Xbox Music Microsoft startet neuen Musik-Dienst

Microsoft setzt zum großen Sprung an und will mit einem neuen Allround-Dienst die Nutzung digitaler Musik grundlegend vereinfachen. Xbox Music bietet Zugriff auf rund 30 Millionen Songs.

screen image of their new service called, Xbox Music Quelle: dapd

Microsoft bringt einen neuen Musik-Dienst an den Start, der künftig auch fester Bestandteil des neuen Betriebssystems Windows 8 werden soll. Ab Dienstag werde mit Xbox Music das erste All-in-One-Angebot unter anderem auch in Deutschland zur Verfügung stehen, kündigte das Unternehmen an. Der Dienst soll die Nutzung digitaler Musik über verschiedene Geräte hinweg deutlich vereinfachen. „Die Veröffentlichung von Xbox Music ist ein Meilenstein, wenn es darum geht, Musik möglichst einfach auf unterschiedlichen Endgeräten zu genießen“, sagte Microsoft-Manager Don Mattrick.

Die bekanntesten Musik-Portale im Internet
Amazon startet Prime Music in Deutschland und Österreich - als Bestandteil von Amazon Prime ohne zusätzliche Kosten. Quelle: obs
Apple Music Quelle: dpa
Die seit März 2012 existierende Plattform Spotify bietet mehr als 30 Millionen Songs an. Eine Gratis-Version erlaubt das Anhören der Musik mit Werbeunterbrechungen. Zusätzliche Premiumfunktionen wie das Downloaden von Liedern sind wie bei den meisten Streaming-Angeboten kostenpflichtig. Nach eigenen Angaben hat Spotify mehr als 75 Millionen Nutzer, 20 Millionen von ihnen zahlen. Der Streaming-Dienst ist in 58 Ländern verfügbar. Preis: kostenlos bis 9,99 Euro monatlich
Die Streaming-Plattform Deezer ist vor allem in Frankreich sehr beliebt. 2007 startete sie als erster Gratis-Streamingdienst auf dem Markt. Heute kostet eine Mitgliedschaft, wie auch bei vielen anderen Diensten, Geld. Kostenlos gibt es nur ein Radio-Angebot und Lied-Ausschnitte. Die Plattform ist mittlerweile in mehr als 180 Ländern verfügbar. Preis: kostenlos bis 9,99 Euro monatlich Quelle: Screenshot
Mit Ampya versucht die ProSiebenSat.1 Media seit 2011 auf dem boomenden Markt der Streaming-Dienste Fuß zu fassen. Beflügelt durch viel Werbung auf den TV-Kanälen des Medienunternehmens zählt Ampya zu den bekanntesten Diensten in Deutschland. 2014 wurde Ampya von Deezer mit dem Ziel übernommen, in Europa noch weiter zu wachsen. Preis: kostenlos bis 9,99 Euro monatlich Quelle: Screenshot
Seit 2012 ist WiMP aus der Bethaphase heraus. Gegründet wurde der Musikstreamingdienst in Norwegen, wo sein Mutterkonzern "Aspiro" sitzt. WiMP gibt es bis jetzt in fünf Ländern zu hören: Deutschland, Norwegen, Dänemark, Schweden und Polen. "Aspiro" spielt schon mit dem Gedanken WiMP auch in Finnland, Portugal, Österreich und der Schweiz zu etablieren. Mit einer hohen Sound-Qualität (gegen Aufpreis) und einem eigenen Redaktionsteam, das Musik empfiehlt, will sich WiMP von der Konkurrenz abheben. Preis: 4,99 bis 19,90 Euro monatlich
Napster startete als Musiktauschbörse und wurde schnell zur Plattform für illegale Raubkopien. Auf rechtlichen Druck der Musik-Industrie wurde die Plattform 2001 geschlossen. Der legale Streaming-Dienst gleichen Namens bietet mehr als 25 Millionen Songs und ist damit einer der größten überhaupt. Nach einer kostenlosen Testphase gibt es den Dienst allerdings nur noch gegen Geld. Preis: 7,95 bis 9,95 Euro monatlich Quelle: AP
Mit Google Play Music mischt auch der Internetgigant beim Musik-Streaming mit. In der Standard-Version können einzelne Musikstücke über Google gekauft oder eigene Mp3s in die Cloud geladen werden. Danach stehen sie zum Anhören über den Stream bereit. Die kostenpflichtige "All inclusive" Version ermöglicht den Zugriff auf Googles Musik-Bibliothek mit mehr als 30 Millionen Titeln. Eine Testversion ist 30 Tage kostenlos verfügbar. Preis: kostenlos bis 9,99 monatlich Quelle: Screenshot
Die Dienste des aus Ingolstadt stammenden Programms Juke sind nur über iOs und Android abzurufen. Die Plattform bietet zwar ein 14-tägiges Probe-Abo, jedoch nur einen einzigen Kostentarif, in dem alle Premiumfunktionen schon enthalten sind. Durch eine zweiwöchige, kostenlose Probeanmeldung bei Juke hat der User zusätzlich Zugriff auf Mixtapes und diverse Radiosender. Preis: 9,99 Euro monatlich Quelle: Screenshot
Die nach einem haitischen Tanzstil benannte Musik-Plattform rara bietet, ähnlich wie Rdio, Spotify und co., eine Musikauswahl von rund 22 Millionen Titeln. Auf Wunsch kann der User über rara Songs nach Stimmungslage sortieren und eine Multifunktionsplattform benutzen. Preis: 4,99 bis 9,99 Euro monatlich Quelle: Screenshot
Die von Skype-Mitgründer Janus Friis ins Leben gerufene Plattform Rdio startete erst 2012 in Deutschland. Mit etwa 32 Millionen Titeln in der Bibliothek und der Verfügbarkeit in 85 Ländern ist sie beim Angebot aber auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Preis: 4,99 bis 9,99 Euro monatlich Quelle: Screenshot
Simfy zählte einst zu den Marktführern in Deutschland. Doch das Unternehmen bekam Probleme, die Berliner Betreiberfirma wurde im Frühjahr 2015 aufgelöst. Große Plattenfirmen hatten dem Dienst die Lizenz entzogen. Simfy-Kunden werden an den Konkurrenten Deezer weitergeleitet. Quelle: Screenshot

Xbox Music werde zunächst für die Spielekonsole Xbox 360 verfügbar sein, kündigte das Unternehmen an. Das Angebot umfasse rund 30 Millionen Titel. Anders als etwa bei spezialisierten Diensten wie Apples iTunes, dem Abo-Dienst Napster oder Streaming-Diensten wie Spotify können die Songs sowohl gekauft, im Abo bezogen oder kostenlos im werbefinanzierten Streaming gehört werden.

Die Streaming-Anbieter im Internet

Mit dem neuen Angebot dürfte Microsoft vor allem die großen Marktführer Apple und Amazon attackieren. Bislang war das Unternehmen mit seinem Musikdienst Zune und dem gleichnamigen Player, der über Nordamerika hinaus kaum verkauft wurde, wenig erfolgreich. Mit Xbox Music stärke sich Microsoft nach langen erfolglosen Jahren in diesem Markt und unterstreiche zudem die Marke Xbox für den Medien- und Unterhaltungsmarkt, sagte Gartner-Analyst Michael Gartenberg der Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

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