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Zynga-Rivale Wooga Die Zauberstabfabrik

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Internationalität als Erfolgsgeheimnis

Um an den Konkurrenten Zynga heranzukommen, ist es für Wooga noch ein weiter weg - über 208 Millionen Menschen verbringen ihre Zeit mit den Spielen der Softwareschmiede. Quelle: REUTERS

Wie hat es die mit fünf Mann gestartete Firma eigentlich geschafft, so schnell in einer Liga mit EA & Co. zu spielen? Ein Grund ist die internationale Ausrichtung. Firmensprache ist Englisch, das gilt selbst für Schilder an der Kaffeemaschine. Aus 21 Nationen kommen die 120 Wooga-Leute, nur gut die Hälfte aus Deutschland. Der für Partner zuständige Facebook-Manager Ethan Beard schwärmt von der „internationalen Reichweite“ und der „Fähigkeit, ein Spiel gleichzeitig in sieben Sprachen zu launchen“.

Ein weiterer Teil des Erfolgsgeheimnisses findet sich in der Vergangenheit von Begemann. Nach seinem BWL-Studium in Berlin arbeitete er sieben Jahre lang für den Klingeltonverkäufer Jamba, war dort leitender Produktmanager und Mitglied der Geschäftsführung. Mit Figuren wie dem Crazy Frog oder dem Hasen Schnuffel schaffte es Jamba wie kaum ein anderes Unternehmen, Teenagern Geld aus der Tasche zu ziehen.

Knuddellook als Köder

Von Jamba hat der heute 34-Jährige Leute mitgebracht und ein Erfolgsrezept: den Reiz niedlicher Figuren. Mit Schnuffelmonstern im Comicstil erweicht der finnische Chefdesigner Henric Suuronen Mädchen im Teenageralter und ihre Mütter: 70 Prozent aller Wooga-Spieler sind weiblich.

An Zynga wird Begemann trotzdem so schnell nicht herankommen. Mit 208 Millionen Spielern liegt der Primus weit vorn. Doch im August hat Wooga den Rivalen geschlagen: Auf der Spielemesse Gamescom waren die Berliner gerade zur besten Spielefirma Europas gekürt worden, da startete Google sein Spieleangebot beim Facebook-Konkurrenten Google+. Obwohl sie auch in dem Netzwerk dabei sind, bewarb Google seine Spieleoffensive nicht mit Zynga, sondern einem Bild von Woogas Diamond Dash. Das war der Ritterschlag für die Berliner. Viel Zeit zum Feiern blieb Begemann aber nicht: Er eilte vorzeitig von der Messe zur Geburt seiner Tochter.

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