Xiaomi Mi5 Jetzt muss sich Xiaomi im Ausland behaupten

Auf dem MWC zeigt Xiaomi sein neues Smartphone Mi5 – und verkündet, es auch auf neuen Märkten zu verkaufen. Das chinesische Unternehmen muss zum Global Player werden, um weiter zu wachsen.

Der Vize-Chef von Xiaomi, Hugo Barra, präsentierte in Barcelona das neue Mi5. Quelle: dpa

Zum ersten Mal betritt Hugo Barra eine internationale Bühne. Gleichzeitig ist der Mobile World Congress für den Vize-Chef von Xiaomi das erste Medien-Event in Europa. Dass Xiaomi sein neues Smartphone-Flaggschiff ausgerechnet in Barcelona präsentiert, deuten Branchenkenner zum Zeitpunkt seines Auftritts noch als Zeichen dafür, dass das chinesische Start-up seinen europäischen Marktstart verkünden wird.

"In China kommt das Mi5 am 1. März auf den Markt", sagt der Vize-Chef am Ende seines Auftritts. "Indien und andere Märkte folgen", fügt er mit einem leichten Lächeln hinzu. Dann verlässt er die Bühne – und lässt europäische Verbraucher verwirrt zurück.

Denn ob Europa zu den "anderen Märkten" gehört, lässt Barra offen. Dabei muss das chinesische Start-up dringend neue Länder erschließen, um seinen Wachstumskurs fortzusetzen. Zwar ist Xiaomi in China Branchenprimus, doch das Unternehmen wächst dort langsamer.

Die Highlights des Mobile World Congress
LG G5 Quelle: AP
Samsung Galaxy S7 Quelle: AP
Will.i.am mit Uhr Quelle: dpa
360 VR von LGLG macht den VR-Trend mit und bringt passend zum MWC seine VR-Brille 360 VR auf den Markt, die als Zubehör für das neue Smartphone-Flaggschiff G5 gedacht ist. Die Brille ist ausgestattet mit zwei 13 Megapixel-Weitwinkellinsen und drei Surroundsound-Mikros. Mit einem Kabel wird sie an das Smartphone angeschlossen. Der Preis ist noch nicht bekannt. Quelle: dpa
Epson präsentiert Augmented-Reality-Brille Quelle: Presse_Epson
Kabelloser Datenfluss bei Skoda Quelle: obs
bq Aquaris M10 Ubuntu Edition Quelle: Presse_bq
Kamera Gear 360 von Samsung Quelle: dpa
Matebook von Huawei Quelle: dpa
Sony Xperia X Quelle: Presse_Sony
Tone Platinum Bluetooth-Kopfhörer von LG Quelle: Presse_LG_Electronics
HTC Vive Quelle: HTC_Vive
Smartes Armband Halo Bracelet Quelle: Handelsblatt

Binnen weniger Jahren ist Xiaomi zum Marktführer in China aufgestiegen. Größen wie Samsung und Apple hat das 2010 gegründete Start-up längst hinter sich gelassen. Das neue Smartphone zeigt, warum Xiaomi so schnell so groß werden konnte: Die Technik des Gerätes kann sich sehen lassen.

Mi5 erinnert an das Galaxy S7 Edge

Die Display-Diagonale des Mi5 beträgt 5,15 Zoll. Es löst mit 1920 x 1080 Pixel auf. Wie in den Premium-Smartphones Samsung Galaxy S7 und G5 von LG ist im neuen Xiaomi-Flaggschiff ein leistungsstarker Snapdragon-820-Prozessor verbaut. Das Xiaomi-eigene Betriebssystem MIUI setzt auf das aktuelle Android 6.0 auf.

Xiaomi

Mit seinem flachen Gehäuse und den abgerundeten Ecken erinnert das Mi5 optisch an das Galaxy S7 Edge. 16-Megapixel-Kamera, Fingerabdruckscanner und 4-Megapixel-Frontkamera klingen zunächst einmal nach Oberklasse-Smartphone. Der Preis von 280 Euro liegt jedoch deutlich unter dem, was für Premium-Geräte fällig wird.

Gute Hardware, vergleichsweise kleiner Preis: Mit dieser Kombination könnte Xiaomi auch auf anderen Märkten für Aufsehen sorgen. Nicht bei Apple-Jüngern und überzeugten Käufern der Premiumprodukte, Hersteller von Geräten der oberen Mittelklasse aber könnte eine Konkurrenz erwachsen – auch in Europa.

Xiaomi steht unter großem Druck

Doch auch der Druck auf Xiaomi ist groß, der Sprung auf den Weltmarkt muss gelingen. Zwar gehört das Unternehmen mit 71 Millionen verkauften Smartphones weltweit zu den Top-Anbietern. Das Wachstum verlangsamte sich zuletzt jedoch deutlich.

"Der Smartphonemarkt in China ist langsam gesättigt", sagt Tay Xiaohan, Analyst beim Marktforschungsunternehmen IDC. "Zudem muss sich Xiaomi gegen die starke Konkurrenz von Anbietern wie Huawei, Meizu und LeTV behaupten."

Das ist eine ungewohnte Situation für Xiaomi, das bislang eine rasante Wachstumsstory hinlegte: Im April 2010 schlossen sich neben Industriedesignern und Softwareingenieuren ehemalige Motorola- und Microsoft-Mitarbeiter zusammen, um mit einem ganz neuen Unternehmen den Markt zu erobern. Das Geld lieferten Risikoinvestoren und das amerikanische Mobilfunkunternehmen Qualcomm.

2011 brachte Xiaomi das Mi1 auf den Markt, weitere Modelle folgten, die Absatzzahlen stiegen rasant. In den vergangenen Jahren kaufte sich der Konzern zudem bei weiteren Unternehmen ein, etwa bei den Stehroller-Bauern Segway und Ninebot.

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