Zuckerbergs Lobbyarbeit Silicon Valley kämpft um Fachkräfte aus dem Ausland

Nicht nur deutsche Unternehmen suchen nach Computer-Talenten, auch im High-Tech-Kernland USA sind Experten heiß begehrt. Doch wegen der Einwanderungsgesetze müssen sogar Firmengründer das Land verlassen. Die Hightech-Industrie startete eine Protestkampagne.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg setzt sich dafür ein, dass mehr Computer-Experten aus dem Ausland in den USA tätig sein dürfen. Quelle: REUTERS

Sie sind jung, hochqualifiziert und die amerikanische Wirtschaft braucht sie dringend: Indische, chinesische oder osteuropäische Hightech-Experten, die ihren Abschluss an US-Universitäten gemacht haben. Doch rigide Einwanderungsgesetze zwingen immer wieder Absolventen und Unternehmensgründer aus dem Land. Amerikas IT-Industrie bündelt daher ihre Kräfte nun zu einem virtuellen „Protestmarsch für Innovation“. Die lautstarke Kampagne ruft Demokraten und Republikaner zu einer Gesetzesreform auf.
Zwei, die das Visums-System aus den USA gedrängt hat, sind die indischen Entwickler Indira und Rahul Chaturvedi (Namen geändert). Rahul studierte Informatik an einer großen US-Universität, Indira Biomedizintechnik. Als die Studenten sich 2007 kennenlernten, wurden sie nicht nur ein Paar, sondern auch Geschäftspartner. Gemeinsam entwickelten sie für das Online-Netzwerk Facebook das Spiel „Pillow Fight“, in dem die Nutzer eine virtuelle Kissenschlacht führen können. Von Indira stammte die Idee, ihr Mann programmierte den Code.

So nutzen Mittelständler ihre Stärken im Wettbewerb um Fachkräfte


Die Chaturvedis gründeten in den USA ein kleines Unternehmen und waren so erfolgreich, dass sie mehrere Angestellte beschäftigten. In zwei Jahren zahlten sie rund 250.000 Dollar Steuern, heißt es in einem Bericht des Forschungszentrums für Globalisierungsstudien der Universität Yale. Doch nach dem Ende ihres Studiums bekamen die Entwickler keine Arbeitsgenehmigung. 2010 mussten sie nach Indien zurückkehren, wo sie heute noch auf ein dauerhaftes US-Visum warten. „Wir versuchen, uns darum zu kümmern“, sagte Rahul Chaturvedi.

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Auch in Deutschland wird darüber diskutiert, wie hochqualifizierte Zuwanderer angelockt werden können. Die Computerbranche sucht händeringend nach Fachkräften. Deutsche Politiker schauen neidisch auf die USA, wo das Silicon Valley die Internet-Unternehmen nährt. Eine ähnliche Gründungskultur mit Mut zum Risiko brauche es in Deutschland auch, sagte Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) auf der Computermesse Cebit.

Doch auch abseits der Gründerkultur kämpft die deutsche Technikbranche mit einem extremen Fachkräftemangel. Rund jedes zweite ITK-Unternehmen (53 Prozent) bezeichnet unverändert die Fachkräftesituation als behindernd für das eigene Geschäft, heißt es im aktuellen Index des Branchenverbandes Bitkom. Und auch in den USA würden im Jahr 2018 mindestens 200.000 Stellen im Hightech-Sektor unbesetzt bleiben, prognostiziert die Handelskammer. Denn selbst im berühmten Silicon Valley stoßen ausländische Jungunternehmer an bürokratische Hürden.


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