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Zynga-Rivale Wooga Die Zauberstabfabrik

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Gekaufter Erfolg

Electronic Arts ist hinter Zynga die zweitgrößte Spielefirma bei Facebook - der Preis dafür war allerdings enorm. Quelle: dapd

Die Zahl der monatlich aktiven Spieler bei Wooga ist in einem Jahr von 11 auf 34 Millionen gestiegen. Lange belegte das Unternehmen damit den zweiten Platz in der Rangliste der Spieleentwickler bei Facebook. Inzwischen ist EA zwar an den Berlinern vorbeigezogen, doch der Preis war enorm: Je nach künftigem Erfolg muss der US-Anbieter bis zu 1,3 Milliarden Dollar für den Kauf des Social-Games-Entwicklers PopCap hinlegen. Zuvor hatte EA-Chef John Ricitiello schon bis zu 400 Millionen Dollar für den Spielespezialisten Playfish ausgegeben. Disney hat sich mit Playdom für mehr als 700 Millionen Dollar ebenfalls in das Geschäft eingekauft.

Dem Marktführer Zynga auf den Fersen

Klar, dass auch bei Begemann schon diverse Anfragen eingegangen sind. Die weist er jedoch kühl zurück: „Wir haben kein Interesse zu verkaufen und führen auch keinerlei Gespräche.“ Stattdessen hat er das Ziel ausgegeben, bis 2020 vom Social-Games-Spezialisten zu einem der weltweit größten Spieleanbieter überhaupt aufzusteigen.

Am Kapital mangelt es nicht. Im Frühjahr investierten Risikokapitalgeber insgesamt 24 Millionen Dollar, eine der größten Summen, die ein deutsches Startup je bekommen hat. Begemann selbst hält noch knapp ein Drittel der Anteile. „Es hat mich beeindruckt, dass sie mehrere erfolgreiche Spiele gestartet haben“, lobt Fergal Mullen, General Partner bei Highland Capital. Das sei ungewöhnlich im Social-Game-Bereich, wo viele Eintagsfliegen über eine gute Spielidee nicht hinauskämen.

Nächste Zielplattform: Handy

Wooga ist da schon einen Schritt weiter und arbeitet mit Hochdruck daran, seine Spiele auf das Handy zu bringen. In diesen Tagen kommt die Mobilvariante des Konzentrationsspiels Diamond Dash, wo es auch erstmals eine Bezahlfunktion geben wird, die bei dem bisher verfügbaren Smartphonespiel Magic Land fehlt. Begemann analysiert derzeit, auf welche Technologien und Partner er in der mobilen Welt setzt. Denn so wie Facebook, das 30 Prozent der Einnahmen kassiert, will etwa auch Apple im Mobilgeschäft seinen Teil vom Erfolg.

Und der ist auch finanziell beachtlich. Obwohl Wooga erst im vorigen Sommer mit dem Verkauf von Zauberstäben und anderem virtuellen Schnickschnack begonnen hat, lag der Umsatz 2010 bei mehreren Millionen Euro. Wooga nennt offiziell keine Zahlen mehr, doch Begemann hat einmal erklärt, was Facebook-Spiele im Schnitt einbringen: „Man kommt auf einen monatlichen Umsatz von 0,10 Dollar pro aktivem Nutzer.“ Nach dieser Faustregel würde Wooga allein im November 3,4 Millionen Dollar einnehmen.

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