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Digitale Pioniere Welche Mittelständler bei der Digitalisierung weit vorne sind

Kasse gemacht: Bizerba vereinfacht den Einkauf durch smarte Softwarelösungen Quelle: PR

Ein exklusives Ranking zeigt, welche Mittelständler bei der Digitalisierung vorneweg marschieren. Zu den Gewinnern zählt neben Onlineplattformen und IT-Anbietern auch ein traditionsreicher Hersteller von Waagen.

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Der Gastronom kurvt wie jeden Montag mit seinem Einkaufswagen durch den Metro-Großmarkt in Neuss bei Düsseldorf. Ein paar Flaschen Aperol, zwei Kartons Nudeln, Sahne, Salate, Rinderfilets – er scannt jeden Artikel mit einer App auf seinem Smartphone, bevor er ihn zu den anderen legt. An der Kasse parkt er dann seinen Einkaufswagen auf einer Bodenplatte aus Metall – unter einem Arm aus Metall.

Der Rest geht wie von Zauberhand. In die Bodenplatte ist eine Waage eingebaut, in den Arm eine Kamera – der Apparat prüft, ob die gescannten Produkte und deren Gewicht, ihr Erscheinungsbild und die Zusammensetzung übereinstimmen. Passt etwas nicht, wird der Kunde über die App darauf hingewiesen. Stimmt alles, bezahlt er. Fertig.

Das ewige Anstehen an der Kasse? Das Beladen des Bandes und das Einladen in den Einkaufswagen? Entfällt.

Supersmart heißt das System, das die traditionelle Waage mit moderner Digitaltechnologie pimpt. Entwickelt hat es der deutsche Mittelständler Bizerba gemeinsam mit einem israelischen Start-up. Im Ausland sei das System schon bei mehreren Handelsketten im Einsatz, sagt Bizerba-Chef Andreas Kraut: „Metro in Osteuropa setzt auf unsere Lösungen und arbeitet am weiteren Rollout.“ Außerdem gebe es weltweit eine Reihe von Pilotprojekten. In Deutschland testeten neben Metro auch Edeka-Kaufleute das System.

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    Transformation unterstützt

    Das familiengeführte Unternehmen aus dem baden-württembergischen Balingen fing 1866 damit an, Brücken-, Tisch- und Balkenwaagen herzustellen. Heute haben die Schwaben zahlreiche Innovationen im Repertoire. Dazu zählen auch Schneidemaschinen, die Benutzer auf stumpfe Klingen hinweisen. Bizerba sei ein typischer „digitaler Supporter“, sagt Barbara Siegert, bei der Unternehmensberatung Munich Strategy für den Bereich Transformation zuständig. Digitaler Supporter? Darunter versteht sie „Unternehmen, die die digitale Transformation von Organisationen durch ihr Leistungsangebot unterstützen, sei es mit Technologien, Software oder Services.“

    Um die digitalen Frontrunner im deutschen Mittelstand zu ermitteln, hat Munich Strategy die Fortschritte von rund 4000 deutschen Unternehmen bei der digitalen Transformation bewertet. Jeder Mittelständler erhielt dabei einen „Digitalscore“, der sich zu zwei Dritteln aus der digitalen Leistungsstärke und zu einem Drittel aus der Wachstumskraft des Unternehmens bei Umsatz und Gewinn zusammensetzt.

    Viele Unternehmen in der Rangliste setzen auf ein komplett digitales Geschäftsmodell. Das gilt etwa für die IT- und Softwareanbieter Celonis, Contact und Personio. Ähnlich verhält es sich beim Ersatzteilehandel Autodoc, dem Erlebnisvermittler GetYourGuide und reuter.de, einem Onlineshop für Badezimmer und Möbel.

    Auf vordere Plätze schafften es in diesem Jahr aber auch Mittelständler, die digitale Lösungen vorbildlich nutzen, um Prozessabläufe transparenter und effizienter zu gestalten – und digital gewonnene Daten für die Optimierung einsetzen.

    Für Beraterin Siegert ist dabei der wachsende Anteil von Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich besonders auffällig, etwa Biotronik aus Berlin, ein Hersteller von Produkten zur Diagnose und Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Brainlab aus München entwickelt und vermarktet Hard- und Softwaresysteme für das bildgesteuerte Operieren sowie die Strahlentherapie: „Beide Unternehmen revolutionieren die medizinischen Abläufe“, sagt Siegert.

    Die Absteiger in der Rangliste seien zuletzt eher „stehen geblieben“, sagt Siegert: „Ein Onlineshop oder eine App reichen nicht immer aus. Digitalisierung ist vor allem ein nachhaltiger Prozess.“

    Gewogen und für zu leicht befunden? Für Bizerba gilt das nicht. „Die Möglichkeiten unserer Software in Verbindung mit unseren Geräten sind enorm vielfältig“, sagt Unternehmenschef Kraut. Daher baut der Mittelständler nun einen eigenen Geschäftsbereich auf: die Bizerba Software Solutions. Die soll laut Kraut für einen „signifikanten Umsatzanstieg“ sorgen – und für einen dauerhaft guten Platz im Ranking.



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