Digitalisierung Der unterschätzte Treiber für eine bessere Welt

Die Herausforderungen, die Klimawandel und Energiewende an uns stellen, verpflichten uns in neue Technologien zu investieren. Quelle: dpa/dpaweb

Nachhaltigkeit ist gar nicht so einfach. In San Francisco, einer der Ökohauptstädte dieser Welt, verschärft das fröhliche Wuchern der für gewöhnlich als besonders grün gepriesenen Urban-Gardening-Bewegung derzeit die Immobilienkrise. Das Beispiel des Limousinendienstes Uber zeigt, dass sich das durch die Internet-Communities kultivierte Teilen, Weitergeben, Teilzeit- und Kollektivnutzen von Dingen und Dienstleistungen auch als brachialkapitalistisches Teufelszeug erweisen könnte. Und ist der Carsharing-Hype nicht zumindest fragwürdig, wenn immer mehr Freefloating-Autos unsere Innenstädte verstopfen und dem ÖPNV Kunden abspenstig machen?

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Diese Beispiele zeigen: Eine neue Wertschöpfungskultur jenseits von Gier, Haben und chiquen Skalierungseffekten ist offenbar kein Kinderspiel.

Nachhaltigkeit ist eine Dilemma-Praxis, ein permanentes Hantieren mit Widersprüchen und doppelten Böden. Das Millionenheer der politisch Unkorrekten spielt seit Jahren das Spiel mit der strukturellen Unmöglichkeit, „die eine unbezweifelbar gute Tat“ für unsere Umwelt zu tun. Dabei kommt bei deren Beckmesserei nur Zynismus heraus – und die Feigheit vor der eigenen Verantwortung.

Am Ende der Gewissheiten

Jedem halbwegs aufgeklärten Menschen müsste seit Beginn des 21. Jahrhunderts klar sein, dass es keine Gewissheiten mehr gibt, schon gar nicht auf dem Weg in eine neue Energie-Zukunft.

In den vergangenen rund zehn Jahren haben wir sehr viel erreicht: Spitzentechnologien lassen sich – wie noch niemals zuvor in der Menschheitsgeschichte – im Sinne höherer Effizienz und eines gebremsten Ressourcenverbrauchs einsetzen. Wirkliche Zukunftstechnologien werden in den kommenden Jahren vor allem ökologische Technologien sein, oder sie werden sich das Label „Zukunft“ nicht verdienen.

Stufen der industriellen Entwicklung

Allerdings war das Business auf den Energiemärkten schon immer in hohem Maße technologiegetrieben. In einer Gesellschaft, die sich als aufgeklärt und demokratisch versteht, müssen jedoch immer Chancen und Zumutbarkeit des Technologieeinsatzes abgewogen werden. Wir haben, mit anderen Worten, das Recht und die Pflicht, über die Gestaltung der Energie- und Mobilitätswende mit zu entscheiden. Wir als Gesellschaft müssen die Entscheidung über den bestmöglichen Technologieeinsatz fällen.

Dass wir eine drohende Klimakatastrophe verhindern wollen und dies auf Basis eines nachhaltigen Energiemarktes, gilt auf internationaler Ebene nach wie vor als verabredet. Doch ohne den Einsatz neuester Technologien wird uns das nicht gelingen.

Digitalisierung als Ermöglicher der Energiewende

Deshalb müssen wir umso mehr verantwortlich handeln. Das bedeutet aus meiner Sicht, dass wir dazu verpflichtet sind, in neue Technologien zu investieren. Angesichts der immensen Herausforderungen, die Klimawandel und Energiewende an unser Wirtschafts- und Sozialsystem stellen, gehört es zu einem verantwortungsvollen, zukunftsoffenen Handeln, dass wir Technologie grundsätzlich als herausragende menschliche Errungenschaften und als Werkzeuge ansehen.

Zu diesen Werkzeugen gehören definitiv auch die Segnungen der Digitalisierung.

Die Digitalisierung wird alle Prozesse in unserer Wirtschaft transformieren, das steht seit längerer Zeit fest. Das Vertrackte an solch einflussreichen Megatrends wie demografischer Wandel, Energiewende und eben auch der Digitalisierung ist, dass man sich ihnen nicht entziehen kann.

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