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Zum Download frei Wer das neue Windows 8.1 braucht

Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Start des viel gescholtenen Windows 8 schickt Microsoft seinem aktuellem Betriebssystem ein umfassendes Update hinterher. Lohnt sich der Umstieg auf Windows 8.1?

Microsoft präsentiert Windows 8.1 und räumt mit einigen Problemen des Vorgängers auf. Quelle: dpa

Der Start für Microsofts Betriebssystem Windows 8.1. hätte kaum holpriger sein können. Kurz nach dem Downloadbeginn hat der Konzern das Update für seine Tablets vom Typ Surface RT am Wochenende wieder aus dem Store entfernt. Bei einer „begrenzte Zahl von Nutzern“ seien Probleme aufgetreten, die Microsoft derzeit untersucht, heißt es in einer Mitteilung. Deshalb sei das Update vorübergehend entfernt worden.

Besonders ärgerlich ist das, weil eigentlich bereits am Dienstag das neue Microsoft-Tablet Surface 2 in den Verkauf gehen soll. Und das wird bereits mit Windows 8.1. laufen.

Hinweis unserer Leser

Wer von Windows 7 upgraden will – der Download startet über diesen Link –, muss dagegen ordentlich in die Tasche greifen. Ein spezielles Umstiegsangebot für knapp 30 Euro wie zum Start von Windows 8 gibt es nicht mehr. Statt dessen verlangt Microsoft für die Vollversion von Windows 8.1 nun knapp 120 Euro, die Pro-Version, die sich unter anderem durch das integrierte Media Center von der Standardausgabe unterscheidet, schlägt gar mit knapp 280 Euro zu Buche. In Online-Shops sind die Upgrades allerdings in den sogenannten OEM-Versionen deutlich günstiger zu haben – zu Preisen zwischen 90 und 130 Euro.

Doch selbst wer kostenlos umsteigen darf, stellt sich die Frage, ob „dürfen“ auch „müssen“ bedeutet? Schließlich gilt in der Softwarewelt unverändert der Merksatz: „Never change a running system“ – fummle nie an einer funktionierenden Maschine herum!

Besser als der Vorgänger

Im Fall von Windows 8.1 aber, das haben meine Erfahrungen mit dem neuen Windows gezeigt, gibt es keinen vernünftigen Grund, das Upgrade nicht mitzumachen. Im Gegenteil, die neue Software macht das noch immer nicht allzu geliebte PC- und Tablet-Betriebssystem in jeder Hinsicht besser als die Erstversion, der an mancher Stelle noch etwas Unfertiges anhaftete.

Nun mag man zur mit Windows 8 eingeführten Kacheloptik stehen, wie man will (ich persönlich finde sie sogar ganz praktisch), mit Windows 8.1 wird sie definitiv besser. Und das aus verschiedenen Gründen. Zum einen macht Microsoft das Gekastel selbst viel flexibler. Das liegt unter anderem daran, dass Microsoft neben den beiden bekannten noch zwei zusätzliche Kachel-Formate einführt. Eine XL- und eine S-Variante.

Das spart enorm Platz auf dem Bildschirm, der bisher durch die teils doch recht eintönigen Quadrate belegt wurde. Andererseits ermöglicht es speziell Desktop-Nutzern wie mir, die wichtigsten Apps im schnellen Zugriff zu haben, ohne groß den Bildschirminhalt hin und her verschieben zu müssen. Ein Mausklick beziehungsweise Wisch mit dem Finger nach unten eröffnet zudem endlich den direkten Aufruf aller verfügbaren Kachel- und Desktop-Apps. Und wer will, der kann einzelnen Kachelgruppen nun auch noch Namen geben. Kein Muss, aber für Ordnungsliebhaber wie mich eine nette Sache.

Per Knopfdruck wie früher

So sieht Windows 8.1 aus
Nach nur etwas mehr als sieben Monaten unterzieht Microsoft sein Betriebssystem Windows 8 einem kleinen Redesign. In Windows 8.1 kehrt auch der von vielen Nutzern schmerzlich vermisste Start-Button wieder zurück – wenn auch in einer abgespeckten Variante. Es soll zwar kein Knopf mehr sein, sondern nur noch ein Windows-Logo. Dennoch liefert er dem Nutzer die gewohnte Orientierung: Hier komme ich überall hin und finde mich wieder zurecht. Künftig kann man über die Start-Funktion die gesamte Kachel-Optik abschalten und zum gewohnten Windows-Desktop zurückkehren. Quelle: Screenshot
In einem Eintrag im Microsoft-Firmenblog hat Manager Antoine Leblond einige der Änderungen an dem Betriebssystem beschrieben. So sollen sich künftig zum Beispiel die Start-Bildschirme stärker und vor allem einfacher personalisieren lassen. Der Desktop-Hintergrund soll auch hinter den Start-Bildschirm gelegt werden können. Will der Nutzer die Kacheln der Apps neu organisieren oder deren Größe verändern, kann er jetzt mehrere Kacheln gleichzeitig bearbeiten und nicht mehr eine nach der anderen. Quelle: Screenshot
In Windows 8.1 können auch mehrere Apps gleichzeitig nebeneinander verwendet werden. Um das Multi-Tasking zu erleichtern, können die Programmfenster in ihrer Größe verändert werden. Auch hier gilt der Grundsatz, dass der Nutzer das System mehr auf seine persönlichen Vorzüge anpassen kann – wie zum Beispiel im Bild gezeigt eine Suche im Browser und die Umgebungskarte. In der linken Spalte bleibt die Übersicht über alle aktuell geöffneten Programme. Unten links können Sie übrigens den neuen alten Start-Button sehen. Quelle: Screenshot
Die SkyDrive-App bietet eine Übersicht über alle Dokumente, egal ob diese in der Cloud oder auf dem Gerät selbst gespeichert sind. Zudem sind die Cloud-Dateien auch stets offline verfügbar – zumindest auf dem Stand, als das Gerät zuletzt mit dem Internet verbunden war. Über die Cloud läuft auch der Austausch der persönlichen Einstellungen, ähnlich wie bei Apples iDevices. Sobald sich der Nutzer mit seinem Microsoft-Account anmeldet, zieht sich das Gerät automatisch Einstellungen und Apps, um den Umstieg auf ein neues Gerät einfacher zu machen. Das Update auf Windows 8.1 soll für Microsoft 8-Nutzer kostenlos sein. Quelle: Screenshot
Rückblick in den Oktober 2012: Auf dem Startbildschirm von Windows 8 liegen die Kacheln – mit einem Klick oder Fingerzeig starten die Programme. Welche gerade aktiv sind, können Nutzer sich in einer Leiste links anzeigen lassen. Quelle: Screenshot
Damit sich der Internet Explorer leichter per Touchscreen bedienen lässt, hat Microsoft die Bedienelemente deutlich vergrößert. Oben lassen sich die geöffneten Webseiten anzeigen, unten die aktuelle Adresse. Quelle: Screenshot
Große Bilder, große Überschriften: Die Apps sind extra für Touchscreens angepasst, etwa das Nachrichtenangebot Bing Sport. Quelle: Screenshot

 

Dass jede Anwender nun auch selbst das Hintergrundbild der Kachelansicht modifizieren kann, ist eine nette Funktionserweiterung. Nicht lebenswichtig, aber für Menschen, die den größten Teil des Tages vor der Kiste sitzen, eine hübsche Option, den Arbeitsplatz auch am (früher mal Metro-Design genannten) ModernUI dem eigenen Geschmack anzupassen.

Weit relevanter ist da schon die Option, Windows 8.1 nun wieder – ohne externe Zusatzprogramme – so zu konfigurieren, dass der Rechner nach dem Start mit der vertrauten Desktop-Optik startet. Wer sich partout mit dem neuen Oberflächendesign nicht anfreundet, der kann in den Systemeinstellungen (Mausklick rechts auf die Fußleiste in der Desktopdarstellung und Auswahl über den Reiter „Navigation“) wieder voreinstellen, dass Windows 8.1 direkt im Desktop-Modus hochfährt. Gerade auf klassischen PCs ohne Touchdisplays, die die Fingersteuerung des ModernUI ohnehin nicht in Gänze ausnutzen können, ist das vermutlich die sinnvollere Option. Über die Windows-Taste oder den neuen „Start“-Button (sic!) lässt sich die moderne Optik ja jederzeit wieder aufrufen.

Der Start-Button ist wieder da

Apropos „Start“-Button: Der kommt mit Windows 8.1 zwar wieder zurück – aber eben nicht so richtig. Denn das, was da nach dem Update wieder links unten in der Bildschirmecke prangt, ist alles andere als die Rückkehr der verlorenen Funktionen. Denn tatsächlich landet, wer darauf klickt, nicht mehr in der gewohnten Programm- und Funktionsstruktur, die den direkten Zugriff auf die wichtigsten Programme, die persönlichen Dokumente oder die Systemsteuerung bietet.

Statt dessen dient der Knopf in erster Linie dazu zwischen dem klassischen Desktop und der neuen Windows-Oberfläche umzuschalten. Allenfalls per Klick auf die rechte Maustaste, lassen sich über den wiederauferstandenen Start-Knopf ein paar Kernfunktionen des Betriebssystems erreichen – wie der Aufruf des Task-Managers, der Energieoptionen, der Systemsteuerung oder eben der An- und Abmeldung der Benutzer

Wenn man einmal von der radikalen Neugestaltung der Bedienoberfläche bei Windows 8 absieht, dann wurde wenige Neuerungen des jüngsten Microsoft-Betriebsystems so kontrovers diskutiert wie ausgerechnet der fehlende Start-Button. Entsprechend groß war die Euphorie der Button-Fans, als durchsickerte, dass das nun vorgestellte Update auf Version 8.1 genau diesen Start-Button wieder zurück bringen werde. Dass das Rechts-Klick-Menü unter dem „Start“-Symbol nur eine nackte Aneinanderreihung von Programmbefehlen erscheint, erleichtert zwar die Bedienung, weil sich dort – wie beschrieben – wieder einige viel benutzte Befehle finden. Im Grunde aber bleibt der neue, alte Button ein Torso.

Evolution statt Revolution

Die neuen Geräte mit Windows 8
Laptop oder Tablet-Computer? Was das IdeaPad Yoga 13 von Lenovo ist, hängt davon ab, wo Nutzer den Bildschirm hindrehen. Denn der lässt sich nicht nur im 90-Grad-Winkel aufstellen, sondern komplett umklappen. Im Vergleich zu Geräten wie dem iPad ist das IdeaPad jedoch relativ groß und schwer: Es misst 13 Zoll und wiegt 1,5 Kilogramm. Auch der Preis von rund 1300 Euro ist stattlich. Alternativ bietet sich das Lenovo Ideapad Yoga 11 (im Bild) an. Das Gerät ist mit seinem 11-Zoll-Bildschirm deutlich handlicher und mit 1300 Gramm auch etwas leichter. Kostenpunkt: 799 Euro. Quelle: dpa
Fliegender Wechsel: Das Vaio Duo 11 lässt sich mit einer Schiebebewegung vom Ultrabook zum Tablet verwandeln. Das flache, leichte und leistungsfähige Gerät hat allerdings seinen Preis: Sony vermarktet es ab 1200 Euro – auch für ein Ultrabook ist das nicht gerade günstig. Quelle: Sony
Premiere für Microsoft: Der Konzern beschränkte sich bislang auf die Rolle des Software-Lieferanten, jetzt bringt er mit dem Tablet-Computer Surface auch eigene Hardware heraus. Installiert ist Windows 8 RT, das für Geräte mit den stromsparenden ARM-Prozessoren konzipiert ist. In den USA kommt das Surface zu Preisen ab 500 Dollar auf den Markt, damit kostet ähnlich viel wie das iPad, bietet aber mehr Speicher. Doch es gibt Alternativen zum Microsoft-Flachmann. Quelle: Reuters
Ein klasisches Tablet hat auch Asus entwickelt, das VivoTab, das es mit WLAN wie auch mit UMTS-Anschluss gibt. Über ein verdecktes Scharnier lässt sich jedoch eine Tastatur mit Zusatz-Akku anschließen. In der günstigsten Version kostet das VivoTab rund 600 Euro, im Paket mit der Docking-Station 730 Euro. Auf diese Doppellösung sind auch andere Hersteller gekommen. Quelle: PR
Drehen, klappen, fertig: Das XPS 12 von Dell wird mit wenigen Handgriffen vom Ultrabook zum Tablet-Computer. Da es sich um ein vollwertiges Notebook handelt, ist nicht das abgespeckte Windows 8 RT an Bord, sondern die volle Version. Das Tablet-Notebook soll in Deutschland ab 1000 Euro kosten. Quelle: PR
Ein Konvertit ist der Ativ Smart PC von Samsung: Der Tablet-Computer lässt sich mit Fingergesten oder einem Stylus bedienen, wird aber mit einer Anstecktastatur zum Laptop. Der koreanische Konzern vermarktet eine ganze Reihe von Geräten unter dem Namen Ativ, darunter ein Smartphone mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone 8. Quelle: dpa
Ein klassisches Tablet ist das Elitepad 900 von Hewlett-Packard. Mit einen 10,1 Zoll großen Bildschirm ähnelt seine Größe dem iPad. Wer komfortabel damit arbeiten will, kann ihn mit sogenannten Smart Jackets erweitern, etwa um eine Tastatur oder einen Ständer mit diversen Schnittstellen und einem Zusatzakku. Zudem gibt es eine Docking-Station, die das Tablet zum zweiten Bildschirm eines PCs macht. Das Elitepad 900 kommt im Januar 2013 in den USA auf den Markt. Zum Preis hat sich HP noch nicht geäußert. Quelle: PR

 

Immerhin, inzwischen haben die Anbieter der diversen Systemerweiterungen ihre Programme auch für den Betrieb mit Windows 8.1. optimiert, sodass  Tools, wie Start8, die ich hier schon beschrieben habe, als Ausweichoption bleiben und deutlich näher und komfortabler am Vorbild des gewohnten Start-Kopfes dran sind als Microsofts eigene Neuinterpretation.

Dagegen behebt das überarbeitete ModernUI von Version 8.1 tatsächlich einen großen funktionalen Mangel der Erstversion. Dort nämlich splittete Windows die Suchergebnisse, die sich ja grundsätzlich sehr bequem durch bloßes Lostippen aufrufen lassen, in Dokumente, Apps und sonstige Fundstellen auf. Das war ziemlich unpraktisch, weil man sich so nacheinander durch alle Fundorte klicken musste. Nun hingegen vereint die Suchfunktion alle lokalen Fundstellen – und erweitert die Suche mithilfe des eigenen Suchdienstes Bing zudem ins Internet.

Speziell die Bing-Integration führt aber auch dazu, dass sich unter der Fundstellen gelegentlich auch thematisch passende Werbeangebote finden. Das muss nicht jedem gefallen. Aber beispielsweise die Suche nach dem Chor meiner Tochter liefert mir so lokale Fotos vom letzten Chorauftritt, die auf dem Rechner gespeichert sind, E-Mails der Chorleiterin und auch den Web-Link auf die Seite der Gemeinschaft. So wünsche ich mir das.

Xbox-Music überarbeitet

Ein Gewinn ist auch der überarbeitete Dienst Xbox-Music. Der glänzte zwar bisher schon mit einem smarten aber versteckten kostenfreies Streaming-Angebot. Wer aber mit seinem Windows-8-PC primär eigene Musik managen und abspielen wollte, musste sich zunächst durch störende Infos über von Microsoft gefeaturte Künstler klicken oder wischen. Das geht jetzt deutlich flotter vonstatten.

Und noch etwas macht die Arbeit mit 8.1 ein Stückchen flüssiger: Neben Apple, dass mit dem kommenden iOS7 die manuelle Aktualisierung von Apps durch eine automatische Update-Funktion ersetzt, lädt künftig auch Microsoft mit der neuen Windows-Variante aktualisierte Apps ohne Zutun des Nutzers im Hintergrund nach.

Alles in allem bedeutet Windows 8.1 keine Revolution sondern eher eine Evolution des Betriebssystems, ein „veredeltes Windows“, wie es Microsoft-Chef Steve Ballmer auf der Entwicklerkonferenz Build in San Francisco nannte .

In Arbeit
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Als Mindestanforderungen für die Hardware nennt Microsoft einen 1-Gigahertz-Prozessor, ein beziehungsweise zwei Gigabyte Arbeitsspeicher (32-/64-Bit), freien Festplattenspeicher von 16 oder 20 Gigabyte (32-/64-Bit) beziehungsweise zehn Gigabyte beim Update der Tablet-Version Windows 8 RT und schließlich eine DirectX 9-fähige Grafikkarte mit WDDM-Treiber.

Wirklich rasant, das zeigt der Praxisbetrieb auf meinem Testrechner, wird Windows 8.1 damit nicht, aber selbst auf meinem immerhin sechs Jahre alten Laptop macht Arbeiten damit immer noch mehr Spaß als mit Windows XP oder Vista. Ob ein – wie geschildert doch recht teures Upgrade – von Windows 7 auf 8.1 bei solch einer Maschine notwendig wäre, das würde ich angesichts des Preises aber eher verneinen.

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