

„Künftig wird es Tausende, ja Millionen von KI-Systemen geben, an die wir verschiedenste Aufgaben delegieren“, so Neil Jacobstein, der seit Jahren zur KI forscht und das Fach an der kalifornischen Singularity University unterrichtet.

Zugleich warnt er: „Es ist kein weiterer technischer Durchbruch mehr nötig, um eine große Zahl qualifizierter Jobs zu zerstören.“ Eine Studie von Forschern der Oxford-Universität kam jüngst zu einem erschütternden Ergebnis: Binnen zwei Jahrzehnten könnten schlaue Computer fast die Hälfte der Arbeitsplätze in den USA ersetzen.

Ob sich die Prognosen erfüllen, hängt davon ab, ob sich die zugrunde liegenden Annahmen erfüllen: Etwa, dass Computer immer schneller werden (siehe Grafik). In 18 bis 24 Monaten, so sagt es das Mooresche Gesetz voraus, werden sie doppelt so viel Rechenaufgaben pro Zeiteinheit lösen wie heute. Im Jahr 2018 schon viermal so viele, 2020 achtmal so viele.

Schon heute haben Supercomputer, gemessen an den Rechenoperationen pro Sekunde, etwa die Rechenleistung des menschlichen Gehirns. 2023, glaubt Kurzweil, wird es derart starke Rechner für 1000 Dollar geben. Dazu müssten sich neue Prozessor-Techniken etablieren, die HP, IBM und Co. derzeit in ihren Laboren erproben.

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