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Zuckerbergs Lobbyarbeit Silicon Valley kämpft um Fachkräfte aus dem Ausland

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Kritik am amerikanischen Einwanderungssystem

Mit der schlauen App zum Erfolg
Evernote – das digitale GedächtnisNach einer weiteren Kapitalspritze von 70 Millionen Dollar vom Anfang des Monats ist der Anbieter des Online-Notizbuchs Evernote in den Kreis der Internet-Unternehmen aufgestiegen, die mit mindestens einer Milliarde Dollar bewertet werden. Die App dient als Erweiterung des Gedächtnisses für iPhone, iPad, Blackberry und Android. Mit Evernote lassen sich Notizen jeder Art erstellen und verwalten - egal ob Texte, Fotos oder Tonaufzeichnungen. Die so gemachten Notizen können dann mit Mac oder PC synchronisiert werden. Auch die Software für Mac und Windows ist möglich. Die Nutzung eines Basiskontos ist kostenlos. Ein Premium-Konto kostet 5 Dollar im Monat oder 45 Dollar im Jahr. Die Zahl der Nutzer von Evernote-Anwendungen hat sich nach Angaben des Unternehmens im vergangenen Jahr auf 30 Millionen verdreifacht. Bei der Finanzierungsrunde im Juli vergangenen Jahres hatte Evernote 50 Millionen Dollar eingenommen. Damals sagte Vorstandschef Phil Libin der Nachrichtenagentur dpa, eine Börseneinführung sei zwar nicht das Hauptziel, „aber ein Schritt, der auf dem weiteren Weg kommen wird“. Quelle: dpa
InstagramInstagram ist ein Prototyp einer erfolgreichen App: Sie tut nur eine Sache – die aber richtig. Im Falle von Instagram sind das Fotos. Die App nutzt vorgefertigte Filter für Kontrast, Bildschärfe usw., um Fotos einen besonderen Look zu geben, der ein wenig an alte Aufnahmen aus den 1970er Jahren erinnert. Außerdem werden die Fotos quadratisch beschnitten. Instagram ist für iPhone und Android verfügbar. Weiterhin kann die Apps dazu genutzt werden, die mit dem Smartphone geschossenen Bilder mit anderen zu teilen. Das soziale Foto-Netzwerk wuchs so rasant, dass Facebook die Übernahme der erst 2010 gegründeten 13-Mann-Firma eine Milliarde Dollar wert war. Facebook schlug bei Instagram auch zu, weil die App dort besonders stark ist, wo Facebook bislang Schwächen zeigt: im mobilen Web. Das 13-köpfige Team kann den Nutzeransturm mit so wenigen Mitarbeitern stemmen, weil Instagram bei der Technik komplett auf ausgelagertes Cloud Computing setzt, wie das Team in seinem Blog ausführt. Für Erheiterung sorgt im Netz die Reaktion eines der Instagram-Gründers im Fernsehen auf die Milliardensumme der Übernahme. Quelle: Reuters
DropboxDropbox hat die Aktentasche ins 21. Jahrhundert geholt – in digitaler Form, klein, leicht und mit nahezu unbegrenztem Fassungsvermögen. Die Apps ermöglicht die Speicherung beliebiger Dateien in einem Internet-Ordner, der dann von sämtlichen Geräten – egal ob Smartphone, PC, Mac oder Tablet – darauf zuzugreifen. Die Daten sind verschlüsselt auf Amazons Cloud-Server gespeichert. Unterordner können auch für andere Dropbox-Nutzer freigegeben werden. Zwei Gigabyte sind gratis, mehr Speicher kostet Geld. Den Cloud-Speicherdienst hat Dropbox dabei so komfortabel realisiert, dass selbst Apple-Chef Steve Jobs zu Lebzeiten an einer Übernahme interessiert war. Das Unternehmen Dropbox gilt als eines der heißesten Start-Ups des Silicon Valley und wurde mit insgesamt rund 260 Millionen Doallar Risikokapital finanziert. Der Wert des Unternehmens liegt verschiedenen Schätzungen zufolge zwischen einer bis zehn Milliarden Dollar. Über einen Börsengang wird spekuliert. Quelle: Screenshot
RovioRovio ist ein weiterer Star der App-Szene – einige der am häufigsten heruntergeladenen Apps überhaupt kommen von dem finnischen Hersteller. Bekannteste App aus dem Hause Rovio ist das Spiel Angry Birds, das es inzwischen in zahlreichen Varianten für verschiedenste Systeme gibt. Zählt man alle verfügbaren Plattformen zusammen, wurde das Spiel bereits im Jahre 2011 mehr als 500 Millionen Mal heruntergeladen. Das Spielprinzip ist so simpel wie suchterzeugend: Mit einer Schleuder schießen Sie Kamikaze-Vögel auf böse Schweine. Dabei muss der Spieler mit einer Schleuder die Flugbahn eines Kamikaze-Vogels bestimmen, der sich todesmutig gegen Schweine opfert, die den Vögeln die Eier klauen. „Wall Street Journal“-Blogger Matt Ridley vermutet die dem Menschen angeborene ausgeprägte Fähigkeit zur Vorhersage von Parabeln hinter dem Erfolg der App. So hätten die Spieler schnell Erfolgserlebnisse, die sie sich selbst erst gar nicht zugetraut hätten. Warum auch immer: Die App macht Millionen Spielern Spaß - und die Variante Free HD für das iPad erlaubt das kostenlose Hereinschnuppern in das Spielprinzip. Neuster Clou ist das Spiel Angry Birds Space (Foto), in dem die Vögel nun der schwankenden Schwerkraft von Planten ausgesetzt sind. Quelle: dapd
PinterestWer hätte gedacht, dass zwischen LinkedIn, Google+ und Facebook noch Platz für weitere globale soziales Netzwerk ist? Pinterest ist einer der neuen Anwendungen im sozialen Web, das eine solche Nische dank Spezialisierung gefunden hat. Pinterest hat sich auf Bilder spezialisiert, die mit Beschreibung an virtuelle Pinnwände gepinnt werden. In der Praxis wird das Netzwerk sehr stark für Kaufempfehlungen genutzt. Nutzer sind in erster Linie junge Frauen. Dabei wird das Prinzip der Kreise von Google+ umgekehrt: Nicht derjenige, der die Bilder-Kollektionen einstellt, wählt anhand von Kreisen aus, wer sie empfangen sollen – die Nutzer wählen virtuelle Pinnwände und werden über Aktualisierungen dort informiert. Die virtuellen Pinnwände sind dabei meist thematisch sortiert. Wie bei anderen sozialen Netzwerken üblich, können alle Nutzer von Pinterst die Inhalte teilen („repinnen“), liken und kommentieren. Pinterest ist für das iPhone als App verfügbar, für Nutzer anderer Mobiltelefone gibt es eine mobile Version der Website. Quelle: dpa
PathAuch Path hat seine Nische zwischen den anderen sozialen Netzwerken gefunden: das iPhone. Das „smarte Journal“, wie der Hersteller die App nennt, gibt es exklusiv für das Apple-Smartphone als App. Mit Path können die Nutzer andere Path-User aus ihrem Netzwerk am eigenen Leben teilhaben lassen. Weil das Smartphones immer dabei ist, können Path-Nutzer ihr virtuelles Umfeld mit Fotos und Videos über das eigene Leben informieren oder den Song, den das iPhone gerade spielt, via Path mitteilen. Die App kam ins Gerede, weil sie wie andere ungefragt das iPhone-Adressbuch des Nutzers auf die Path-Server hochlud, um die darin enthaltenen E-Mail-Adressen mit denen der Path-Nutzer zu vergleichen. So sollten Freunde im Path-Netzwerk ausfindig gemacht werden. Das Unternehmen hat die Praxis inzwischen eingestellt. Dem Boom von Path folgten viele weitere Start-Ups, die mit Social Apps das große Geschäft witterten. Inzwischen übersteigt das Angebot aber deutlich die Nachfrage, stellt Netzwertig fest. Quelle: PR
FoursquareNoch ein drittes Nischen-Netzwerk hat es geschafft gegen Facebook zu bestehen: Das auf Smartphones spezialisierte Netzwerk Foursquare stellt den Ort des Nutzers in den Mittelpunkt. Foursquare nutzt dabei das GPS-System der Mobiltelefone, um an bestimmten Standorten das „Einchecken“ zu ermöglichen. Wenn Bekannte, die ebenfalls Foursquare nutzen, am selben Ort sind, entdecken die Nutzer das auf diese Weise schnell. Besonders rasante Verbreitung erfuhr Foursquare unter anderem durch die Werbe-Aktionen verschiedener Geschäfte, die beim Online-Checkin in den eigenen Laden Rabatte versprachen – immerhin ist das auch immer Werbung für das Geschäft. Im Dezember 2011 hatte das Netzwerk rund 15 Millionen Mitglieder. Facebook reagierte auf den Boom des Location Based Network mit der Funktion Places. Quelle: PR


Das Problem liegt im amerikanischen Einwanderungssystem. Ausländische Existenzgründer fallen durch das Behördenschema, es gibt kein passendes Visum für sie. Befristete Arbeitsvisa bekommen Ausländer in der Regel nur, wenn sie bei einem US-Unternehmen angestellt sind. „Wenn sie keinen Arbeitgeber finden, der ihnen ein Visum finanziert, haben sie große Probleme, nach dem Studium in den USA zu bleiben“, sagte Edward Roberts, Professor am renommierten Massachusetts Institute of Technology, den „MIT News“.
Eine dauerhafte Arbeitserlaubnis erfordert oft jahrelanges Warten. Die USA vergäben pro Land maximal sieben Prozent des jährlichen Visumsbestands, heißt es im Yale-Bericht. Mehr als 50 Prozent der Hochqualifizierten kämen aber aus Indien und China.
Dabei benötigen die USA dringend Absolventen der sogenannten MINT-Fächer: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Schon jetzt kommen an US-Universitäten durchschnittlich 40 Prozent der Master- und Doktoratsstudenten in diesen Fachgebieten aus dem Ausland. Präsident Barack Obama sagte im Februar in seiner Rede zur Lage der Nation, er wolle die „hochqualifizierten Unternehmer und Ingenieure anziehen, die Arbeitsplätze schaffen und Wachstum generieren“. Republikaner wie Demokraten sind sich einig, dass sie Fachkräfte im Land halten müssen. Allerdings verzögert der Streit über das Schicksal der geschätzt elf Millionen illegalen Einwanderer eine Entscheidung im Kongress.

Die Herrscherinnen des Silicon Valley
Marissa MayerMarissa Mayer ist ein Google-Urgestein, beim Suchmaschinenkonzern war sie Mitarbeiterin Nummer 20. Zuletzt arbeitete die Google-Vorzeigefrau als Produktchefin. Mit dem Wechsel an die Spitze von Yahoo steigt die Ex-Freundin von Google-Gründer Larry Page endgültig in die Spitze der US-IT-Managerinnen vor. Denn eine ganze Reihe von Spitzenpositionen bekleiden Frauen… Quelle: REUTERS
Margaret WhitmanMeg Whitman ist so etwas wie die Grande Dame des Silicon Valley. Ihren Ruhm und Reichtum begründete Whitman, die eigentlich Ärztin werden wollte, mit Ebay. Sie machte aus dem Startup mit gerade mal 30 Mitarbeitern ein global operierendes Online-Auktions- und dann ein Handelshaus mit 15.000 Angestellten und 8,5 Milliarden Dollar Umsatz. Über zehn Jahre lenkte sie Ebay und trat im März 2008 etwas amtsmüde als Vorstandschefin zurück. Die langjährige Chefin des Internet-Handelskonzerns Ebay löste Ende September 2011 überraschend den glücklosen Vorgänger Léo Apotheker an der Spitze des weltgrößten IT-Konzerns ab. Quelle: dapd
Virginia RomettyDie seit 30 Jahren in den Diensten von IBM stehende Managerin hat Anfang Januar 2012 das Steuer vom langjährigen IBM-Boss Sam Palmisano (links) übernommen. Die Informatikerin und Ingenieurin, die 1981 bei IBM anheuerte muss den von Plamisano verkündeten "Strategieplan 2015" fortsetzen. Quelle: Reuters
Sheryl SandbergChefin ist sie zwar (noch) nicht, doch kaum eine Frau im Valley ist so mächtig, wie Sheryl Sandberg. Die frühere Google-Managerin war 2008 zu Facebook gekommen und hat Zuckerberg seitdem in geschäftlichen Dingen den Rücken freigehalten, so dass er sich ganz auf die Weiterentwicklung des Netzwerks konzentrieren konnte. Sandberg sorgt in ihrer Rolle dafür, dass das Geld hereinkommt, kümmert sich um die Außendarstellung, um die Personalführung und vieles andere. Auch beim Börsengang fiel Sandberg als Architektin des geschäftlichen Erfolgs eine wichtige Rolle zu: Sie versuchte zusammen mit Zuckerberg, Investoren zum Kauf von Aktien zu bewegen. Die Nummer zwei bei Facebook hat im Juni ihre Macht im Sozialen Netzwerk ausgebaut. Die fürs Tagesgeschäft zuständige Managerin und rechte Hand von Firmenchef Mark Zuckerberg ist nun auch in den wichtigen Verwaltungsrat eingezogen. Dies ist das höchste Firmengremium - und das war bislang rein männlich besetzt. Quelle: REUTERS
Carol BartzDoch einige Frauen sind auch schon wieder gescheitert. Zwischen 2009 und 2011 sollte Carol Bartz den Umschwung bei Yahoo schaffen. „Diese Leute haben mich verarscht“, schimpfte Carol Bartz, als sie ihren Posten als Yahoo-Chefin wieder verlor. Als Verwaltungsratschef Roy Bostock ihr am Telefon das von Anwälten formulierte Kündigungsschreiben diktierte schleuderte sie ihm entgegen: „Warum hast Du nicht die Eier, es mir selbst zu sagen?“ Im Januar 2009 war die langjährige Chefin des Softwarehauses Autodesk zu Yahoo geholt worden, um endlich wieder Schwung in die Internet-Ikone zu bringen. Bartz fand ein zerrüttetes Unternehmen vor, ohne klare Management-Zuständigkeiten, Intrigen und kleinen Königtümern. Sie brachte wieder klare Strukturen ins Unternehmen, stellte verlustträchtige Projekte ein und kürzte die Kosten. Eine umstrittene Suchmaschinen-Allianz mit Microsoft sparte zwar Kosten. Doch damit gab Yahoo eigene Expertise ab Quelle: REUTERS
Carly FiorinaFiorina war lange Chefin von Hewlett-Packard, sie leitete HP von 1999 bis 2005 und war dort unter anderem für die Fusion mit Compaq verantwortlich. 2010 kandidierte sie als Senatorin für Kalifornien, verlor aber die Wahl gegen die Demokratin Barbara Boxer. Quelle: AP


Das jahrelange politische Tauziehen hat Amerikas Hightech-Industrie dazu getrieben, ein Protestbündnis zu gründen. 100 Größen der Technologiebranche wandten sich in einem offenen Brief an den Kongress, darunter Yahoo-Chefin Marissa Mayer, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sowie die Chefs von Intel und Cisco. Sie fordern eine Reform des „veralteten und ineffizienten“ Einwanderungssystems, die Obergrenzen für Einwanderer müssten flexibler werden.
US-Medienberichten zufolge haben Zuckerberg und andere Führungskräfte aus dem Silicon Valley außerdem eine Lobbygruppe gegründet, um für Einwanderungs- und Bildungsreformen zu werben. Die als liberal geltende Tech-Szene habe sich dafür neben demokratischen auch mehrere konservative Berater geholt. Zuckerberg und seine Mitstreiter wandten sich vor einigen Tagen in einem offen Brief an US-Präsident Barack Obama.

Digitale Welt



Zuckerberg spendete bereits zuvor 100 Millionen Dollar an Schulen im US-Bundesstaat New Jersey und trat 2011 gemeinsam mit Obama bei Facebook auf. Vor kurzem lud er zu einer Veranstaltung bei sich zu Hause, bei der Wahlkampfspenden für den republikanischen Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, gesammelt wurden.

Die Netz-Kampagne soll ihren Höhepunkt im April finden, wenn in Washington über die Einwanderungsreform abgestimmt wird. Über soziale Medien sollen dann möglichst viele Menschen Druck auf den zerstrittenen Kongress ausüben. Die IT-Industrie hofft auf einen ähnlichen Erfolg wie im vergangenen Jahr, als massenhafte Proteste von Internetunternehmen ein umstrittenes Gesetz zu Fall brachten.

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